MUST SEES IN KAPSTADT UND UMGEBUNG

Zahlreiche Naturspektakel, köstliches Essen und afrikanische Gelassenheit – das alles zeichnet Kapstadt aus. Dieses Mal konnte ich die Stadt zwar nicht laufend erkunden, aber die Mehrheit von euch hat sich auf Instagram einen Kapstadt-Blogartikel der anderen Art gewünscht. Normalerweise nutze ich in jedem Urlaub mehrmals meine Laufschuhe, nicht so in Kapstadt. Ich hatte sie nur ein einziges Mal für eine Wanderung an. Wie ihr sicher mitbekommen habt, streikt mein Rücken derzeit und ich beschloss ihn während des Urlaubs komplett zu schonen. Da ich meinen Startplatz für den Hamburg Marathon sowieso weitergegeben habe, konnte ich mich in Kapstadt und Umgebung voll und ganz auf die anderen tollen Aktiväten, Strände und das gute Essen konzentrieren. Ich verbrachte meinen Urlaub zusammen mit zwei Freundinnen aus Deutschland. Das Praktische war, dass die Eine bereits seit Ende Dezember in Kapstadt war und uns deshalb alles wie ein persönlicher Guide zeigen konnte. Wir verbrachten insgesamt 12 Nächte in Südafrika, neun davon in Kapstadt, zwei in Scaborough, einem kleinen Ort auf der Kap Halbinsel und eine Nacht in Stellenbosch inmitten der Weinberge der Cape Winelands.

Kapstadt von oben

KapstadtKapstadt

 

 

 

 

 

Kapstadt liegt am atlantischen Ozean und ist traumhaft zwischen dem Tafelberg und dem Meer eingebettet. Im Hinterland gibt es zahlreiche Weinberge und an der Küste in Mossel Bay beginnt die „Garden Route“, die direkt am indischen Ozean entlang läuft. Wir wohnten relativ nah am Fuße des Tafelbergs im Viertel „Gardens“, das sehr zentral liegt und sicher ist. Tagsüber konnten wir hier problemlos und sicher spazieren gehen. Jedoch sollte man auffälligen Schmuck oder teure Taschen besser zu Hause lassen. Trotzdem habe ich mich immer sicher gefühlt. Sobald allerdings die Sonne untergeht, sollte man auf Uber ausweichen und besser nicht mehr draußen herumlaufen. Die Straßen sind dann auch teilweise wie leer gefegt. Das fand ich persönlich super krass, weil wir das von daheim nicht gewohnt sind. Selbst Strecken von einigen hundert Metern fuhren wir sicherheitshalber mit Uber-Autos. Das klappt in Kapstadt super, denn man muss maximal fünf Minuten warten und schon ist der Fahrer da. Außerdem ist es relativ billig und die unkomplizierteste Weise von A nach B zu kommen. Für größere Gruppen gibt es auch Uber XL, wo bis zu sechs Personen Platz finden.

Die schönsten Strände

Von unserer Wohnung in Gardens waren wir mit dem Auto in zehn Minuten an den Stränden Camps Bay und Clifton. An der Promenade von Camps Bay läuft man sehr schön direkt neben dem Strand entlang. Die vier Strandabschnitte von Clifton liegen ein paar Autominuten entfernt und sind traumhaft schön. Über eine steile Treppe kommt man von der Straße zum Strand und Meer. Leider waren wir nie ganz im Wasser, denn im März sind die Temperaturen dort relativ eisig. Die Strandabschnitte von Clifton sind etwa 500 Meter lang und eignen sich auch zum Surfen. Vor Ort kann man sich Liegen und Schirme ausleihen. Auch wenn es bei uns „nur“ 23-25 Grad hatte und oft ein starker Wind ging, lagen wir meist mit dem Kopf im Schatten, da die Sonne ganz schön runterbrannte. Uns persönlich hat es in Clifton 2nd besser gefallen, als in Camps Bay, da dies nicht so touristisch und voll ist.

