GIRL`S DAY MAL ANDERS

Prosecco, Schokolade, Chips, alle Staffeln Sex and the City, Grey´s Anatomy und Desperate Housewives und natürlich die besten Mädels – so sieht allgemein das Patentrezept aus, um einen schönen Tag oder Abend zu verbringen, richtig?

Wisst ihr, was noch besser ist? Wenn man alles (außer natürlich den Mädels) gegen Pasta-Party, Kompressionssocken, ein schreiend-buntes Outfit und ein paar Startnummern austauscht. Mit unseren Freundinnen sind wir beim München Marathon an den Start gegangen. Ziel war (neben dem Olympiastadion), so viel Spaß wie nur möglich zu haben und wir können versichern: Mission completed. Auch, wenn es manchmal leichter war, einen Sack Flöhe zu hüten als vier Mädels.

thumb_IMG_3940_1024Schon am Abend vorher, als wir “nur” die Startnummern abholen und Pasta essen wollten, haben wir uns gegenseitig fast in den Wahnsinn getrieben. Da musste die eine noch ein schreiend neongelbes Shirt kaufen und lotste die anderen zum “Dirndl-Stand”; es galt, einen BMW durch Tanzen mit Strom aufzuladen, der Chip, den Laura eben noch in der Hand hielt, war spurlos verschwunden und das Zusammenpappen zweier Klettstreifen forderte unsere gesamte Konzentration. Außerdem mussten wir Licht in diverse Beziehungsdunkelheiten bringen und uns überhaupt erst einmal Strecke, Wechselpunkte und unsere jeweilige Anreise dorthin besprechen.

thumb_IMG_3907_1024Laura:

Vorfreude! Schon wieder ein Marathon! Bevor ihr jetzt denkt, nun sind sie wohl endgültig durchgedreht, kann ich euch beruhigen. Beim München Marathon lief ich nur ganz locker 6,8 Kilometer, zusammen mit den besten Staffelmädels der Welt!

Ich war die erste Läuferin unserer Gruppe. Mit einer Freundin, Christina, die ziemlich nervös vor ihrem Marathondebüt war, startete ich aus Block C. Von dort aus lief ich das erste Stück quer durch den Olympiapark, leider in einem sehr langsamen Tempo. Aber sobald die Menge den Park hinter sich gelassen hatte und ich die Straßen Münchens betrat, beschleunigte ich. Die Strecke flog nur so an mir vorbei, ich hatte so viel Spaß und konnte den Lauf und die Zuschauer richtig genießen. Kurz vor meiner Wechselstelle, zog ich mein Handy aus der Tasche und schickte Mira eine Sprachnachricht: „In 800 Metern bin ich bei dir, mach dich schonmal bereit!“. Nicht, dass ich sie verpasste! An der Wechselstelle ging alles ruckzuck, ich lief auf die rechte Seite, entdeckte einige Meter vor mir meine Staffelkollegin und riss schnell den Chip vom linken Knöchel ab um ihn ihr zu geben. Zum Schluss noch das obligatorische Selfie und mit einem „Auf geht’s“ schickte ich sie weiter auf die Strecke!

Zeit für mich zu entspannen und den Marathonis beim Laufen zuzusehen. Ich stellte mich zur Kilometermarke 37, an der gerade die Läufer mit einer Zielzeit von 3:00 Stunden vorbeizogen und war begeistert von dem hohem Tempo. Eine Stunde anfeuern später hatte ich mich heiser geschrien und meine neue Leidenschaft als Entertainerin an der Strecke entdeckt. Mira und Isa amüsierten sich auch köstlich über meine Rufe, die die ganze Leopold- und Elisabethstraße beschallten. Mit den beiden lief ich, entlang der Strecke, bis zu Kilometer 41. Dort empfingen wir kreischend unsere Schlussläuferin Benita und liefen Hand in Hand in unseren bunten Papageienoutfits über die Ziellinie.

thumb_IMG_3932_1024Mira:

Liebe Läufergemeinde,

mein Name ist Mira und ich habe Isa und Laura schon letzten Sommer über den Club der Töchter München kennengelernt. Da haben wir mit unserer #crewmuc eine Nike-Challenge gewonnen. Egal ob 200km innerhalb einer Woche oder einen BH laufen – wir haben ALLES gemacht. Und hatten sehr viel Spaß dabei.

