JEDES RENNEN IST EINZIGARTIG

Ich bin ja nicht so das „girly Girl“ und normalerweise auch nicht allzu zimperlich. Mein erster „Sandkasten“ beispielsweise war ein Dreckhaufen auf der Baustelle unseres Hauses und Erdbeeren hab ich auch immer direkt aus dem Beet raus gegessen. Andererseits habe ich mich auch furchtbar angestellt, wenn ich einen Pfannkuchen (Krapfen, Berliner, whatever) mit den Händen essen sollte und mich vor dem ganzen Zucker an meinen Händen geekelt habe. Ich selbst wäre daher auch nie auf die Idee gekommen, mich zu einem Hindernislauf wie Tough Mudder mit all dem Schlamm anzumelden, sondern habe es Laura zuliebe getan. Nicht mal, weil ich mich selbst nicht schmutzig machen will, sondern weil es mir um meine schönen Sportklamotten leid tut, wenn die schmutzig werden (neue Laufschuhe werden grundsätzlich bei schönem Wetter eingelaufen und so lange es geht von Pfützen und Matsch ferngehalten). Und da braucht jetzt auch keiner sagen, ich könne ja alte Sachen anziehen. Sowas besitze ich nämlich nicht. Alle meine Sachen sind schön und werden irgendwann aussortiert, wenn die nichts mehr taugen. Tja.

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Um mir ein wenig die Angst vor dem Matsch zu nehmen und auch, um ein paar Tipps zu Training, Ausrüstung und Wettkampf zu erhalten, habe ich mich vor einigen Wochen mit den beiden Munich Elite Warriors Willi und Eugen auf eine Pizza getroffen. Die beiden haben schon mehrere solcher Läufe (Willi: drei Strongman Run, fünf Spartan Races/Eugen: fünf Spartan Races, einmal XLETICS Challenge) absolviert und sind in meinen Augen richtige Profis. Nun ist es zwar mittlerweile so, dass ich wegen meiner entzündeten Achillessehne nicht starten kann, dennoch sind die Tipps hilfreich für unsere Truppe und vielleicht auch für dich, falls du mal solch ein Rennen planst.

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Mein schlimmster Alptraum: Durch den Schlamm robben. Eugen findet´s geil.

Ausrüstung: 

Das Wichtigste, da sind sich die beiden einig, sind gute Schuhe: „Du solltest einen Schuh mit ordentlichem Profil haben, dann hast du bei Schlamm und Nässe einen besseren Grip und kommst entsprechend schneller voran.“ Willi schwört auf Trailschuhe von adidas. Um genau zu sein, den adidas Terrex Agravic. „Damit habe ich wirklich richtig guten Grip auf nassen und glatten Flächen.“ Eugen hingegen hatte zu dem Zeitpunkt gerade einen Schuh von Icebug getestet und schwärmte entsprechend davon. Einen Erfahrungsbericht kannst du übrigens hier lesen. Ansonsten soll jeder individuell entscheiden, was er tragen möchte. Die einen tragen lieber lange Sachen, um sich die Knie nicht aufzuschürfen, die anderen bevorzugen kurze Kleidung, um weniger auszukühlen, wenn sie nass werden.

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Training:

„Was ganz wichtig ist, sind Griffkraft und Ausdauer, aber auch Explosivität und Sprungkraft“, meinen die beiden. OK. Griffkraft habe ich NULL. „Es hilft nix, dann musst du deine Schwachstellen angehen. Trainieren kannst du das beispielsweise mit Klimmzügen (HAHA!), Hangeln oder auch beim Bouldern.“ Je nachdem, wie lange du uns schon folgst, hast du vielleicht mitbekommen, dass Laura und ich uns mal am Bouldern versucht haben. Lindarella hatte uns sozusagen herausgefordert, mal etwas Neues auszuprobieren. Wir haben´s ja wirklich probiert. Aber nach ungefähr zehn Minuten gemerkt, dass das wirklich total anstrengend ist und wir auch null Ahnung haben, wie es richtig geht. Deswegen sind wir einfach noch so ein bisschen dort rumgeklettert – hauptsächlich, um ein schickes Foto zu machen. (Immer diese „Fitness“-Blogger!) Danach hatten wir irgendwie keine Lust mehr auf diese Anstrengung.

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„So ein Rennen ist immer eine Mischung aus Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Balance. Du hast da jede Menge Abwechslung. Und je länger die Distanzen, desto wichtiger ist die Laufausdauer.“ Gut, wenigstens an der Ausdauer sollte es bei uns nicht scheitern. „Trainieren könnt ihr am Trimm-Dich-Pfad. Hügelsprints sind auch nie verkehrt!“ Einen der Trimm-Dich-Pfade haben wir neulich mal näher unter die Lupe genommen. Leider waren einige Geräte gesperrt. Und an den anderen hingen wir dran wie ein paar Mehlsäcke. Da ist wohl noch viel Luft nach oben. 🙂 Übrigens könnt ihr hier nachschauen, ob es einen Trimm-Dich-Pfad in eurer Nähe gibt. München beispielsweise bietet da richtig viel!

