DER COUNTDOWN LÄUFT

T-5: Der große Tag, auf den wir ein Viertel Jahr lang trainiert haben, steht vor der Tür. Etliche Trainingskilometer, schmerzhafte lange Läufe und kurze Nächte (dank der Early Bird-Läufe) liegen hinter uns. Letzte Woche haben wir bereits angefangen unseren Trainingsumfang herunterzuschrauben und sind nun bereit für den Wettkampftag.

Bevor wir am Freitag nach Berlin fliegen, achten wir diese Woche auf das ein oder andere Detail, sodass der Marathon am Sonntag zu 110 Prozent läuft. Ich gehe beispielsweise nur noch zweimal (am Dienstag und Donnerstag) je 30 bis 45 Minuten locker laufen. Außerdem achte ich bewusst darauf, dass ich mehr schlafe als sonst, denn mein Körper soll vor der großen Anstrengung ausreichend regenerieren. Apropos Regeneration: In diesem Jahr verzichte ich sogar auf mein geliebtes Oktoberfest. Die Angst vor einer Wiesn-Erkältung ist einfach zu groß, deshalb meide ich auch Menschenmassen, ziehe mich warm genug an und halte mich viel zu Hause auf. Das mag jetzt ein wenig hypochondrisch klingen, aber wer mich kennt, weiß, wie traurig und enttäuscht ich wäre, wenn ich drei Monate Training durch einen Schnupfen aufs Spiel setze.

Viele Laufmagazine empfehlen zusätzlich noch eine kohlenhydratreiche Ernährung in der letzten Woche. Da ich mich aber während der gesamten Vorbereitung an keine spezielle Ernährungsform gehalten habe, achte ich in der letzten Woche nur darauf gewohnte Nahrungsmittel zu essen. Gerade an den zwei letzten Tagen solltet ihr vielleicht nicht das erste Mal in eurem Leben afrikanisch oder ein Softeis nach dem Anderen essen. Ganz wichtig außerdem in der letzten Woche: Die Fußnägel schneiden! Aber bitte macht nicht den gleichen Fehler, wie ich im letzten Jahr. Damals habe ich mir zwei Tage vor dem Marathon die Nägel so kurz geschnitten, dass meine Füße vorne geblutet haben. Sehr intelligent, denn bis zum Wettkampf war das natürlich nicht verheilt. Reminder also auch an mich selber: Schon am Mittwoch um die Fußpflege kümmern 😉

Neben der Checkliste, ist auch die Packliste wichtig, vor allem, wenn man den Lauf in einer anderen Stadt absolviert. Außer bequemen Freizeitklamotten und Sneakers gehört in den Koffer natürlich das Rennoutfit. Das allerwichtigste: Die Marathonschuhe. Diese habe ich bereits auf allen langen Läufen getragen. Auch hier sind Experimente nicht empfehlenswert, bitte auf keinen Fall während des Marathons neue Schuhe „einlaufen“. Im schlimmsten Fall lauft ihr euch nur eure Füße blutig oder bekommt schmerzhafte Blasen. Als Rennoutfit empfehle ich Kleidungsstücke, mit denen ihr bereits längere Strecken gelaufen seid. Ich ziehe beispielsweise eine kurze, enganliegende Hose und mein Lieblingsshirt an. Zusätzlich schnalle ich mir während des Marathons eine Gürteltasche für Läufer um, in dem ich mein Handy und die Gels verstauen kann. Ich esse zwei Gels während des Marathons und nehme noch ein paar Shotbloks mit. Denn die schmecken fast wie Gummibärchen und geben Power für den Lauf.

FullSizeRenderIn einem Blog-Artikel auf der Runtastic-Seite werden sehr interessant Emotionen, die man auf den 42,195km erlebt, veranschaulicht. Vor allem der berühmte „Mann mit dem Hammer“ bleibt wohl kaum aus. Aber hat man diesen Tiefpunkt einmal überwunden, denkt man nur noch an den Zieleinlauf und das überwältigende Gefühl dabei. Dann sind (fast) alle Schmerzen auf den letzten Kilometern vergessen. Dieses Gefühl sich bildlich vorzustellen, hilft übrigens auch, wenn ihr während des Trainings mal ein Motivationsproblem habt. Ruft euch immer wieder das Glückgefühl auf dem Zieleinlauf eines Wettkampfes hervor und der Schweinehund ist ganz schnell begraben. Und spätestens, wenn ihr die Medaille um den Hals hängen habt, überlegt ihr bereits, für welchen Marathon ihr euch als nächstes anmeldet.

Für alle, die in den nächsten Wochen beim Berlin, München oder Köln Marathon oder ganz woanders an den Start gehen, wünschen wir viel Spaß und Erfolg! Wir melden uns dann nach Berlin zurück und berichten, wie es lief.


2 Gedanken zu “DER COUNTDOWN LÄUFT

  1. Drücke euch ganz fest die Daumen, dass alles glatt läuft und sich euer Training auszahlt.
    Berlin ist meine Lieblingsstrecke und ich werde meinen langen Trainingslauf extra schon am Samstag absolvieren, damit ich am Sonntag den Marathon gemütlich im Fernsehen verfolgen kann. Also, lasst es in Berlin krachen! (ich selbst darf in 2 Wochen in München ran)

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