Deshalb hab ich mich auch gleich gemeldet, als Isa nach Teilnehmerinnen für eine Staffel fragte. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich NATÜRLICH die kürzeste Strecke bekommen würde! Bei den Durchgangszeiten hatte ich EIGENTLICH die Argumente auf meiner Seite. Doch weit gefehlt: Da ich eine Woche vorher „nur“ einen Halbmarathon lief, Isa und Laura zwei Wochen vorher aber einen Marathon und Benita noch nie ins Stadion einlief, hatte ich das große Los gezogen: 15 km! (Da fällt mir gerade auf: Wir sind alle zusammen ins Stadion gelaufen! Das Argument hätte gar nicht zählen dürfen, Benita!)

Dafür hatte ich ein neues Ziel: Die 15 km unter 1:28 schaffen. Denn das war ich eine Woche zuvor beim Halbmarathon am Bodensee über diese Distanz gelaufen. Also machte ich mich Sonntag früh auf den Weg zum Start in die Nähe des Englischen Gartens. Trotz gefühlter Minus-Grade natürlich in kurzer Hose und Kompressionsstrümpfen, Aberglaube sei Dank. Dort angekommen wollte ich mich in meine Box zur Übergabe stellen. Doch für 100 Läufer waren dort gefühlt 2 qm abgesperrt. Und neben den Läufern waren da dann auch noch die Mama, die Frau, die Schwester, die Freundin des Nachbarn und und und. Es war zwar kuschelig, aber auf Legebatterie für Läufer hatte ich nicht so Lust. Also schmuggelte ich mich auf die andere Straßenseite, denn ich hatte mit Laura ausgemacht, dass ich RECHTS stehen würde. Die Legebatterie war aber Links, also konnte ich da gar nicht bleiben…

Da stand ich nun und wartete. Plötzlich eine Nachricht von Laura! Panisch das Handy raus, dachte, ihr geht es nicht gut. „Nur noch 800 Meter, mach dich schon mal bereit“ keuchte es aus meinem Handy. Ok, bereit machen. Was genau meint Sie damit? Also Jacke ausziehen. Sonst war ich ja bereit. Einlaufen mach ich nie und trinken kann ich nicht mehr (sonst muss ich nochmal hinter den Touran an der nächsten Ecke, einmal war peinlich genug und reicht). Also warte ich einfach, bereit, den Chip entgegen zu nehmen.

Laura kam an, ich schrie und hüpfte und schon wurde das Handy ausgepackt, zwei Fotos geschossen (ganz wichtig: einmal Foto, einmal im Quadrat und unbedingt die Nummer des Wechsels mit aufs Bild!), schnell den Chip gemopst und dann mal los!

15km lagen vor, Frühstück gefühlt zu kurz hinter mir. Ab in den Englischen Garten. Neben mir einige Marathonis, die mir jetzt schon leid taten, weil sie so schlecht aussahen und offensichtlich wirkliche Probleme hatten. Und es waren ja noch 35 km für die…. Leider waren im Englischen Garten nicht so viele Leute, dafür eine Horde Schafe. Meine App war zu allem Überfluss auch nicht gestartet, also hatte ich bis auf die Schilder am Rand keine Orientierung, welcher KM es war. Welche Zeit ich lief wusste ich auch nicht. Gefühlt war es um die 5:40min/km und es ging überraschend gut. Vielleicht auch, weil ich im Kopf als Ablenkung die Reiseplanung für den kommenden Urlaub durchging und mich an den Strand sehnte.

Langsam kam ich dem Ende meines Laufes näher und der Ehrgeiz packte mich nochmal. Immernoch keine Ahnung welche Zeit ich bis dahin hatte, aber es ging doch noch was! So spurtete ich dann Richtung Wechselzone. Schnell etwas nach rechts rauslaufen, dass mich Isa auch direkt sieht! Als ich dachte, ich hätte sie gesehen, wurde ich unsicher: Das war doch ne andere Jacke, die sie hatte. Die jetzige sah doch aus wie….MEINE! Und schon winkte Isa, fing an die Jacke auszuziehen und ging zum Chipwechsel auf die Knie. Noch schnell Bilder machen (Die Ansprache von Laura immer im Kopf) und dann startete Isa schon durch.

