LANGLAUF STATT LONGRUN

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Biohotel Leutascherhof (Bloggerreise).

Bevor unsere Marathonvorbereitung uns alles abverlangt (lange, sehr lange Läufe am Wochenende und viele Intervalleinheiten) ist noch kurz Zeit, etwas Neues auszuprobieren: Langlaufen im Skilanglaufparadies in der Olympiaregion Seefeld in Tirol. Wir sind der Einladung vom Biohotel Leutascherhof gefolgt und haben uns sofort pudelwohl gefühlt. Das Hotel ist sehr familiär und gemütlich. Drumherum gibt es in der Region Seefeld 256 Loipenkilometer.

Wir hatten mit unserem Langlauf-Trip unglaubliches Glück, da das Wetter bombenmäßig war: Sonnenschein und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dies ist ideal zum Skilanglaufen, da die Loipen schön hart bleiben und der Schnee trotzdem griffig genug ist. Außerdem ist Skilanglauf das perfekte Alternativtraining für uns Läufer. Es stärkt nicht nur die Beine, sondern auch die Arme (wir konnten am Montag kaum die Arme heben), sowie Rumpf und Rücken. Und auch wenn es so aussieht, als sei es ein Sport für alte Leute (Ha, ihr habt ja keine Ahnung!), ist Langlauf durchaus auch anstrengend für das gesamte Herz-Kreislaufsystem; auch bei so jungen Hüpfern wie uns. Zusätzlich schont es (im Gegensatz zu unserem geliebten Laufsport) auch noch die Gelenke und du kannst (bitte nicht darauf festnageln!) pro Stunde bis zu 1.000 kcal verbrennen. Ganz einfach aus dem Grund, dass hierbei deutlich mehr Muskelgruppen als beim Laufen beteiligt sind.

Bevor wir uns allerdings Gedanken über Kalorienverbrennung machen konnten, wollten wir erstmal die richtige Skating-Technik lernen. Zum Glück waren wir bei Trainerin Silvia bestens aufgehoben, die uns am Samstagvormittag in zwei Stunden die Grundlagen näherbrachte. Während Isa immerhin die dünnen Skier durch die klassische Technik gewohnt war, stand Laura noch nie auf Langlaufskiern. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten („Hilfe, wie kann ich den Schuh lockerer machen?“ „Wie verbinde ich den Schuh mit dem Ski?“ haha…) ging es direkt los. Zunächst trainierten wir ohne Stöcke und nur auf den Skiern, um ein Gefühl für die Bretter und die wichtigsten Bewegungsabläufe zu bekommen. Für euch haben wir hier DIE Checkliste  unser Trainerin zusammengefasst, an die man sich bei den Skating-Bewegungen halten sollte:

  • Tief/Hoch: Auf diesem Prinzip basiert die erste Grundlage. Wir gehen tief (in die Knie), wenn wir beispielsweise den rechten Ski nach außen in den Untergrund drücken (=Abdruckfuß) und wieder hoch wenn wir uns mit dem Bein abstoßen. Das linke Bein (=Gleitfuß) bleibt dabei geknickt und wird in der Abstoßbewegung nach oben leicht gestreckt. Wenn du während dieser Bewegung von oben auf deine Skier blicken würdest, bilden diese eine V-Form. Der Oberkörper sollte sich stets über dem Gleitfuß befinden und der Blick ist nach vorne gerichtet.
  • Laut: Vor allem für Anfänger ist diese Regel nützlich. Bleiben wir wieder beim rechten Bein, das wir nach außen bringen in die Abdrück-Bewegung vom Schnee. Dabei sollten wir darauf achten das Bein und den dazu gehörigen Ski mit viel Druck und somit zunächst laut auf den Schnee zu bringen. Das garantiert einen festen Abdruck und wir rutschen weniger bis idealerweise gar nicht mit dem rechten Ski auf dem Untergrund ab.
  • Grundsätzlich sollte bei der Auf- und Abwärtsbewegung ständig unser Hintern und Rumpf angespannt bleiben (ha, unsere geliebte und vor allem ausgeprägte Rumpf-Stabilität hilft hier). Zusätzlich garantiert ein ganz leicht nach vorne gebeugter Oberkörper, dass man sicherer auf den Skiern steht. Laura ist einige Male durch hektische Rückwärtsbewegungen auf dem Po gelandet.

Bei diesen Bewegungsabläufen blieb während der ersten Trainerstunde immer ein Ski in der Loipe, sodass wir uns voll und ganz auf den Abdruck des Außenskis und unsere Körperbewegungen konzentrierten. Nachdem wir ein paar Runden einigermaßen sicher gemeistert hatten, gab uns Silvia als Belohnung ein Schokobon. Für so eine nette Überraschung sind wir immer zu haben.