Diese Hindernisrennen bieten ja meist neben jeder Menge Schlamm gerne auch mal Stromschläge und vor allem jede Menge (eis)kaltes Wasser. „Entweder, ihr geht ab und zu in den Eisbach oder regelmäßig in die Sauna mit anschließender kalter Dusche. Oder ab ins Tauchbecken“, empfiehlt Willi.

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So sehen die beiden übrigens sauber aus.

Wettkampf:

Willi schwört auf Carboloadingund futtert drei Tage vorher möglichst viele komplexe Kohlenhydrate in Form von Vollkornbrot, aber auch mal Pizza. Wie oben erwähnt, war ich gemeinsam mit den beiden Pizza essen. Und während Willi dies sagte und weiter an seiner Pizza rumsäbelte, schaute Eugen sehnsüchtig zu ihm rüber. Wahrscheinlich hoffte er, es bliebe noch was für ihn übrig. Er sah noch etwas hungrig aus. (Wir haben dann noch ein Eis gegessen!)

Während Willi sich außerdem an kalten Tagen mit Wärmecremes einbalsamiert, weil das wunderbar mit kaltem Wasser reagiert, hält Eugen überhaupt nichts davon. „Da wird mir einfach nur heiß, das fühlt sich an, als würde ich verbrennen!“ Mmmhhh, dann lassen WIR solche Experimente besser sein.

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Teamwork.

Im Wettkampf selbst sollen wir uns möglichst viel von anderen abschauen. „Wenn ihr die richtige Technik anwendet, dann spart ihr euch extrem viel Kraft!“, verspricht Eugen. Er rät beispielsweise, zu rollen statt zu kriechen (zum Beispiel unter Stacheldraht). „Und du darfst keine Angst haben! An Netzen kannst du beispielsweise runterrollen!“ Öh, ja, gebe ich mal so weiter.

Glücklicherweise kann man sich ja im Team helfen. Und – das haben wir zumindest von anderen gehört – hilft man sich generell untereinander. Beim Tough Mudder steht außerdem das Team-Erlebnis im Vordergrund und es wird auch keine Zeit gestoppt. Echt eine coole Sache und viel entspannter, als es bei Eugen und Willi zugeht. Die beiden starten in der sogenannten „Elite“-Klasse. Hier läuft jeder für sich. „Wenn man in der Elite läuft, dann ballert man!“ Die ersten zehn Finisher qualifizieren sich außerdem für die Europameisterschaft. Grundsätzlich ist es übrigens nicht schwer, auch in der Elite zu starten: Man zahlt dann einfach einen Aufpreis. Willi hat bereits drei Platzierung in den Top30 der Elite geschafft – in München, Rom und in Wien. Für Eugen ist dies das nächste Ziel.

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Schöne Aussichten: Willi nach dem Finish des SPARTAN RACE in Tirol 2015

Ihr bisher schönstes Rennen – und da leuchteten wirklich bei beiden die Augen – war das SPARTAN RACE Kitzbüheler Alpen Beast 2015. „Das Wetter war top, es gab ein großartiges Panorama mit den Alpen, einem Steinbruch und einem See. Und das Ganze über 27 Kilometer mit 44 Hindernissen.“ Äh. Und sowas kann man überleben? Scheinbar schon, die beiden wollen auf jeden Fall wieder hin. Verrückt! Falls ihr Sie dabei virtuell begleiten möchtet, dann könnt ihr den Munich Elite Warriors auch auf Facebook folgen. Die Instagramer finden Willi hier. Dort ist natürlich auch Eugen vertreten.

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Unser Team (und ein Fremder) powert, wir posen.

Und wir machen uns jetzt auch mal ans Training. Auch wenn ich selbst nur zuschauen werde, etwas mehr Griffkraft hat noch keinem geschadet. Liebe Grüße, Isabell

Fotos: privat/PEAK ART IMAGES

 

 

 


2 Gedanken zu “JEDES RENNEN IST EINZIGARTIG

  1. Ein wichtiges Kleidungsstück habt ihr noch vergessen. Handschuhe! Ganz schnell hat man sich an dem einen oder anderen Hindernis einen Splitter geholt. Außerdem erhöhen sie den Halt. Insbesondere bei den Monkey Bars eine echte Hilfe.
    Zum Schutz der Knie bzw. Ellbogen, empfehle ich dünne flexibel Schoner. So eine Kriechstrecke kann verdammt lang sein.
    Last but not least: Energie Gel. Wenn der Mann mit dem Hammer kommt, und der kommt bei der Anstrengung früher als bei einem normalen Lauf, geht nicht mehr viel zusammen. Wenn ihr anfällig für Krämpfe seid, denkt auch hier über eine Vorbereitung mit z. B. Magnesium nach. Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung.

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