LAUFEN IM URLAUB | KUBA

Wie heißt es so schön? Laufen ist der einfachste Sport der Welt. Man kann immer und überall loslaufen Schuhe an und ab geht´s! Genau aus diesem Grund hab ich auch im Urlaub immer meine Laufsachen dabei. Außer im Skiurlaub – da schaff´ ich es immer kaum, nach dem Skitag noch bis zum Abendessen wach zu bleiben. Aber sonst – immer! Natürlich hatte ich die Laufsachen auch für den Trip nach Kuba im Gepäck. Zum einen, um die Gegend zu erkunden, zum anderen, um einen Blogpost darüber zu schreiben und euch vielleicht ein paar Routen zu zeigen, die man gut laufen könnte. So ähnlich wie Lauras Post (sie war im vergangenen Jahr in den USA und ist dort viel gelaufen) sollte es werden.

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Aber erstens kommt es anders. Und zweitens als man denkt. Kuba war dann doch ein wenig ZU speziell, um meinen Plan auszuführen, doch dazu komme ich später. Zunächst möchte ich dir stattdessen einige allgemeine Tipps zum Laufen im Urlaub geben:

Du hast einen Trainingsplan?

LASS! IHN! DAHEIM! Falls du einen individuell auf dich abgestimmten Plan hast, lass dir für den Urlaub eine entsprechende Pause reinschreiben. Glaub mir, das ist das Beste, was du tun kannst. Warum?

Oft ist das Klima am Urlaubsort für uns Mitteleuropäer ungewohnt. Wer zu Hause schon bei Temperaturen ab 15 Grad rumjammert, wird bei 30 Grad wohl nicht gerade wie ein junges Reh umherspringen. Und NOCH früher aufstehen als zu den heimischen Earlybirds? Ich bitte dich!

Du weißt nicht, welche Strecken und Distanzen überhaupt möglich sind. Longrun durch die Häuserschluchten einer Großstadt oder am Strandabschnitt vor deinem Hotel? Halleluja, das kann anstrengend werden.

Es ist Urlaub. Der ist dazu da, um sich auszuruhen. Das klappt besser, wenn man sich vorher nicht allzu viel vornimmt.

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Hast du einen Trinkrucksack?

Nimm ihn mit! Wer weiß, wie lange du unterwegs bist und bei großer Hitze kann so ein Rucksack geradezu „lebensrettend“ sein. Außerdem kannst du dein Handy, Kamera, Taschentücher, Schlüssel, ggf einen Stadtplan usw. einpacken und hast die Hände frei. Wir hatten meinen Rucksack dabei und ihn auch für eine Radtour und für unsere Spaziergänge in Kuba genutzt.

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Pack´ein Stirnband oder Schlauchtuch ein!

Wir hatten keins (korrigiere: ICH hatte keins, meine Schwester hat mir gerade erzählt, dass sie eins dabei hatte) und da der Schweiß von den ersten Metern an geradezu in Strömen lief, tropfte er auch bald direkt in die Augen. Nervt! Ein Stirnband schützt euch davor.

Nimm nicht die allerneuesten Schuhe mit!

Gut, hat nicht jeder so eine Macke wie ich. Ich bin ja äußerst empfindlich, wenn meine Schuhe schmutzig werden. Ursprünglich wollte ich sogar meine neuesten Schuhe einpacken, hab mich aber glücklicherweise umentschieden. Denn die Schuhe haben zuerst beim Wandern durch eine Höhle (lehmiger Boden) und dann beim ersten Strandlauf so richtig gelitten. Nach dem Lauf waren sie nicht nur so richtig nass, sondern auch randvoll mit Sand, haha.

Pack´Reisewaschmittel ein!

Nichts (wirklich NICHTS!) hätten wir ein zweites Mal anziehen können. Außerdem wurde mir ja im Vorfeld geraten, nicht zu viele Klamotten einzupacken. Deshalb war ich eh gezwungen, meine Sportkleidung immer wieder im Waschbecken zu spülen.

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Wenn du am Strand laufen kannst: Mach´s barfuß!

Klar, das ist deutlich anstrengender und vermutlich kommst du nicht so weit wie gewöhnlich. Dafür stärkst du aber deine Fußmuskulatur sowie deine Sprunggelenke und auch die Beinmuskulatur wird dadurch gekräftigt. Denn durch den weichen und auch unebenen Untergrund muss der Körper viel Ausgleichsarbeit leisten. Kleinere Muskelfasern müssen die großen Muskeln unterstützen, was die Systeme zum einen Stärkt und zum anderen – Holá Bikinifigur – den Kalorienverbrauch erhöht. Gleichzeitig neigt man im Sand dazu, eher auf dem Ballen als auf der Ferse aufzukommen und kann so einen natürlichen Laufstil schulen (Fersenlaufen bremst dich in der Bewegung ab, Energie geht verloren). Wichtig: Intensitäten und Umfänge langsam steigern, um so Muskeln und Sehnen nicht zu ÜBERlasten. Laufe zunächst lieber an der Wasserlinie, wo der Sand noch etwas härter ist, bevor du dich durch den ganz weichen Sand wühlst. (Da muss man dann auch schön die Füße heben, das machen wir Asphaltläufer ja auch oft eher ungern und schlurfen stattdessen so über den Boden.)