Danach nahmen wir die Stöcke dazu und merkten gleich, dass dies zusätzliche Stabilität gibt und daher einfacher funktioniert. Trotzdem mussten wir weiterhin darauf achten, nicht zu viele Skating-Schritte zu machen. Denn „erst beim Gleiten fängt der Wellness-Urlaub so richtig an“, sagte unsere Trainerin. Je länger man auf den Skiern gleitet, desto weniger Schritte macht man und umso weniger anstrengend wird es und umso schneller geht es voran. Dabei ist die Zusammenführung der Beine wichtig, denn je sauberer diese funktioniert, umso besser funktioniert die Gleitphase. Trotz Stockeinsatz soll außerdem die Kraft weiterhin aus den Beinen kommen.

Nach zwei Trainerstunden war die anfängliche Kraft schon etwas verpufft und wir kehrten für eine kurze Mittagspause in das Hotel zurück. Laura ging zur Stärkung an das Suppenbuffet und Isa entspannte auf dem Zimmer. Danach erkundeten wir auf eigene Faust die Loipen rund um Leutasch. Wir entschieden uns für eine Rundtour, denn am Vormittag waren wir auf einem kleinen Parcours. Von Schritt zu Schritt fiel das Fahren auf den Langlaufskiern leichter und machte uns beiden riesigen Spaß. Nach etwa einer dreiviertel Stunde stellte sich uns dann ein fieser Hügel in den Weg und wir entschlossen uns lieber zur Rückkehr ins Hotel anstatt nach oben mit den Skiern zu kraxeln.

Außerdem mussten wir unbedingt den Saunabereich testen. Dieser zieht sich über die komplette dritte Etage des Hotels und ist sehr gemütlich gehalten. In einem Ruheraum stehen bequeme Liegen mit einem großartigen Bergpanorama. In einem anderen Raum gibt es verschiedene Saunen und einen weiteren Ruheraum mit Snacks und Tee. Wir haben unsere müden Knochen im Dampfbad und in der Infrarot-Sauna entspannt. Vor lauter Erholung haben wir unglücklicherweise das Kuchen-Buffet verpasst. Aus diesem Grund war die Kalorienrückführung in Form des fünfgängigen Abendessens sehr nötig.

Neben exzellentem Essen bietet das Hotel noch einiges anderes. Jeden Tag gibt es verschiedene Kurse, wie Morgengymnastik, Schneeschuhwanderungen und auch Auffrischungskurse für Skilanglauf. Sogar Kurse für das richtige Wachsen der Ski stehen auf dem Plan. Auch Gäste, die nicht zum Langlaufen gehen, werden sich in dem Hotel und der Region also keinesfalls langweilen. Und wer keine Lust auf Bewegung hat, der entspannt einfach den ganzen Tag im Sauna-Bereich oder hält sich beim leckeren Essens-Buffet auf. Super für Leute, wie wir, die sich abends (mit vollem Magen) schon aufs Frühstücksbuffet freuen.

Glücklicherweise konnten wir am Sonntag nochmals morgens voll reinhauen, um gestärkt auf unsere zweite Skating-Tour aufzubrechen. Übrigens ein extremer Vorteil zum sonntäglichen Longrun: 20 oder mehr Kilometer mit Rührei, Speck, Brötchen, Obstsalat, Jogurt und Kuchen im Bauch rennen? Vergiss es! Beim Langlaufen aber überhaupt kein Problem, bei den gleitenden Bewegungen wird der Mageninhalt allerhöchstens sanft geschaukelt, da solltest du keine Probleme bekommen. Wieder hatten wir mega Glück mit dem Wetter und es war einfach herrlich: Auf dem Hinweg der Tour waren wir komplett alleine, nur umringt vom Bergpanorama. An diesem Wochenende war der Kaiser-Maximilian-Lauf (Samstag Klassisch, Sonntag Skating), weshalb wir auf dem Rückweg die schnellen Läufer bestaunen durften und gleichzeitig immer wieder ausgewichen sind. Dies kam uns gerade recht, denn es ging leicht bergauf und vor allem Laura spürte ihre Oberarme und Schultern vom Vortag.

Skilanglauf ist definitiv eine super Alternative für Läufer, die im Winter auch mal etwas anderes machen, aber trotzdem nicht ihre Form verlieren wollen. Wie beim Laufen solltest du auch hier die Umfänge und Intensitäten langsam steigern, damit sich dein Körper an die Belastung gewöhnen kann.

Vielen Dank an das Biohotel Leutascherhof, dass sich nicht nur um den Ausgleich des Kaloriendefizits nach der Anstrengung, sondern auch um die Organisation des Skikurses sowie der Ausrüstung gekümmert hat.

 


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