In der Umgebung von Kapstadt gibt es noch weitere Strände, an denen wir auch waren. Llandudno ist einer davon und liegt südlicher, etwa 30 Autominuten von Kapstadt entfernt. Dieser ist ebenfalls sehr ruhig mit weißem Sand und einer hammer Aussicht auf die Küste. Hier gibt es weder Restaurants, noch Cafés, also nehmt euch besser davor etwas zum Essen mit. An den meisten Stränden laufen Strandverkäufer mit kühlen Getränken oder Eis herum. Muizenberg dürften vielen von euch anhand dieser bunten Strandhütten erkennen:

An diesen Strand kommen viele Surfanfänger und natürlich Touristen, um Bilder vor den bunten Häusern zu schießen. Da es vor diesem Strand zahlreiche Haie gibt, sollte man vor dem Surfen prüfen, ob sich gerade Haie im Wasser tummeln oder nicht. Dafür gibt es eine spezielle App. Eine dreiviertel Stunde von Muizenberg entfernt, liegt der Ort Scaborough auf der Kaphalbinsel. Dieser Strand war definitv mein Lieblingsstrand und von hier aus erlebten wir an einem Abend den perfekten Sonnenuntergang, wo die Sonne direkt vor uns im Meer unterging. Der Strandabschnitt dort ist auch nur etwa einen halben Kilometer lang. Die Wellen brechen dort wild an Felsen und in der früh treffen sich dort Hundebesitzer zum spielen. Im Ort Scaborough selbst kann man entlang der Straßen auch laufen gehen.

Aktivitäten

Wenn ihr genug vom Entspannen am Strand habt, dann solltet ihr in Kapstadt selbst etwas unternehmen. Heimische Pflanzen und Bäume findet ihr in Company’s Garden und im Botanischen Garten von Kirstenbosch. Ersteren erreicht ihr von Gardens aus zu Fuß in einer Viertelstunde, wenn ihr Richtung Hafen lauft. Im Garten selbst gibt es ein kleines süßes Café, das zum Entspannen in der Sonne einlädt. Mehr Natur findet ihr im Botanischen Garten. Dieser gilt als einer der schönsten botanischen Gärten weltweit. Er liegt am Fuße des Tafelbergs und erstreckt sich über 36 Hektar. Innerhalb des Gartens gibt es viele ausgeschilderte Wege, die sich perfekt für Spaziergänge anbieten. Außerdem startet hier einer der bekanntesten Wanderwege auf den Tafelberg, der „Skeleton Gorge“. Im Sommer gibt es oft Veranstaltungen im Park, wie Open Air Kino oder Konzerte. Der Eintritt in den Botanischen Garten kostet 65 Rand, also umgerechnet etwa 4,50 Euro. Es lohnt sich aber total, denn man kann hier locker einen ganzen Nachmittag in der Sonne schlendern, auf den Wiesen picknicken oder ein Savanna Dry (südafrikanischer Cider, total lecker) im Café trinken.

Weitere Highlights sind die Samstags-Märkte in Woodstock und der Oranjezicht Market. Während wir in Woodstock viel Kleinkunst und Nutella-Hocker bestaunten, gibt es in Oranjezicht fast ausschließlich frische Lebensmittel. Achtung: geht niemals mit Hunger dorthin, ihr werdet es nicht lange aushalten, ohne den halben Markt leer zu kaufen ;-). Wir haben dort vor allem Mitbringsel gekauft und leckere Avocado-Toasts und Schoko-Croissants gefrühstückt. Wer danach einen Verdauungsspaziergang machen möchte, für den bietet sich eine der Free Walking Tours an. Diese starten bei der Motherland Coffee Company am Mandela Rhodes Places Wir haben uns für die Bo Kaap Tour entschieden, bei der man etwa eineinhalb Stunden durch das muslimische Viertel von Kapstadt geführt wird – Erklärungen auf Englisch inklusive. Am Ende der Tour spendet man so viel Geld, wie man möchte.

Das einzige Mal, bei dem meine Laufschuhe zum Einsatz kamen, war die Wanderung auf den Lion’s Head. Am Anfang der Strecke führt ein ungeteerter Weg herauf und irgendwann wird es steinig und man muss teilweise sogar klettern. Nach etwa 45 Minuten des Weges gibt es eine Abzweigung, wo sich die Route teilt. Wir nahmen den einfacheren Weg, da zwei von uns nicht ganz schwindelfrei sind und man bei der anderen Route deutlich steiler gehen beziehungsweise klettern musste. Die Wanderung auf den Lion’s Head ist nicht anstrengend und ich habe sogar Läufer dort hoch- und wieder herunterlaufen sehen. Einige wandern auch zum Sonnenauf- oder untergang auf den Lion’s Head. Davon würde ich allerdings abraten. Der Weg ist teilweise sehr schmal und nur mit Handylampen ist ein Auf- oder Abstieg im stockdunkeln extrem gefährlich. Oben angekommen, hat man eine traumhafte Aussicht auf den Tafelberg, die Stadt und die Küste.

