UNSER RÜCKBLICK ZUM WINGS FOR LIFE WORLD RUN 2017

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Gerolsteiner.

10 Grad und leichter Nieselregen, ich sitze im Auto in Richtung Olympiapark und freue mich wie ein Schnitzel. Denn nachdem mir letztes Jahr die Hitze einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ist es dieses Jahr perfekt. Fünf Wochen ist der Berliner Halbmarathon nun her und seitdem habe ich keinen langen oder besonders schnellen Lauf mehr gemacht. Also mal gucken, was geht und bloß nicht stressen lassen. Während Isa nach Plan trainiert hat, ließ ich den Wings for Life World Run ganz locker angehen. Das funktioniert bei mir am besten.

Der Start des Wings for Life World Runs ist in München um 13 Uhr. Super entspannt bei so einem Wetter und super gut für mich Langschläferin. So konnte ich entspannt ausschlafen und um 9:30 Uhr frühstücken. Für mich ist es (neben den Nutellabroten) außerdem total wichtig vor einem Wettkampf viel zu trinken.

Denn jeder von uns Läufern weiß, dass wir beim Laufen und gerade bei anstrengenden Wettkämpfen super viel Flüssigkeit und auch Mineralstoffe verlieren. 20 mg Magnesium werden beim Laufen dem Körper pro Stunde entzogen. Gerolsteiner, die Partner des Wings for Life World Runs waren und von denen ihr auch eine Flasche im Starterbeutel hattet, schafft mit seinem Mineralwasser Abhilfe: Denn schon ein Liter enthält 108 mg Magnesium. Und da Magnesium einer der Mineralstoffe ist, der nicht selbst vom Körper gebildet werden kann, muss er über die Nahrung aufgenommen werden. Ich achte vor Wettkämpfen darauf, dass ich daheim mindestens 0,5 Liter sprudeliges Wasser zu trinken und nuckel dann bis eine halbe Stunde vor dem Start noch an meinem Mineralwasser. So gehe ich sicher, dass mein Körper schon vor dem Startschuss ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist.

Besonders glücklich und stolz machen uns die 399 anderen Duracellwiesel, mit denen wir zusammen für den guten Zweck laufen. Als wir uns um 11 Uhr beim Theatron im Olympiapark getroffen haben, waren schon ganz viele aus unserem Team da und machten Stimmung. Leider fing es stärker an zu regnen, aber die gute Laune hielt trotzdem an. Nachdem ich mich nach dem Teamfoto in Richtung Kleiderabgabe und Toilette verabschiedet hatte, ging es zügig zum Start. Trotz Regen war ich dieses Jahr um 12:40 Uhr in meinem Startblock, um mir eine gute Position in Block 2 zu sichern. Denn bei 10.000 Teilnehmern 2017 wurde es sicherlich noch enger im Olympiapark, dachte ich mir. Nach dem Startschuss ging es zwei eher gemütliche Kilometer los und vorbei an Mira, die brav Fotos schoss. Diesmal grinste ich auch brav in die Kamera und quasselte nicht drauf los. Nach knappen drei Kilometern zogen die Läufer um mich herum das Tempo an und ich mit. Die ersten beiden Getränkestellen lies ich aus, um Zeit zu sparen und pendelte mich in meinem Berlin Halbmarathon Tempo ein. Nachdem wir den Olympiapark hinter uns gelassen hatten, liefen wir auf matschige Schotterhügel hoch. Der Regen wurde leider zwischendrin stärker und der Lauf über die Wege fühlte sich an wie beim Tough Mudder. Alle waren zu dem Zeitpunkt pitschnass und wünschten sich wohl eine kleine Regenpause. Die kam zwar erstmal nicht, dafür ging es wieder zurück auf den Asphalt.

Ab Kilometer 10 passierte was total Verrücktes: eine Herde an Schafen, Ziegen und sogar Eseln lief neben der ganzen Lauftruppe nebenher. Fünf Kilometer lang mähte es neben uns, was das Zeug hält. Die meiste Zeit liefen die Schafe einfach neben uns her, aber zwischendrin sprinteten sie auch mal zwischen die Läufer durch. Mich hat eine ziemlich große Ziege überholt und am Bein gestreift. Das kann auch mal mit Stürzen für die Läufer enden und die armen Tiere waren wohl auch sehr verstört. Bei Kilometern 15 etwa konnten die Tiere auf eine Wiese “gerettet” werden und es ging ungestört weiter.

