FAR FAR AWAY: SO MEISTERST DU DEINEN WETTKAMPF IM AUSLAND

Dieser Blogpost entstand in freundlicher Kooperation mit World´s Marathons. Flüge, Startplatz sowie Übernachtung wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt.

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„Hi Isa and Laura! Malin here from World´s Marathons. I am reaching out to hear if you guys might be interested in an opportunity to be influencers for Limassol Marathon in March next year?“

Ob wir interessiert waren? Ehrlich gesagt mussten wir erst einmal googeln, wo Limassol überhaupt liegt. Aha, Zypern. Mit Temperaturen um die 20 Grad im März. Jaaa, wir waren interessiert! Bzw. ICH war interessiert, denn Laura wusste zu dem Zeitpunkt schon, dass sie im März nach Südafrika fliegen würde. Zum Glück wurden auch Susi und Dennis von Runskills (wenn du uns schon länger folgst, weißt du bestimmt, dass wir oft zusammenhängen, aber für die „Newbies“ erkläre ich es gerne noch einmal) eingeladen und so planten wir die Reise gemeinsam. Ursprünglich wollten wir sogar die volle Distanz laufen, aber im Nachhinein bin ich sehr glücklich, dass wir uns alle für den Halbmarathon entschieden haben. Doch dazu später mehr. Mit diesem Blogpost möchte ich dir ein paar Tipps für die Planung eines Wettkampfes im Ausland geben. Einige der Tipps sind aber sicher auch hilfreich für den Lauf bei dir um die Ecke.

Plane deine Anreise sorgfältig!

Wo genau findet der Wettkampf statt? Muss man dorthin fliegen oder kann man mit Auto, Zug oder Bus fahren? Wie lange dauert die Anreise (inklusive Transfer zum Hotel)? Gibt es eine Zeitverschiebung und falls ja, wie viele Stunden und in welche Richtung? Ich empfehle dir, nicht erst am Tag vor dem Wettkampf anzureisen, sondern mindestens einen Tag davor. Bei größerer Zeitverschiebung empfiehlt sich natürlich eine frühere Anreise. Je nachdem, wie sehr du mit dem Thema Jetlag zu kämpfen hast und wie lange die Anreise dauert.

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Je früher du da bist, desto mehr Zeit hast du, um dich a) ans Wetter zu gewöhnen und du startest b) ausgeruht in den Wettkampf. Wir haben am Tag vor dem Wettkampf noch einen kleinen Shakeoutrun gemacht und der tat wirklich gut. Nach dem Flug fühlten sich unsere Beine zuerst an wie Betonklötze, aber danach waren sie deutlich lockerer. Wenn du erst am Vortag anreist, könnte es eng werden mit dem Beine ausschütteln. Sightseeig-Touren zu Fuß verschiebst du am besten auch lieber auf HINTERHER. Sonst könnte es ein Zuviel an „Shakeout“ sein und du bist ziemlich platt am Wettkampftag.

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Wie ist das Klima vor Ort?

Ursprünglich hatten wir ja sogar den Marathon im Blick. Was wir dann zum Glück verworfen hatten. Denn wenn du uns schon länger folgst, weißt du sicher, dass ich mit Wärme so gar nicht gut klar komme. Und dann vier Stunden oder länger durch die Sonne laufen? Lieber nicht! Vor allem, wenn man aus dem Winter kommt und quasi drei Monate kaum Sonne gesehen hat. In den Wochen vor dem Limassol (Halb)Marathon war es bei uns bekanntlich besonders kalt, wir hatten Temperaturen im zweistelligen Minusbereich! Zum Glück wurde es in der Woche vor dem Abflug auch bei uns ein wenig wärmer, der Temperaturunterschied war dennoch ziemlich groß – ich bin in München bei 6 Grad abgeflogen und auf Zypern bei 22 Grad gelandet. Im Vorfeld machte ich mir schon ein wenig Sorgen, wie ich wohl mit dem Wetter klarkommen würde. Dachte aber die ganze Zeit nur an die Sonne. Was hat man aber auch oft am Meer? Richtig: Wind! Und der war in Limassol gar nicht mal so gering, sondern hat uns auf den ersten 10,5 Kilometern ordentlich entgegen geblasen. Der Wind war nicht nur anstrengend, sondern hat mich auch ganz schön ausgetrocknet. Das hatte ich eindeutig unterschätzt.

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Check´die Lage aus!

Wie weit ist dein Hotel (deine Pension / dein AirBnB / deine „Surf-Couch“) vom Start entfernt? Kannst du dorthin laufen oder musst du fahren? Gibt es einen Shuttleservice? Wann und wie oft verkehrt dieser? Wir hatten einen Busshuttle, der alle zehn Minuten verkehrte und verschiedene Hotels anfuhr. Der Transfer war im Startpaket enthalten – die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist bei uns in Deutschland übrigens sehr oft NICHT inklusive! Auf jeden Fall ein Pluspunkt; denn die fünf Kilometer zum Start wollten wir vor dem Wettkampf nun wirklich nicht gehen (wir waren schon am Vortag hin- und zurückgelaufen).

