UNTER STROM GESETZT – EMS TRAINING AUF DEM PRÜFSTAND

20 Minuten lang statische Übungen halten und dabei die Muskeln anspannen – das hört sich zunächst einfach an. Wenn der Körper dabei allerdings an Strom-Elektroden angeschlossen ist, wird die ganze Sache anstrengender, wie ich am eigenen Körper erfahren durfte.

Isa und ich bekamen die Chance dieses „Stromtraining“, besser bekannt als EMS-Training (=Elektrostimulationsstraining), auszuprobieren. Doch was ist EMS eigentlich? Bei diesem Training werden die Muskeln durch Reizstrom stimuliert. Ein Trainer, der während des ganzen Workouts anwesend ist, überprüft die elektronischen Impulse durch ein Gerät und zeigt währenddessen Übungen. Durch eine enganliegende Weste mit Elektronen und einem Gürtel, der über Hüfte und Po geht, ist der Sportler an das Gerät angeschlossen, dass der Trainer reguliert. Jede Muskelgruppe wird von dem Gerät angesteuert und kann durch entsprechende Reize mehr oder weniger stark stimuliert werden. Die Weste und der Gurt werden zu Beginn leicht angefeuchtet, damit der Strom besser zu den Muskelgruppen geleitet wird.

Beim EMS Training im Bodystreet Studio bekommt man als Trainingkleidung ein Shirt und eine kurze Hose gestellt, die stark an Skiunterwäsche erinnern. Socken mit Noppen an den Fußsohlen sorgen für Haltbarkeit auf dem Untergrund. Da Isa das EMS-Training bereits kennt, hat sie sich entschieden mich nur fotografisch zu begleiten und ich wurde alleine unter Strom gesetzt. Für das Training suchten wir uns das Bodystreet Studio in der Pestalozzistraße in München aus.

Bodystreet_Glockenbach

Im Studio stehen zwei Geräte direkt vor dem Fenster, sodass vorbeigehende Personen immer wieder neugierig durch die Scheibe sehen. Bevor es für mich losging, beobachteten wir noch kurz die zwei Sportler, die vor mir dran waren. Da diese ganz schön schwitzten und laut ihrem Gesichtsausdruck litten, bekam ich etwas Angst. Vor dem Training wurde der Blutdruck gemessen. Anschließend wurde ich an das Gerät angeschlossen und an den Strom angestöpselt.

Während des 20 minütigen Trainings folgen Belastung- und Entlastungsphasen im vier Sekunden Takt. Das bedeutet, dass die Muskeln während einer statischen Übung vier Sekunden durch Strom zusätzlich zur Anspannung stimuliert werden und vier Sekunden Ruhe haben. Jede Übung wird durch den Trainer überwacht und mehrmals wiederholt. Nach einigen Wiederholungen zeigte mit der Trainer die neue Übung und drückte zur zusätzlichen Anspannung dagegen an. Vor allem die ersten Wiederholungen mit Strom waren sehr seltsam für mich, da es sich anfühlte als würde ein Ameisenhügel auf der jeweiligen Muskelgruppe sitzen. Während des ganzen Trainings fragte der Trainer immer wieder nach, ob die Stärke des Stroms so in Ordnung sei und stellte es dementsprechend ein.

EMS-Training

EMS

Laut Trainer sei eine Trainingseinheit pro Woche schon ausreichend, da der Körper mehrere Tage zur Regeneration benötigt. Und tatsächlich habe ich schon ein paar Stunden danach einen leichten Muskelkater verspürt. Einen Tag später merke ich es auch noch leicht. Das EMS-Training ist vor allem für Ausdauersportler empfehlenswert, da die oftmals schwache Rückenmuskulatur vom Training profitiert.

Ich empfand das EMS-Training als interessante neue Erfahrung. Da ich generell ein Fan von kurzen, intensiven Workouts bin, würde das gut in mein Trainingskonzept passen. Anders als bei Workouts mit fließenden Bewegungen, die ich öfters mache, war für mich das Halten der Anspannung bei den statischen Übungen schwerer umsetzbar. Daran, dass man die Muskeln wirklich nur vier Sekunden lang maximal anspannt, müsste ich mich mehr gewöhnen. Dies wird aber wahrscheinlich von Mal zu Mal besser.

Allerdings stimuliere ich lieber selbst durch knackige Übungen meine Muskulatur und werde wohl weiterhin lieber mich von Isa mit HIT-Workouts quälen lassen. Trotzdem ist das EMS-Training sicherlich für viele Ausdauersportler, die beispielsweise berufsbedingt wenig Zeit haben, von Vorteil. In den 20 Minuten wird der ganze Körper trainiert. Bestimmte Körperbereiche, wie der Rücken, können durch mehr Strom stärker belastet werden, was laut Angaben der Anbieter schon wenigen Trainings die Körperhaltung verbessert. Ein Kraftzuwachs wird scheinbar bereits nach vier bis sechs Wochen sichtbar.

EMS


Ein Gedanke zu “UNTER STROM GESETZT – EMS TRAINING AUF DEM PRÜFSTAND

  1. Vielen Dank für euren ausführlichen Test und eure Erfahrungen. Ich überlege schon länger mir auch ein EMS-Gerät als Ergänzung zu meinem Training anzuschaffen, euer Bericht bestärkt mich nun in diesem Vorhaben.

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