Für deinen nächste  Strandurlaub schlage ich dir Folgendes vor:

Lauf dich zunächst zehn Minuten ein, entweder mit Schuhen oder direkt barfuß. Das ist ganz dir überlassen. Und danach kümmerst du dich endlich mal (wieder) um das Thema Lauf-ABC. Diese Übungen empfehle ich dir (hier kannst du einige davon im Video anschauen):

  • Fußgelenksarbeit (Abdruck aus dem Fuß- und Sprunggelenk, trainiert Waden -und Schienbeinmuskulatur)
  • auf Zehenspitzen gehen (trainiert die Wadenmuskulatur)
  • auf den Fersen gehen (kräftigt die Schienbeinmuskulatur)
  • Skippings
  • Einbeinsprünge rechts / links
  • Sprunglauf

Da das Laufen im Sand an sich schon sehr anstrengend ist und du wahrscheinlich nicht allzu viele Kilometer schaffst, ist das doch die beste Gelegenheit für eine knackige Einheit. Das dauert nicht lang (man will ja schließlich irgendwann mal das Büffet und die Strandliege stürmen) und ist außerdem effektiv. Ich empfehle dir hierzu eine sogenannte Tabata-Einheit. Das dauert nämlich nur vier Minuten und ist definitiv zum Barfußlaufen geeignet. Und wenn du nach der ersten Runde merkst, es war zu lasch, hängst du einfach eine zweite Runde an. Auf deiner Uhr oder einer Intervall-App stellst du Folgendes ein: 20 Sekunden Belastung, 10 Sekunden Erholung, davon insgesamt acht Wiederholungen. Und dann geht´s los. 20 Sekunden Vollgas, danach lockeres Traben. Die zweite Runde Vollgas tut dann wahrscheinlich schon etwas mehr weh und die Trabpause kommt dir dafür unglaublich kurz vor. Aber in nur vier Minuten hast du´s geschafft. Danach läufst du dich noch fünf bis zehn Minuten locker aus und für den Rest des Tages kannst du gemütlich chillen. Am nächsten Tag kümmerst du dich dann mal um deine Rumpf- und Beinmuskulatur, ein paar Anregungen findest du in diesem Artikel.

Und wie läuft es sich nun speziell auf Kuba?

Eins vorweg: Unser Urlaub war nicht so lauf-geeignet, wie ich im Vorfeld gedacht hatte. Das lag zum einen daran, dass wir in der ersten Woche alle zwei Tage zum nächsten Ort gereist sind und somit entsprechend Zeit „verdaddelt“ haben. Zum anderen haben uns Klima und Luftverschmutzung, aber auch die örtlichen Gegebenheiten sowie unser eigener Schweinehund einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher nehme ich dich jetzt anders als geplant mit auf unsere Reise durch Kuba:

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Havanna:

Laufen in Havanna. Kann man machen. Muss man aber nicht. Ich hatte es ja schon auf Instagram angedeutet: Havanna ist großartig, aber nicht unbedingt eine Stadt für Läufer. Wobei es schon viele Läufer gab. Aber die haben sich sicherlich schon längst akklimatisiert. Oder sind härter im Nehmen.

Ganz motiviert sind wir in den Sonnenaufgang gelaufen. Und waren nach wenigen Minuten schweißgebadet. Die Wärme, die Luftfeuchtigkeit und dann noch die Abgase, die einem die Luft zum Atmen nehmen – schön ist anders. Nach drei Kilometern haben wir den Lauf abgebrochen und nur noch Fotos gemacht.

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Ich empfehle an dieser Stelle, Havanna spazierend zu erkunden oder eine Stadtrundfahrt mit einem der vielen bunten Oldtimer zu machen. Und trinkt lieber einen Daiquiri mehr, haha.

Viñales:

Für Viñales hatte meine Schwester eine Laufrunde zur Felsmalerei Mural de la Prehistoria geplant. Wäre auch machbar gewesen, hin und zurück waren es von unserer Unterkunft jeweils fünf Kilometer und die Luft in diesem Tal war tausendmal besser als in Havanna. Haken an der Sache: Es gab nur einen Weg dorthin und zwar über eine stark befahrene Straße. Das dämpfte die Begeisterung auf ein Läufchen merklich. Glücklicherweise stellten uns unsere Gastgeber Mountainbikes zur Verfügung und wir machten stattdessen eine Radtour. Erst zur Felsmalerei und dann noch zur Gran Caverna de Santo Tomas. Das ist ein riesiges Höhlensystem, dass teilweise für Touristen geöffnet ist.