Zusätzlich solltest du prüfen, ob Start und Ziel am selben Ort sind oder nicht. Kannst du Wechselkleidung irgendwo deponieren bzw. wird diese zum Ziel gebracht? Wo findest du die Gepäckabgabe? Wo kannst du deine Startunterlagen abholen? In Limassol war es so, dass unsere Startunterlagen bereits abgeholt und in unser Hotelzimmer gebracht wurden. Das fand ich einen großartigen Service. Auch diejenigen, die ein komplettes Startplatz-plus-Übernachtung-Paket gebucht hatten, bekamen die Unterlagen ins Hotel geliefert. Das nimmt schonmal etwas Stress; wobei ich auch sagen muss, dass der Limassol Marathon eine äußerst entspannte Veranstaltung mit kurzen Wegen ist: Das Start- und Zielgelände ist äußerst überschaubar und alles ist gut ausgeschildert. Auch die LKWs zur Gepäckabgabe waren leicht auffindbar und es gab mehr als genug Dixi-Klos mit – ACHTUNG – Wasserspülung!

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Was du auch noch anschauen solltest – nicht nur im Ausland, sondern auch beim Wettkampf hier in Deutschland und zwar egal, wie klein der ist: Streckenverlauf und Verpflegungsstellen. Die Anzahl der Verpflegungsstellen fand ich richtig gut in Limassol; es gab etwa alle zwei bis drei Kilometer Wasser und zwar nicht nur in kleinen Bechern, sondern ganze 0,5-Liter-Flaschen, die man gut mitnehmen konnte. Ich hab mir dann entweder Wasser in den Mund oder über den Kopf geschüttet, weil mir so warm war (und der Wind hat auch noch seinen Teil beigetragen, dass ich ständig Durst hatte). Es gab auch noch Iso und irgendwann Cola, davon hab ich aber nichts getrunken. Außerdem gab es Bananen. Gels oder Ähnliches habe ich nicht gesehen, aber da nehme ich sowieso immer mein eigenes Zeug mit, was ich schon tausendmal im Training (und auch im Wettkampf) getestet habe.

Was gibt´s zu essen?

Und vor allem: WANN? Start des Limassol Marathons war für den Halbmarathon und den Marathon Sonntagfrüh 7:30 Uhr. Eigentlich geil für uns Frühaufsteher. Aber blöd, wenn das Frühstücksbüffet erst ab 7 Uhr geöffnet ist. Glücklicherweise gab es für uns Läufer schon ab 5 Uhr Frühstück mit den wichtigsten Sachen: Toast, Marmelade, Obst, Cornflakes und Jogurt. Ansonsten gibt´s in Limassol auch unzählige Mini- und Supermärkte mit langen Öffnungszeiten, wo man sich gut mit Brot (mmmmh, Pitabrot!) eindecken kann.

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Am Vorabend gab es eine Pastaparty, die wir jedoch nicht besucht habe. Aus Faulheit. Wir hatten keine Lust, nochmal zum Startbereich zu laufen oder zu fahren und stattdessen haben wir im Hotel gegessen. Grundsätzlich – egal ob daheim oder im Ausland – solltest du essenstechnisch so kurz vorm Wettkampf nichts Neues mehr ausprobieren. Iss am besten kohlenhydratreich (Vorsicht: Reis entwässert!) und eher ballaststoffarm (Verdauungsprobleme braucht jetzt nun wirklich keiner). Ich esse am Tag vor einem Wettkampf immer „so trocken wie möglich“ – meist Nudeln mit Pesto oder auch Pizza. Außerdem wenig Obst und Gemüse, weil ich Angst vor Bauchschmerzen und Durchfall habe. Gesund können wir auch später wieder essen! Je nachdem, wie empfindlich du bist, solltest du auch lieber einen großen Bogen um exotisches Obst, Eiscreme, Leitungswasser und Eiswürfel machen. Wir haben dann nach dem Wettkampf so richtig reingehauen: Mit Softeis, Clubsandwich, Pommes, Cider…

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Was du am Wettkampftag noch beachten solltest

Du bist (einigermaßen) ausgeschlafen und fit, hast gefrühstückt und willst pünktlich los zum Start. Nimm auf jeden Fall Wechselklamotten mit; egal, wie warm es ist. Ich wollte erst nichts mitnehmen, war aber hinterher dann doch froh, dass ich a) mein verschwitztes Shirt ausziehen und mir b) was trockenes anziehen konnte. Da es ziemlich windig war (wie oben bereits erwähnt), hatte ich auch den Pulli nicht unnötig mitgenommen; mir wurde dann nämlich auch kalt. Dass ich danach außerdem die Laufschuhe gegen Flipflops tauschen konnte, war auch eine Wohltat.

