RUNSKILLS RASEN ZUM REKORD

Die nächsten Wochen stehen wieder ganz im Zeichen von großen Laufevents. Berlin, Frankfurt, Köln, München – um nur einige der Herbst-Highlights zu nennen. Das lässt sich natürlich kaum ein Laufbegeisterter entgehen. Im Sommer wurde hart trainiert – meist nach Trainingsplan – man hat sich neue Ziele gesetzt und für den ein oder anderen wird es der erste Marathon oder Halbmarathon sein. Der Herbst wird großartig!

Wie so eine Vorbereitung auf einen Wettkampf aussieht, welche Ziele man hat und wie groß die Aufregung ist, das alles haben wir die zwei Rennwiesel von runskills gefragt. Susi und Dennis werden in Köln laufen und dort über die halbe bzw. die ganze Distanz an den Start gehen.

Das alles und noch viel mehr erfahrt ihr im Interview mit den beiden. Vorhang auf!

IMG_4927Susi und Dennis von runskills

Schön, dass ihr euch die Zeit genommen habt, uns Rede und Antwort zu stehen. Am besten wir starten mit einer kurzen Vorstellungsrunde. 

Sei 2011 geht ihr nun gemeinsam durchs Leben und ihr teilt beide die große Leidenschaft zum Laufen. Wann habt ihr eigentlich angefangen so intensiv zu laufen?

Susi: Eigentlich seitdem ich 8 Jahre alt bin und mit dem Leichtathletik angefangen habe. Dazwischen lag „nur“ eine 10-jährige Kreativpause. Intensiv damit angefangen habe ich dann wieder 2012, als mich die Arbeit immer mehr gestresst hat und ich eine Abwechslung gebraucht habe. Außerdem hatte ich einen Hörsturz und musste dann endlich aktiv werden.

Dennis: Ambitioniert eigentlich erst seit ca. 2 Jahren. Das erste Ziel war der HM in Hannover im Jahr 2014. Mit der Vorbereitung auf diesen, habe ich angefangen mich mit dem Laufen intensiver zu beschäftigen. Zuvor bin ich auch viel gelaufen, aber ohne dem Gedanke an Wettkämpfen teilzunehmen. Ich wollte damit eher meine Fitness und Kondition für das Fussballkicken aufbauen. Mein alter Trainer hat immer gesagt: „Jeder Meter den du im Training zurücklegst, macht dich besser und bringt dich im Spiel weiter”. Deshalb war das Laufen immer das A und O für mich.

Ihr seid also schon erfahren und habt einige Wettkämpfe bestritten – in Köln wird Susi den Halbmarathon laufen und Dennis den Marathon. 

Dennis, du läufst in Köln deinen zweiten Marathon innerhalb eines knappen halben Jahres und willst deine Zeit auch noch um 15 Minuten verbessern. 

Wie motiviert man sich denn bitte für solch einen Kraftakt? 

Dennis: Ich wollte unbedingt noch dieses Jahr einen Marathon laufen und da ich Köln nicht kenne, kam mir das sehr entgegen. Sprich der Marathon bedeutet für mich 42,195 km Sightseeing. Und mein Plan ist für diese Zielzeit ausgelegt, aber ich wäre auch mit einer 02:55 h zufrieden. Wie ich mich motiviere? Indem ich mir vorstelle, wie ich am 04.10. über die Ziellinie laufe und das sich dafür jeder Meter im Training gelohnt hat. Und da ich ein sehr ehrgeiziger Typ bin, will ich auf jeden Fall besser sein als in Hannover.

Ist der Plan für Köln deutlich anspruchsvoller oder hättest du bei deinem Debüt noch mehr Gas geben können? Für Hannover hattest du auch bereits nach Plan trainiert, oder?