Ich machte mich auf den Weg zur Ubahn und von dort zu Laura, die bereits bei km 37 auf mich wartete und ihr neues Hobby ausübte: Anfeuern und anschreien, bis die gehenden Läufer freiwillig wieder rennen.

thumb_IMG_3916_1024Isabell:

Als dritte Läuferin hatte ich eigentlich einen sehr entspannten Tag. Ich konnte morgens mit Laura zum Start gehen, gleichzeitig hatte ich genug Zeit, um in meinen Wechselbereich zu gelangen. Uneigentlich hab ich mich von der Aufregung rund um Team runskills.de doch etwas anstecken lassen. Da war die Startläuferin noch nicht dort, wo sie sein sollte, Dennis und Sus mussten zu ihrem Wechselpunkt, hatten aber gleichzeitig noch Flocke an der Hand und Teambetreuer Holger war auch leicht verwirrt und schrie immer nur ins Telefon: “Ich seh´ dich nicht!” (Ja, weil er ganz woanders stand, haha.) Zum Glück hatte Conny sowohl einen Überblick als auch die Gabe, diesen Hühnerhaufen zu ordnen.

Gemeinsam mit Conny machte ich mich dann auf den Weg zur Halbmarathonmarke, wo ich auf Mira wartete. Dort war es auch erst noch ziemlich ruhig und entspannt, bis ein großes Rudel Frrrangggen den Wechselblock stürmte und sich breit machte. Sorry Leute, aber ihr habt einfach mal die Läufer dort ziemlich gestört. Mein persönliches Highlight dieser Truppe: Einer der Staffelläufer kam angerast, alle ganz verdutzt: “Woos, du bist scho doo? Schabboo!” Dass dieser Junge von seinem Lauf erzählen wollte, hat übrigens nur Conny und mich interessiert, die anderen haben immer nur wieder gesagt: “Mir sin grad erst kumme!” (oder so ähnlich, ich bin ganz schlecht in Dialekten).

Dann stand Dennis neben uns und auch Sus kam bald angerast. Für mich war das der Zeitpunkt, wo ich die Damen und Herren des Fanclubs aus Frrranggen etwas beiseite geschubst und nach Mira Ausschau gehalten hab. Chiptausch, Selfie (schreckliches Foto!) und los ging´s.

Meine Strecke ging bis zum Odeonsplatz, meiner Meinung nach die beste Strecke, weil dort auch die meisten Zuschauer stehen. So konnte ich wenigstens ein paar Kinderhände abklatschen, was wohl meine Lieblings-Lauf-Beschäftigung wird.

Geplant war eigentlich ein lockerer Lauf. Aber wie das so ist, rennt man mit Startnummer doch schneller als gedacht, sodass ich tatsächlich etwas außer Atem kam. Das lag aber auch an meiner Laufbekanntschaft Marty, der sich die ganze Zeit unterhalten wollte. Auf Englisch! Da ich auf die Frage “Do you speak English” manchmal am liebsten “See I so out?” antworten würde, war das mit zusätzlicher Anstrengung und Luftmangel gar nicht mal so leicht. Wir haben uns aber irgendwie verständigt. Marty lief für einen Freund die zweite Marathonhälfte, weil er (oder auch SIE, “friend” ist ja auch so eine etwas tückische Aussage), sich nicht fit genug für 42km fühlte. Was auch erklärte, wieso er bei Kilometer 22 so frisch und locker lief wie ich. Am Odeonsplatz trennten sich jedoch unsere Wege und ich habe keine Ahnung, ob er unser Tempo halten konnte (er ist seit Monaten nicht gelaufen und war bislang auch eher stilles Mitglied in seiner Laufgruppe). Als ich sagte, er solle es genießen, schrie er nur “What? Enjoy?! THIIIIS? No!”

Ich lief dann weiter zu unserem Treffpunkt und gemeinsam mit Laura und Mira ging´s Richtung Kilometer 41, der Punkt, ab dem wir gemeinsam bis zum Ziel laufen wollten.

