“UND DIE ULTRALÄUFER FEIERN AM WILDESTEN”

21. Mai 2016, irgendwann nachmittags, so (hoffentlich) zwischen 13 und 15 Uhr, werde ich “das schönste Ziel der Welt” erreichen. Nach rund 73 Kilometern über den Rennsteig in Schmiedefeld einlaufen, meine Medaille und mein Finishershirt holen und wahrscheinlich Rotz und Wasser heulen. Weil die Füße weh tun und der Rest des Körpers auch. Und weil ich mega-stolz auf mich sein werde. Und weil ich sowieso ne sehr weinerliche Heulsuse bin. So die Theorie und meine Vorstellung.

Immer wieder werde ich gefragt, warum zur Hölle ich diese Strecke mit all ihren Höhenmetern (frage nicht nach Sonnenschein, es heißt nicht umsonst RennSTEIG!) laufen will. Bisher konnte ich keine wirklich befriedigende Antwort darauf geben. (Ich weiß es wirklich nicht, aber wer einmal in Schmiedefeld ins Ziel gelaufen ist, der ist einfach für immer verloren!) Deshalb lasse ich in den kommenden Wochen einige Läufer zu Wort kommen, die etwas zu ihrer persönlichen Motivation erzählen.

Anhang 3

Los geht´s mit meinem persönlichen “Mr. Rennsteiglauf”, Hans-Werner. Auch nach 35 (!!!) Starts (und Zieleinläufen) über die Ultradistanz hat er noch lange nicht genug. DEN müsst ihr mal fragen, ob er irgendwie verrückt ist!

Anhang 1

“Der Rennsteig ist einfach mein Wohnzimmer. Es war mein erster richtiger Wettkampf und ich bin dabei geblieben. Hat sich irgendwie entwickelt.” Aha! ich sag ja, der Rennsteiglauf lässt einen nicht mehr los! Bei Hans-Werners erstem Start 1981 betrug die Distanz übrigens sogar 76 Kilometer und er benötigte dafür 10:30 Stunden. Laufen war in den Wochen danach zwar erst einmal nicht mehr möglich, aber dass Hans-Werner wieder dort starten würde, war sofort klar.

Anhang 2 (1)

Warum er den Rennsteig-Supermarathon empfiehlt? “Wer Ultra laufen will, muss den Rennsteiglauf machen. Das ist der einfachste Ultralauf, es gibt feste Wege, viele Verpflegungspunkte, die es anderswo eben nicht gibt.” Seht ihr, ich bin ganr nicht verrückt, sondern äußerst vernünftig!

“Die richtig tollen Sachen sind die spektakulären”, ist sich Hans-Werner sicher. Wie der Marathon auf der Chinesischen Mauer oder ein Lauf von Rügen zur Zugspitze oder auch von Sylt nach Berlin, was zu seinen persönlichen Highlights zählt. “Ich bin einfach schon zu lange dabei, da sind die normalen Sachen irgendwann alle gemacht.” Wie zum Beispiel ganz normale Stadt-Marathons. “Ich hasse Marathon, lieber laufe ich länger oder kürzer. ich bin meinen ersten Marathon auch erst nach fünf Ultras gelaufen.”

Anhang 5

Seine Strategie für den Rennsteigauf: “Ich will einfach Spaß haben und ohne Druck laufen. Ich freue mich auf meine Freunde, die ich dort wieder treffen werde und natürlich die Party am Abend. Isabell, das musst du einfach erleben. Da sind die Ultraläufer die, die am wildesten feiern und alle Viertelstunde muss man auf die Tische steigen und das Rennsteiglied singen.” Ja, also, wenn mich jemand hoch hebt?! Außerdem freut er sich auf Blaubeersuppe (der Rennsteiglauf ist für seinen Haferschleim berühmt) und die Brühe im Ziel. Ich hingegen freue mich auf Nutellabrote, die mir ein Freund in Aussicht gestellt hat. So hat halt jeder seine Vorlieben, nicht wahr?
Anhang 4

Hans-Werner, der auch Mentaltrainer ist, gab mir auch ein paar gute Tipps: “Schaut immer nur auf euch und nicht auf andere! Gute Zeiten kommen nicht unter Druck!” Auch er selbst hat “einige Läufe nur über den Kopf geschafft. Man muss einfach den Moment genießen! Und am wichtigsten ist nur: Immer positiv denken.”

So empfiehlt er für Ultraläufe auch Folgendes: “Einfach nicht ans Ziel denken, sondern den Lauf in Teilstrecken aufteilen. Ich laufe immer von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt.” Für den Rennsteiglauf gilt zusätzlich: “Wenn ich den Inselsberg geschafft hab bei Kilometer 26, dann habe ich den Lauf geschafft.” Zur Erklärung: Da geht es erst verdammt steil hoch und dann natürlich runter. Aua aua aua. “Und die allerletzten Kilometer geht es auch nur noch bergab, da ist der Ultralauf echt leichter als der Marathon am Rennsteig.” Seht ihr, ein weiterer Beweis, dass es clever ist, dort den Supermarathon zu laufen. Die letzten 21 Kilometer kenne ich dank des Halbmarathons dort ja schon und ich freue mich schon jetzt, am Großen Beerberg ein Foto am Schild “Höchster Punkt des Laufs” zu machen.

Anhang 7
Zum Schluss verriet mir Hans-Werner übrigens, dass man ruhig auch mal Letzter am Rennsteig werden könne, denn: Der Letzte bekommt eine Torte! Na, wenn das kein Anreiz ist!!!

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