Dennis: Ja, ich trainiere eigentlich immer nach Plan. So habe ich mich für den ersten Wettkampf vorbereitet und bin dabei auch ganz gut gefahren. Ob ich in Hannover noch mehr Gas geben hätte können ist schwierig zu sagen. Auf dem Sofa sitzend sage ich: ”Na Klar!”, aber wenn du schon 42 km hinter dir hattest und die letzten 200 m vor dir, ist es dir egal ob da noch mehr geht oder nicht. Hauptsache gesund und mit einem Lächeln ins Ziel.

Jetzt wollen wir es aber genauer wissen: Nach welchem Plan trainierst du eigentlich? 

Dennis: Mit einem Plan von runnersworld.de. Dieser ist für eine Zielzeit unter 02:45 h ausgelegt. Einen Unterschied zum ersten Marathon gibt es allerdings – ich trainiere anstatt 12 Wochen, 14 Wochen, somit habe ich noch 2 Wochen Puffer, falls irgendwelche “Wehwehchen” auftreten sollten.

Wie schlimm wäre es für dich, wenn du die Zeit nicht schaffen würdest?

Dennis: Naja, das hängt immer von der Tagesform ab. Bei einem Lauf spielen ja immer viele unbekannte Faktoren wie Strecke, Wetterbedingungen, Gemütszustand und Gesundheit mit rein. Ärgern würde ich mich wahrscheinlich schon. Allerdings wird dies ja auch nicht mein letzter Marathon sein.

IMG_4768Wie sehen die Unterschiede im Vergleich zum ersten Marathon aus? Hast du auch etwas bei der Ernährung verändert? 

Dennis: Der größte Unterschied im Training liegt ganz klar beim Wetter. Da ich ein “Schönwetter-Läufer” bin, passt mir die Vorbereitung im Sommer deutlich besser. Der Plan ist natürlich anspruchsvoller als der erste. Denn dieser Plan bietet kaum Ruhetage bzw. gar keine. Hier wird sehr viel Wert auf aktive Regeneration (sprich langsame Dauerläufe) gelegt. Auch das trainieren mit der Blackroll zählt zu einem wichtigen Bestandteil der Vorbereitung. Bei der Ernährung habe ich nichts umgestellt – viel Veggie und ab und zu ein Stück Fleisch.

So ein Marathontraining ist natürlich sehr Zeitintensiv und man hat mindesten einmal pro Woche einen langen Lauf zu absolvieren. Hast du vor allem für diese Einheiten einen Trainingspartner bzw. Mitläufer oder ist dein Niveau zu hoch?

Dennis: Mein Trainingspartner ist meine Uhr. Ich hab das Glück mich selbst zu motivieren und somit meinen Schweinehund zu bezwingen, deshalb habe ich keinen Trainingspartner. So bin ich auch flexibel und kann immer laufen gehen wann ich will. Dennoch könnte ich mir einen Trainingspartner, der mir Tipps und Tricks für ein effizientes und effektives Training geben kann, vorstellen. Also lieber Leser, ich warte auf eure Anfragen.

Mit Susi hättest du bestimmt eine gute Trainingspartnerin oder sind die Leistungsunterschiede einfach zu groß? Gibt es denn überhaupt Trainingseinheiten, die ihr gemeinsam absolvieren könnt?

Dennis: Uns ist klar, dass wir beide nicht gleichzeitig unsere Dauerläufe absolvieren können. Teilweise haben wir aber hierfür gute Alternativen gefunden – zum Beispiel bin ich ab und zu der Pacemaker bei Susi´s Intervallläufen oder sie begleitet mich eben auf dem Rad. Außerdem sind Krafttraining oder das Laufen auf dem Band im Fitnessstudio gute Möglichkeiten, um gemeinsam zu trainieren.

Susi: Wie Dennis schon sagt, das geht eigentlich nicht. Ich bin einfach zu schnell für ihn. Nein Spaß, Dennis läuft in einer ganz anderen Liga. Das gibt nur Streit. Den Rest hat Dennis schon ganz gut erklärt.