Unterwegs haben wir, vor allem unter Lauras Leitung, die Läufer angefeuert, die es nun wirklich nicht mehr weit hatten, aber auch schon ziemlich fertig aussahen. Denn ab der Abzweigung von der Leopoldstraße standen einfach mal überhaupt keine Leute mehr, dabei ist das der knifflige Teil der Strecke, wo man als Läufer auch gerne mal aufhören möchte, damit die Schmerzen nachlassen.

Ich weiß, es war kalt und deshalb sind viele sicher daheim geblieben. Aber Berlin hat uns da doch sehr verwöhnt. München, das kannst du besser! Mira und ich waren ja erst etwas peinlich berührt von Lauras Gekreische, aber dann haben wir uns anstecken lassen und manche Läufer haben sogar dankbar gelächelt. 😉

thumb_IMG_3928_1024Benita

Hallo, ich bin Benita, der Laufnewbie unter uns.

Bis vor einem Jahr habe ich das Laufen gehasst, aber man muss Dinge immer wieder neu ausprobieren und so bin ich mit einer gewissen Naivität das Thema angegangen. Nachdem ich die ersten (lächerlich) „langen“ Läufe von 7km geschafft habe, hatte ich die grandiose Idee „ich melde mich mal für einen 15km Lauf an, das motiviert mit Sicherheit“. Es lief erstaunlich gut und so lief ich eine persönliche Bestzeit nach der anderen.

Als Isa Anfang des Jahres in der Gruppe gefragt hat, ob jemand Lust auf eine Staffel hatte, war ich hochmotiviert und natürlich sofort dabei. Naja dann kam mir der Sommer dazwischen und ich musste verletzungs-und faulheitsbedingt pausieren. So war der Lauf am Sonntag der erste 10km-Lauf seit drei Monaten.

Völlig unvorbereitet ein Rennen laufen, kann man machen, muss man aber nicht, dementsprechend nervös war ich am Morgen des Lauftags. Ich habe mir weder Gedanken gemacht, welche Pace ich anstrebe, noch wie die Strecke verläuft. Ich war mir nicht mal im Klaren darüber, wie lang mein Streckenabschnitt überhaupt ist.

So stand ich Sonntag, 13:00 Uhr in der Wechselzone und wartete auf Isa, während alle um mich rum „Expertentalk“ betrieben. Der Chiptausch ging sehr schnell und so hatte ich keine Zeit nachzudenken, was ich hier gerade mache. Der einzige Gedanke war: Lauf los, jetzt!

thumb_IMG_3943_1024Die ersten fünf Kilometer waren eine Qual, begleitet von meinem alten Mantra „ich hasse laufen“. Zusätzlich dazu haben sich alten Wehwehchen gemeldet und ich wusste gar nicht, wo man überall Muskelverhärtungen haben kann. Aber Aufgeben ist nie eine Lösung, deshalb ging es weiter und die Diesellok kam langsam in Gange. Ich bin an meiner alten Wohnung vorbeigelaufen, wo ich ein paar Tränchen verdrücken musste (ach München, ich vermisse dich!). Spätestens dort hat mich der Kampfgeist gepackt und ich konnte das Tempo nochmal anziehen.

Als mich die Mädels bei Kilometer 41 mit lautem Gekreische empfingen, war ich sehr erleichtert, dass die Tortur bald ein Ende hatte. Hand in Hand und laut, seeehr laut schreiend und jubelnd liefen wir über die Ziellinie, holten uns unsere Medaillen und dann drehten wir unsere Runde um die Verpflegungsstände. Ob ich beim nächsten Mal wieder dabei bin? Na logo, dann aber besser vorbereitet.

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3 Gedanken zu “GIRL`S DAY MAL ANDERS

  1. Glückwunsch! Wurde auch mal zeit das ich bei euch mal nachlese, bei instagram verleitet es immer da zu lesen und nicht in Blog zu klicken;( Schön das ihr das hier auch aus mehreren Sichten schreibt! Lg aus Berlin (Ps. Berlin shirts machen sich überall gut, weiter so 🙂 )

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