Leider hatte ich seit Kilometer 10 Magenschmerzen und fragte mich die ganze Zeit, wie lange das wohl noch gut geht. Aber ich lief konstant das Tempo, was auf die Halbmarathonmarke abzielte und auch der Pacemaker neben mir versicherte, dass die Zeit total passt. Eigentlich hatte ich mir selbst als Ziel die 20 Kilometermarke gesetzt. Nach meinen 18 vor zwei Jahren und den 15 im letzten Jahr, musste nun einfach die 2 davor stehen. Außerdem hat mir jeder von der tollen Blaskapelle bei der Halbmarathonmarke erzählt, die ich jetzt natürlich unbedingt erreichen wollte. Gesagt getan: als die Menschen hinter mir lauter wurden und sich das Catcher Car langsam ankündigte, legte ich nochmal einen Schlusssprint durch die Halbmarathonmarke hin. Weil das Auto danach immer noch nicht da war, lief ich entspannte 500 Meter auf und wurde anschließend überholt. Ich konnte sogar mein Handy rausfischen und ein Selfie mit dem Catcher Car machen. Als krönenden Abschluss habe ich noch Lisa, Jan, Christina, Johanna und ihren Freund getroffen, mit denen ich zusammen Richtung Olympiapark zurück kutschiert wurde. Wir waren alle total durchgefroren und ich habe mich noch nie so sehr auf eine heiße Badewanne daheim gefreut. Nächstes Jahr gerne wieder das gleiche Wetter, nur ohne Starkregen, danke lieber Wettergott :-).

8. Mai 2016, 19:36 Uhr: Ich kam gerade vom Wings for Life World Run zurück nach Hause, lag auf dem Sofa und meldete mich direkt für den Lauf 2017 an. Kurz danach begannen auch schon die Planungen für ein großes Team, das wir gemeinsam mit unseren Freunden von runskills auf die Beine stellen wollten. Fast exakt zwölf Monate planten wir und nun war der große Tag endlich gekommen. Showtime für die “Duracell-Wiesel”.

Ich muss ehrlich sagen: Ich war tierisch aufgeregt und hatte richtig Gänsehaut, als ich am Renntag zum Olympiapark fuhr. So viele Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Kommen alle oder lassen sie sich vom Regen abhalten? Reden die Leute mit uns oder halten sie sich zurück? Wie wird ihnen der Lauf gefallen? Was denken die Ortsfremden wohl von München, wenn sie merken, dass die Strecke hauptsächlich durchs Hinterland geht? (Von einigen haben wir übrigens mittlerweile sehr viel (gutes) Feedback bekommen, zumindest, was die Organisation des Teams betrifft.)

Nachdem wir ein richtig cooles Gruppenfoto geschossen hatten, löste sich die Gruppe auch größtenteils auf. Die einen suchten sich ein warmes, trockenes Plätzchen, Laura und ich mussten noch ein paar Fotos machen. Und dann ging´s auch schon bald los. Schnell noch die Klamotten abgeben – wobei “schnell” hier leider eine Untertreibung ist: Um zur Kleiderabgabe zu gelangen, musste man sich durch ein ziemliches Nadelöhr aus Läufern, die an der Toilette anstanden (man kennt es!) kämpfen. Da war der Standort sehr ungeschickt gewählt!

Und dann ab zum Startblock, wo Susi und unser “Pacemaker-Team” bereits auf mich wartete. Die Zeit bis zum Start vertrieben wir uns mit unrealistischen Zielvorstellungen (also zumindest für mich unrealistisch) und dann, ganz plötzlich und aus dem Hinterhalt, gab es einen wahnsinnig lauten Knall und es ging los. Auweia, 25km in 5:04min/km, niemals würde ich das schaffen! Verrückterweise lief es sich aber sehr entspannt los und wir hatten uns schnell eingepegelt. Die ersten Kilometer flogen förmlich vorbei und Susi und ich mussten uns immer wieder ermahnen, nicht so viel zu schnattern. Ach, so ein GA1-Lauf wäre auch schön gewesen… Die Jungs hatten wir dann nach und nach verloren, dafür hatten wir bald die von Laura erwähnte Schafherde als Begleitung neben uns. Was zu Beginn noch witzig ware (so süße Lämmchen), machte mir dann doch sehr schnell Angst, als die Herde immer verwirrter und verängstigter wurde und vogelwild durch die Läufer rannte. Zum Glück konnten die Tiere dann endlich auf einer Wiese zusammengetrieben werden.