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Ganz wichtig nach einem Wettkampf (auch hier ist es wieder egal, wo der ist): Feier dich ordentlich! Mach Fotos! Präsentiere deine Medaille (wir haben sie den ganzen Tag getragen und ich schwöre, wenn ich im November New York laufe, trage ich die Medaille eine ganze Woche; selbstverständlich auch im Büro!) Iss Eis und alles, worauf du sonst so Lust hast. Und, natürlich auch ganz wichtig: Chill´mal! Susi, Dennis und ich lagen danach noch faul am Pool rum. Allerdings haben wir es nicht lange ausgehalten, weil es dann recht bewölkt und – Überraschung! – windig war. Und damit auch kühl. Chillberto wurde also aufs Hotelzimmer verlegt. Ein bisschen Bräune hab ich mir dann am Montag geholt.

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Feedback zum Limassol Marathon

Der Limassol Marathon bietet für jeden etwas: Neben Marathon und Halbmarathon gibt es noch zwei 5-Kilometer-Rennen (ein „City Race“ und ein „Corporate Race“), einen Wettkampf über 10 Kilometer und einen Kinderlauf (der Lauf über 1 Kilometer ist sogar KOSTENLOS!). Hier kann also die ganze Familie starten. Richtig, richtig gut gefallen haben mir die Medaillen (da habe ich ja bekannterweise eine „kleine“ Schwäche). Die waren schön groß und schwer und hatten auch alle ein schönes, breites und hochwertiges Band.

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Das Teilnehmerfeld ist international – ich selbst kannte den Lauf vorher gar nicht (ich kannte ja nicht einmal die Stadt!). Mir fiel beispielsweise mal wieder auf, dass die Dänen scheinbar überall sind.

Das ganze Drumherum (Shuttle, Pastaparty, Kleiderabgabe, Party rund um den Marathon, Startblock, Pacemaker etc.) war auch gut organisiert. Ernüchternd fand ich jedoch die Strecke. Klar, wo soll man auf einer Insel schon groß hinrennen. Aber 10,5 Kilometer stumpf auf der Hauptstraße in eine Richtung rennen, umdrehen und auf der anderen Straßenseite zurücklaufen war schon hartes Training für den Kopf. Und, ich erwähnte es schon, danke des Windes auch anstrengend für den Körper. Zunächst blies der uns ordentlich entgegen. Und auf dem Rückweg richtig fies von der Seite. Ich hab wirklich richtig kämpfen müssen und bin umso glücklicher, eine neue Bestzeit geschafft zu haben. Noch glücklicher war ich, dass wir nicht die volle Distanz gelaufen sind, haha. Das hätte mich mental wirklich total zerlegt.

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Für einen Kurztrip in die Sonne, bei dem am Ende noch eine schicke Medaille rausspringt, kann ich den Limassol Marathon empfehlen. Mit großen Veranstaltungen wie dem Hamburg Marathon oder sogar Berlin kann man ihn jedoch nicht vergleichen. Aber es gibt ja auch Leute, die kleinere Veranstaltungen ohne Gedränge auf der Strecke sehr zu schätzen wissen.

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Bist du schon einmal im Ausland gelaufen? Welche Tipps kannst du anderen geben? Ich freu mich auf deine Kommentare. Und die anderen Leser freuen sich auch.

 


5 Gedanken zu “FAR FAR AWAY: SO MEISTERST DU DEINEN WETTKAMPF IM AUSLAND

  1. coole nummer…
    ich sollte mal meine mails richtig lesen und nicht grundsätzlich sowas als Spam abtun 😉
    aber sowas schickt man halt nur an die guten 😀
    Bisschen wärme könnte ich auch gebrauchen, beim nächsten einsatz nehmt mich mit

    Gefällt 1 Person

  2. Noch ein paar Gedanken von mir zum Thema „Racecation“:
    Anreise: Visabestimmungen prüfen, Geld wechseln, Adapter
    Flug: lieber etwas mehr Geld für einen guten Flug ausgeben, am Rückweg einen Platz am Notausgang buchen.
    Packen: Race outfit unbedingt ins Handgepäck. Eigenverpflegung einpacken, da man manchmal nichts kaufen kann.
    Eigenheiten mancher Länder lennen: Teilweise starke Sicherheitsvorkehrungen in den USA, in Frankreich und Italien braucht man ein Medical Certificate. In Israel fahren am Samstag keine öffentlichen Verkehrsmittel.
    Sighseeing: Touribussi sind nach einem Rennen eigentlich die beste Wahl.

    Gefällt 1 Person

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