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ACHTUNG: Nimm dir unbedingt genug zu trinken mit! Wir sind auf dem Weg (trotz Trinkrucksack) vom Gemälde zur Höhle fast verdurstet. Die Sonne brannte, die Strecke zur Höhle war hügelig und es war ein großer Fehler, einen Limonadenstand am Wegesrand zu ignorieren. Nach diesem gab´s nämlich nix mehr. Und auch an der Höhle war es schwer, etwas Trinkbares aufzutreiben – Bier rettete tatsächlich unser Leben! (Nach der Tour durch die Höhle konnten wir dann bei der Kartenverkäuferin auch Wasser kaufen, was diese Gott weiß wo aufgetrieben hatte…)

In Viñales selbst kann man grundsätzlich auch laufen. Der Ort ist allerdings recht klein und man rennt entweder an der Hauptstraße entlang oder durch die vielen kleinen Seitenstraßen. Uns hat die Radtour gereicht und da wir am nächsten Tag beizeiten weiterfuhren, hielt sich die Lust, noch laufen zu gehen, in Grenzen.

Cienfuegos:

Joa. In Cienfuegos hätten wir laufen können. Zum Beispiel über den sogenannten Prado zum Yachthafen und zurück. Stattdessen fuhren wir zur Laguna Guanaroca (dort gab es FLAMINGOS!!!) und in die Berge zu El Nicho. Da wir zuvor noch nie in einem Wasserfall gebadet hatten, war das natürlich ein Highlight.

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Trinidad:

Laufen in Trinidad. Also, den Gedanken daran hatten wir direkt verworfen, kaum, dass wir angekommen waren. Die Stadt ist zum  einen sehr hügelig und zum anderen hat da mal irgendjemand einen sehr großen Sack sehr unterschiedlicher Steine ausgekippt und diese eher unmotiviert verteilt. Da fühlt sich „unser“ Kopfsteinpflaster dagegen an wie Asphalt.

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Während unseres Aufenthalts in Trinidad waren wir aber nicht ganz faul: Immerhin haben wir einen Kirchturm bestiegen. Und die Aussicht von dort war wirklich wunderbar. Abends saßen wir wie viele andere an der Treppe am Plaza Mayor und lauschten der Musik. Nachdem wir uns sehr günstig mit Spagetti, Lobster, Garnelen und Schokoladenkuchen vollgestopft (Unbedingt besuchen: Das Restaurant Los Conspiradores) und das beste Gewitter aller Zeiten beobachtet hatten.

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Außerdem fuhren wir für einen Tag an den Playa Ancon, um wenigstens einmal im Karibischen Meer zu baden. Unter all den Einheimischen dort waren wir zwei Blondinen (natürlich!) mal wieder eine Sensation. Keine Ahnung, was sie uns alles erzählten, aber zumindest klang es sehr freundlich.

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Varadero:

Letzter Stopp unserer Reise war Varadero. Beziehungsweise eine riesige Fünf-Sterne-Hotelanlage außerhalb Varaderos, die wir bis zur Abreise nicht mehr verlassen haben. Gab auch keinen Grund, dort hatten wir alles, was wir brauchten: Essen, Daiquiris und Piña Colada, ein Fitnessstudio und den Strand. Dort gingen wir ein paarmal laufen. Zuerst mit Schuhen. Absolute Katastrophe: Nach wenigen Metern waren die klitschnass und randvoll mit Sand. Danach sind wir dann barfuß gelaufen und haben das oben beschriebene Programm durchgezogen.

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Den Großteil der zweiten Woche haben wir aber äußerst faul verbracht. War ja schließlich Urlaub. Die einzige Action (neben dem Sturm aufs Büffet): Einmal sind wir mit einem Katamaran zum Schnorcheln gefahren, Das war toll.

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Wenn ich mir die Bilder so anschaue, bekomme ich direkt wieder Fernweh. Ich hoffe, dir hat der kleine virtuelle Trip nach Kuba gefallen. Das Lauf-Programm kannst du übrigens auch zu Hause durchführen, du musst nicht extra in den Urlaub fahren.

 


4 Gedanken zu “LAUFEN IM URLAUB | KUBA

  1. Danke für die farbenfrohen Fotos und den Bericht. Ich musste schmunzeln bei „pack ein Stirnband oder Schlauchtuch ein“. In Hong Kong (dort bin ich ja mind. 1x im Jahr) laufen ganz viele mit einem kleinen Handtuch in der Hand, denn da läuft dir die Soße schon nach wenigen Metern in Bächen runter und da hab ich auch bei nur 7km Wasser dabei. Wenn es in der Früh um 8 Uhr schon 24 Grad hat und die Luftfeuchte irgendwo im 80% Bereich liegt bleibt einem nichts anderes übrig. Oh, und ohne Reisewaschmittel fahre ich nicht mal 3 Tage weg. 😉 Ist der nächste Trip schon in Planung?

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  2. Was für ein wunderbarer Bericht, der direkt Lust auf Kuba macht 🙂 Ich vergesse das Handwaschmittel fast jedes Mal in den Ferien und muss dann hektisch lokal nach irgend etwas suchen 🙂
    Liebe Grüsse
    Ariana

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