IMG_4847Beim ersten Marathon läuft man ja sowieso Bestzeit. Ist der Druck für den zweiten größer oder überwiegt die Vorfreude? 

Dennis: Der Druck ist immer bei einem Wettkampf dabei. Aber ich empfinde es als positiven Druck, denn es ist ja auch „nur“ ein Hobby – deshalb überwiegt hier die Vorfreude. Köln ist bestimmt eine tolle Stadt und ich bin auf die Atmosphäre gespannt. Die Kölner sollen ja ein Volk für sich sein – positiv gemeint.

Susi, du hast dich dafür entschieden dieses Jahr keinen Marathon mehr zu laufen. Bist du froh darüber, dass du in Köln “nur” einen Halbmarathon läufst? Oder beneidest du den Wiesel-Jungspund vielleicht sogar, dass er schon wieder Bock auf die lange Strecke hat? 

Susi: Also, ich beneide schonmal niemanden der für einen Marathon trainiert. Aber, ich bewundere jeden der es macht. Bock hätte ich grundsätzlich auch, aber ich freue mich einfach wieder “anders” trainieren zu können. Sprich: intensivere Trainingseinheiten, wo man wieder Tempo machen kann. Nächstes Jahr ist dann wieder der Marathon dran.

Hast du denn für deinen Lauf auch nach einem Plan trainiert und wenn ja, wie sieht dieser aus?

Susi: Ich trainiere auch nach einem Plan von runnersworld.de mit einer Zielzeit unter 01:45 h. Dieser Plan ist sehr abwechslungsreich – Intervalle und lange, langsame Läufe wechseln sich ab.

So ein Plan ist ja keine Garantie dafür, dass man die Zielzeit auch schafft. Beschäftigst du dich damit, was wäre, wenn die angestrebte Zeit nicht erreicht wird?

Susi: Ich halte meine Zielzeit für utopisch, d.h. wenn ich es schaffe dann wäre es ein Wunder und ich wäre mega happy. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass irgendwann mal die 01:45 h fallen.

So ein Trainingsplan ist natürlich sehr hilfreich, nimmt aber auch viel Zeit in Anspruch. Wie sieht es denn bei euch mit Alternativtraining aus? Macht ihr Kraft, Stabi oder andere Sportarten wie Schwimmen? 

Könnt ihr diese noch in euren Trainingsplan integrieren und wenn ja, wie oft pro Woche? 

Susi: Ich mache es super unregelmäßig, obwohl ich weiß das es so wichtig ist. Gerade nach meiner langen Verletzungsphase müsste ich es besser wissen. Wenn ich nicht so viel Stress habe, dann gehe ich Schwimmen oder ins Fitness-Studio. Zu meinen „besten Zeiten“ war ich einmal pro Woche Schwimmen und ein- bis zweimal im Fitness-Studio. Im Moment lasse ich aber alles etwas schleifen. Ich gelobe Besserung!

Dennis: Krafttraining im Fitnessstudio sowie Spinning gehört immer dazu. Ich versuche hier zweimal die Woche Krafttraining einzuplanen. Dies schwankt aber auch je nach Vorbereitung für einen Wettkampf. In der Taperingphase bzw. in der “ruhigeren Phasen” versuche ich mehr ins Studio zu gehen. Natürlich wird auch ab und zu mal gekickt und im Winter auf dem Snowboard gestanden. Zukünftig möchte ich aber auch noch mehr das Rad benutzen. Für Stabi-Übungen haben wir gefühlt das ganze Sortiment der „Blackroll“ zu Hause, die wir regelmäßig nutzen.

IMG_4909Nach einem Wettkampf, vor allem aber nach einem Marathon fallen viele Läufer in ein „Loch“ und leiden unter leichten Depressionen. Um das zu umgehen, hilft es, wenn man sich neue Ziele setzt. Wie sehen eure Pläne für die Zeit nach Köln aus? Habt ihr schon die nächsten Wettkämpfe ins Auge gefasst oder habt ihr vielleicht andere sportliche Ziele wie z.B. einen Triathlon zu absolvieren? 