Ursprünglich hatten wir noch geplant den Tafelberg zu besteigen. Dafür bieten sich mehrere Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden an. Ich würde eine geführte Tour mit einem ortskundigen Guide empfehlen, denn so kann man sich mehr auf die Natur und die Aussicht konzentrieren. Ingesamt sollte man einen halben bis ganzen Tag für dieses Vorhaben einplanen. Wir entschlossen uns dagegen, da wir mit der Aussicht vom Lion’s Head schon sehr glücklich waren. Am vorletzten Abend hatten wir die spontane Idee mit der Gondel auf den Tafelberg zu fahren, doch leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Denn oft liegt die Spitze des Tafelbergs in dicken Wolken und oben angekommen ist die Aussicht gleich null. Wenn wir einen oder zwei Tage mehr in Kapstadt verbracht hätten, wären wir eventuell auf den Tafelberg gelaufen. Sportlich betätigt haben wir uns ansonsten beim Yoga. Meine Freundin ging etwa jeden zweiten Tag in Kurse des Studios „Yoga Zone“ in der Kloof Street in Gardens. Dort gibt es verschiedene Kurse und bis auf die Master Class Stunden kamen auch wir anderen zwei ganz gut mit. Man kann sich dort Einzel- oder zwei-Wochen-Karten kaufen und die Matten vor Ort ausleihen. Auch wenn die Yogastunde auf Englisch ist, erklärt Yogatrainer Will alles super gut und geht währenddessen herum, um die Teilnehmer einzeln zu verbessern. Während unserer Zeit in Kapstadt waren wir ingesamt drei Mal in Yogakursen. Das vierte Mal schwänzten wir, da es eine Master Class war und wir uns dafür zu Yoga-unerfahren fühlten.

In der Umgebung von Kapstadt, etwa 40 Kilometer entfernt, liegt der Nationalpark Kap der guten Hoffnung. Jeder kennt die Geschichten von Schiffen, die dort sanken, weil das Meer so wild ist. Am Tag, als wir dort waren, stürmte es auch ziemlich. Neben dem „most south-western point of Africa“ gibt es im Nationalpark noch eine Art Aussichtshügel mit Leuchtturm, den man besteigen kann. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Küste. Der Nationalpark kostet etwa 10 Euro Eintritt und am besten mietet man sich davor ein Auto, da der Park ziemlich groß und weitläufig ist. Fährt man mit dem Auto aus Kapstadt los, dann kann man auf dem Weg noch in Simon’s Town bei der Pinguinkolonie vorbeischauen. Außerdem fährt man auf dem berühmten Chapman’s Peak Drive, einer der schönsten Küstenstraßen der Welt und Drehort für viele Auto-Werbespots. Als wir dort waren, wurde beispielsweise gerade ein Spot für einen neuen Volvo gedreht. Außerdem führt die Stecke des 56km langen Ultra Marathons über die Straße. Dieser fand 2018 am Ostersamstag statt und bietet ein krasses Panorama beim Laufen.

Weg von der Küste und westlicher im Landesinneren liegt Stellenbosch, inmitten der Weinberge der Cape Wineyards. Die Fahrt dorthin dauert etwa 45 Minuten und ist mit Uber zu mehreren gut bezahlbar. Wir fuhren vormittags aus Kapstadt los und besuchten dann tagsüber zwei Weingüter (Tokara und Delaire Graff). Im zweiten Weingut konnte man draußen schöner sitzen. Auf dem Weingut Tokara saßen wir bei der Weinprobe zwar auf einer wunderschönen Terrasse, leider war diese aber verglast.  Auf den Weingütern kann man für umgerechnet etwa fünf Euro eine Weinprobe mit fünf verschiedenen Weiß- oder Rotweinen machen. Auf manchen Gütern kann man sogar zwischen den verschiedenen Rebsorten herumlaufen und frische Trauben essen. Selbst wenn ihr nicht die allergrößten Weinfans seid, lohnt sich alleine der Ausblick auf die umliegende Landschaft. Wir blieben in Stellenbosch nur eine Nacht, was für meinen Geschmack perfekt war.