Das war übrigens auch der Punkt, wo ich “meine Herde” endgültig ziehen lassen musste: Bei Kilometer 15 ungefähr rief ich Susi zu, sie solle ruhig alleine weiterlaufen. Bei mir machte sich nach und nach die fehlende Kondition (in der Vorbereitung hatte ich einfach zu wenige lange Läufe) bemerkbar, außerdem tat mein linkes Schienbein weh. Also nahm ich Tempo raus und korrigierte mein Ziel auf 22 Kilometer (die hatte ich vor zwei Jahren geschafft). Die Halbmarathonmarke passierte ich dann mit einem ordentlichen Puffer, 22 Kilometer waren definitiv machbar. Kaum hatte ich dieses Schild dann erreicht, kamen auch schon die Radfahrer von hinten, die das Catcher Car ankündigten. Da das Auto noch einige Meter entfernt war, wollte ich dieses Jahr endlich den Moment des Einfangens filmen. Alos Handy rausgefummelt und im Weiterrennen ein bisschen gesnappt. Währenddessen immer wieder der Blick nach hinten – das Auto kam irgendwie gar nicht näher?! Also habe ich noch einmal Gas gegeben, bis ich die 23 Kilometer geknackt hatte. Und dann kam endlich das Auto! Ich war richtig dankbar, viel weiter wäre ich sowieso nicht mehr gekommen. Auch wenn ich mein ursprüngliches Ziel, die 25 Kilometer, nicht geschafft hatte, war ich mega happy. Das war die längste Distanz, die ich seit gut einem Jahr gelaufen war.

Foto 07.05.17, 15 04 53 (2)

Für das obligatorische Foto musste ich dann natürlich noch einmal zurücklaufen und traf dort eine Freundin. Nach einer kurzen Fotosession (hochkant, quer und natürlich im Quadrat, man braucht ja immer ein bisschen Auswahl) liefen wir dann gemeinsam zum Bus-Shuttle und dann ging es zurück zum Olympiapark. Susi und die Jungs, mit denen wir gestartet waren, kamen auch bald und dann hieß es warten: Dennis machte dem Namen “Duracell-Wiesel” alle Ehre und lief und lief und lief. Erst nach über 57 Kilometern ließ er sich einfangen, was gleichzeitig eine ziemlich lange Rückfahrt bedeutete. Also standen wir da in der Kälte, damit er wenigstens von ein paar Leuten einen gebührenden Empfang bekam. An dieser Stelle frage ich mich übrigens, weshalb der Veranstalter kein Zelt aufgebaut hatte, damit bei dem Mistwetter mehr Leute im Olympiapark hätten bleiben können und wollen. Die ganzen Sponsoren hätten ihre Stände auch im Stadion aufbauen können.

Für mich war es wieder ein toller Lauf, dennoch werde ich nicht wieder in München starten: Die Strecke ist zu eng für die vielen tausend Starter und außerdem bin ich jetzt dreimal durch die Pampa gerannt. Zusätzlich kriegt München es einfach nicht gebacken, Medaillen für die Teilnehmer zu organisieren – wer mich kennt, weiß, dass ich darauf extrem abfahre. Da es an anderen Startorten welche gibt, verstehe ich das einfach nicht! Darüber können wir aber gerne demnächst mal wieder auf Instagram diskutieren.

Vielen Dank an dieser Stelle an unsere Partner Gerolsteiner und Puma, die uns immer unterstützt und die Challenges für unser Team möglich gemacht haben.

Wie fandest du denn den Wings for Life World Run? Und an die Starter im Ausland: Könnt ihr Breda, Wien, Posen etc empfehlen? Und welche Duracell-Wiesel-Aktionen wünscht du dir für die Zukunft?


9 Gedanken zu “UNSER RÜCKBLICK ZUM WINGS FOR LIFE WORLD RUN 2017

  1. Danke für den tollen Blog Eintrag. Ich hab beim Lesen gerade voll das dejà vu 😉An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für euren Einsatz und die ganze Organisation für die Duracell Wiesel! 😘Auch wenn es am Ende doch zu kalt und zu Nass war, ihr habt das großartig gemacht, bestes Gruppenfoto ever!!ich bin gerne wieder dabei, falls ihr eine Wieselaktion plant, aber auch ich überlege, ob ich mir den engen Olympia Park nochmal antue. ( hab mich Gott sei dank in Startblock zwei schummeln können)und ich will auch eine Medaille haben😂

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  2. Ich bin das erste mal den Wings for Life gelaufen und fand es echt schön. Leider konnte ich mein Ziel nicht erreichen, da der Start und die Engstellen im Olympiapark einfach zu viel Zeit gekostet haben. Aber nun gut. Ist abgehakt.

    Schade fand ich auch, dass aufgrund des Wetters kaum Leute (ich auch nicht) geblieben sind. Aber mir war einfach kalt, ich hatte zwar Wechsel-Klamotten, aber keine trockenen Schuhe. Also ab nach Hause in die Badewanne. Bei einem schöneren Tag wäre ich sicherlich noch geblieben. Oder mit einem trockenen Platz, wo man das Rennen weiter anschauen hätte können.

    Trotzdem hat es Spaß gemacht, gerade bei euch im Team! ❤

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    1. Ja, in dem Fall wäre ein Zelt echt cool gewesen. Letztes Jahr saßen wir noch ewig mit einem Teil des Teams im Olympiapark rum und haben auf Dennis und Flo(w) gewartet. Dieses JAhr waren wir zu viert, glaube ich… Aber verständlich, dass alle nach Hause sind.

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