Susi: Ich schließe dieses ereignisreiche Jahr mit dem Halbmarathon ab. Hier will ich nochmal Gas geben und eine gute Zeit laufen. Danach steht noch eine Staffel in München an, die ich aber eher als Spaß-Lauf sehe. Dann lasse ich das Jahr ganz gemütlich ausklingen und widme mich anderen Dingen! Nächstes Jahr will ich auf jeden Fall wieder einen Marathon laufen. Diesmal sollen die 4 Stunden fallen. Viel wichtiger aber: ich will schmerzfrei trainieren und antreten können! Triathlon ist auch in der Planung, aber alles Schritt für Schritt.

Dennis: Für nächstes Jahr ist der Haspa Marathon in Hamburg fest geplant. Dazu kommen im Frühjahr bzw. Sommer auf jeden Fall noch der „Wings of Life“ und die SportScheck Laufserie in München und Dresden. Eventuell laufe ich noch den Halbmarathon in Hannover zur Vorbereitung auf den Marathon.

Super! Abschließend möchten wir euch noch ein paar „schnelle“ und allgemeine Fragen zum Thema Laufen stellen.

Lieblingszielverpflegung?

Dennis: Wassermelone

Susi: Brezel. Irgendwas salzhaltiges auf jeden Fall.

Lieblingstrainingstag?

Dennis: Alle Tage.

Susi: Im Moment machen mir die mittellangen Läufe mit etwas mehr Tempo (also GA2) am meisten Spaß. Ansonstenlieber lange Läufe als Intervalle.

Lieblingstrainingszeit?

Dennis:Frühmorgens.

Susi: Morgens, VOR dem Frühstsück.

Trainingsgetränk?

Dennis: Wasser.

Susi: Tee.

Trainingsstrecke?

Dennis: Perlacher Forst.

Susi: In Braunschweig um den Südsee oder zu Hause im Erzgebirge am Floßgraben lang.

Frühstück vor dem Wettkampf?

Dennis: Stück Schoki und Nüsse.

Susi: Haferflocken mit Mango.

Lieblingsoutfit?

Dennis: Hauptsache Farbenfroh und kurze Hose immer von Nike Running.

Susi: Laufhosen von Nike, Schuhe von Saucony und Oberteile, da bin ich flexibel. Und natürlich BUNT!

Wettkampfschuhe?

Dennis: Nike Flyknit Lunar 2.

Susi: Saucony Kinvara 5.

Lieblingsblogs?

Dennis: RunMunichRun.

Susi: Also neben RunMunichRun gibt es viele interessante Blogs, aber einen Lieblingsblog habe ich nicht. Es gibt zu viele die ich gut finde.

Vorbild/Inspiration?

Dennis: Jan Frodeno.

Susi: Jan Frodeno weil er eine Maschine ist und Unglaubliches leistet und die Hahner-Twins, weil sie so extrem positiv sind.

Zielzeit?

Dennis: Besser als in Hannover, also unter 02:56:00 h.

Susi: HM-Bestzeit von Dresden schlagen, also unter 01:47h. Unter 01:45 h wäre der Hammer.

Lieblingssport zum Anschauen

Dennis: American Football und Fußball.

Susi: Basketball, Schwimmen und Eisschnellauf.

Wenn ich nicht laufe, dann…  

Dennis: … esse ich.

Susi: … arbeite ich.

IMG_4896Wenn ihr noch mehr über die beiden Rennwiesel erfahren wollt, dann schaut unbedingt auf ihrem Blog vorbei.


3 Gedanken zu “RUNSKILLS RASEN ZUM REKORD

  1. Professionell und sehr kurzweilig 🙋 Danke für den tollen Beitrag und flinke Füße für die anstehenden Läufe 😃 Ich stehe zwei Wochen vor meinem ersten Marathon und bin schon gespannt, was mich ab km 35 erwartet 😆

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