Café- und und Restaurant-Tipps

Zu guter Letzt möchte ich euch unsere liebsten Cafés und Restautants vorstellen. Wir haben meistens zu Hause gefrühstückt, haben uns mittags oft Kleinigkeiten, wie Salat oder Obst im Supermarkt gekauft und waren dann abends essen. Generell ist Essen gehen dort billiger als in Deutschland. Für ein sehr gutes Fisch- oder Fleischgericht mit Wasser und Wein bezahlt man dort ingesamt ca. 15 Euro pro Person. Den besten Café gibt es bei Molten Toffee in der Kloof Street in Gardens. Hier saßen wir jeden Morgen draußen und genossen Espresso oder Capucchino. Man kan dort auch frühstücken – sie bieten zum Beispiel selbst gemachtes Granola an. Meine liebsten Bars für einen Aperitiv am Abend waren das Cloud Nine, das P&G („The Power & The Glory“) und „The Roundhouse“. Die Bar des Cloud Nine liegt im obersten Stockwerk eines Hotels und von der Dachterrasse hat man einen super Ausblick auf Kapstadt und den Tafelberg. Im P&G tummeln sich viele junge Leute drinnen und auf der Straße mit Getränken und die Stimmung ist sehr ausgelassen. Wir waren zum Sonnenuntergang im Roundhouse in Camps Bay. Von dort aus hat man einen super schönen Blick auf den Tafelberg und die Küste mit den zwölf Aposteln, die von der Abendsonne bestrahlt werden.

Nach dem Aperitiv ging es für uns zum Abendessen. Hier waren meine Favoriten das Ash, Sea Breeze, Toni‘s on Kloof und das Kloof Street House. Im Ash kann man sehr gut frisch zubereitetes Steak oder Fisch mit Beilagen essen. Im Sea Breeze gibt es, wie der Name schon sagt, fast ausschließlich Fischgerichte. Ich aß dort einmal „Fish & Hake“ (so ähnlich wie Fish and Chips) und am letzten Abend Tagliatelle mit Meeresfrüchten. Das Toni‘s on Kloof ist ein einfaches aber schönes Restaurant mit portugiesischem und mosambikanischen Gerichten, das nochmal günstiger ist, als die anderen Restaurants. Das Kloof Street House ist innen etwas schicker und dort kann man auch ausgefallenere Speisen, wie Strauß probieren. Generell sollte man in allen Restaurants vorab reservieren, da man sonst oftmals keinen Platz bekommt. Praktischerweise geht dies meistens online und man muss nirgends anrufen.

Wie ihr sehen könnt, erlebt man in Kapstadt und außenherum unglaublich viel. Wenn man mehr Zeit hat, würde ich noch einen der umliegenden Nationalparks besuchen oder die Garden Route entlang fahren. Für diese sollte man allerdings etwa zwei Wochen einplanen. Der Wassermangel, der vor allem Anfang des Jahres in den deutschen Medien ziemlich dramatisiert wurde, tangierte uns nicht direkt. In Supermärkten merkten wir nichts von Hamstereinkäufen an Wasserkanistern, jedoch haben wir natürlich unseren Wasserverbrauch deutlich eingeschränkt. Auf jeder öffentlichen Toilette waren beispielsweise Schilder angebracht mit dem Leitsatz „If it’s yellow, let it mellow, if it’s brown, flush it down.“ Da eine Toilettenspülung extrem viel Wasser verbraucht, sollte man nur spülen, wenn es tatsächlich notwenig war. Außerdem hielten wir uns an die unter zwei Minuten Duschregel und verbrauchtes Wasser fingen wir in Behältern ab. Pro Person darf momentan 50 Liter Wasser verbraucht werden, sonst drohen Strafzahlungen. Wir duschten beispielsweise nicht jeden Tag und gingen viel achtsamer mit Wasser um, als wir es daheim tun. Zurück in Deutschland versuche ich jetzt verstärkt darauf zu achten den Wasserhahn zuzudrehen, wenn ich nicht direkt Wasser brauche oder stelle mich nicht ewig lang unter die Dusche. Insgesamt haben sich mir alle Erlebnisse und vor allem die faszinierenden Landschaften und Küstenabschnitte Südafrikas ins Gedächtnis gebrannt und ich werde definitiv dorthin zurückkehren.

 


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