MONDAY MOTIVATION: ULTRALÄUFERIN MARINA STELLT SICH VOR

„Das schaffst du nicht!“ Diese Aussage war es möglicherweise, die Marina dazu verführte, ihren ersten Ultramarathon zu laufen. Einfach, um es einem Bekannten zu beweisen. Daraus sind mittlerweile ganz schön viele Ultramarathons geworden. Dieser Blogpost soll dazu dienen, euch ein bisschen Motivation mit auf den Weg zu geben. Niemand muss sich jetzt gezwungen fühlen, auch unbedingt einen Ultramarathon zu finishen. Denn, wie Susi von Runskills neulich schon so schön geschrieben hat: „Jeder von euch hat seinen eigenen „Ultra“ zu meistern.“

Kannst du dich zu Beginn kurz vorstellen? Und wie bist du zum Ultralauf gekommen?

Mein Name ist Marina Kollassa, ich bin 27 Jahre alt und komme aus dem schönen Ruhrgebiet, nämlich aus Bottrop. Ich arbeite derzeit im Außendienst als Beraterin für Aus- und Weiterbildung und habe eine Tochter und drei (!!!!) Hunde (natürlich alles Dackel).
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Eigentlich muss ich ehrlich gestehen, laufe ich noch gar nicht so lange. Ich komme ursprünglich aus dem Thaiboxen und da gehört es in der Kampfvorbereitung dazu, auch Laufen zu gehen, vor allem um Kondition aufzubauen (daher laufen viele hier auch mit Atemmaske :D). Irgendwann hatte ich dann mal die Gelegenheit, an einem 10km-Wettkampf teilzunehmen, was mir auch unheimlich Spaß gemacht hat, auch wenn ich nicht schnell war. Und wie es dann immer so ist, sagt man sich, wenn ich 10km laufen kann, würde ich auch gerne wissen, ob ich einen Halbmarathon schaffe. Schwupps, angemeldet und gelaufen. Genau das Gleiche ist dann mit Marathon passiert. Das war im Oktober 2016. Aus dem Thaiboxen kenne ich einen Läufer, der schon viele Marathons gelaufen ist und seine Liebe im Ultramarathonbereich gefunden hat. Ihn habe ich damals gefragt, ob er mich begleitet und mir bei meinem Training hilft. Ich hab dann also einfach „frei nach Schnauze“ trainiert und mir viele Tipps bei ihm abgeholt. Damals hab ich einfach geschaut, was ich so beim HM laufe und daraus dann meine angestrebte Marathonzeit gemacht (HM war bei 01:55h und da hab ich mich für 4:30h im Marathon „entschieden“). Meinen ersten Marathon habe ich dann mit 4:32h gefinisht, völlig unerfahren und im Training nur einmal 30km gelaufen, und zwar eine Woche vor Wettkamf. Das war natürlich total bescheuert. Der Lauf gefiel mir aber gut.
Nachdem ich mein Ziel erreicht hatte, bin ich erstmal eine ganze Weile nicht gelaufen, auch wollte ich erstmal keinen Marathon mehr machen, sondern auf kleinere Läufe zurückgreifen. Im Februar habe ich dann bei einem 15km-Wettkampf zufällig jemanden kennengelernt, der auch in meinem Verein war, den ich aber nicht kannte. So kam dann eins zum anderen und wir haben uns mal zum Laufen verabredet. Er erzählte mir, dass er eigentlich nur Ultras laufe und er für den 6h-Lauf in Münster trainiere. Ich könnte ja auch kommen, aber ich würde die Kilometer ja nicht schaffen. Die Aussage fande ich doof, sodass ich ihm beweisen wollte, dass ich auf jeden Fall so eine Distanz laufen kann. Also einfach für den 6h-Lauf angemeldet und nicht wirklich trainiert, weil ich zu der Zeit Knieprobleme hatte. Parallel hatte sich mein Marathonpartner auch für den Lauf angemeldet, sodass wir hier auch wieder zusammen an den Start sind. Das Ende vom Lied: Der Bekannte, der nicht an mich „geglaubt“ hatte, musste abbrechen und mein Freund und ich haben etwas mehr als 50km gemacht (in 5Stunden 40) und uns danach noch gestanden, dass wir beide nicht für den Lauf trainiert hatten. So fing das Ganze dann an. Das war übrigens erst im letzten Jahr. Seitdem bin ich 32 Ultramarathons gelaufen. Man muss natürlich dazu sagen, ich würde nie empfehlen, eine Ultramarathon ohne richtiges Training zu machen, ich bin aber aufgrund des Thaiboxen schon ziemlich trainiert und sportlich gewesen. Im Allgemeinen laufe ich also schon seit 2011 sehr regelmäßig.

Was fasziniert dich am Ultramarathon? Und womit bzw. wogegen kämpfst du?

Es gibt so vieles, was mich bei einem Ultramarathon fasziniert, vor allem sind es die Menschen. Ich habe tatsächlich noch deutlich laufverrückterre Menschen als mich kennengelernt. Ich kenne sogar jemanden, der lief im letzten Jahr – einfach mal so – jede Woche einem Marathon…
Die persönlichen Geschichten und die Bewerggründe sind so vielschichtig und interessant, was ich unheimlich spannend finde. Im Ultrabereich sagt man, jeder der Ultras läuft, hat etwas, vor dem er oder sie „wegrennt“ und natürlich ist jeder Ultramarathoni auf seine Art und Weise verrückt (das zweite unterschreibe ich sofort!).
Was mich auch fasziniert ist es, seine persönlichen Grenzen auszutesten: Bei einem Ultra ist es oft der persönliche Kampf mit seinem Kopf. Was anderer oft nicht mitbekommen, ist meine Angst, einen Lauf nicht zu schaffen, also dass ich es körperlich nicht schaffe. Ich bin auch ein ziemlich fluchender Mensch; alle, die mich schon mal begleitet haben, wissen, welche Schimpfwörter ich so drauf habe (ob ich da noch was lernen kann?!) Wenn ich aber leide, dann bin ich meist sehr still und versuche den Kampf mit mir selber auszutragen.

Wie sieht eine typische Woche bei dir aus und was sagst du denjenigen, die „keine Zeit“ für  Sport haben?

Uff, eine typische Woche bei mir ist bis auf die Milliesekunde genausten durchgeplant. In der Regel treibe ich 6 Mal die Woche Sport, montags, mittwochs und freitags ein kurzes Stabiprogramm in einem meiner Vereine.
Montags gebe ich außerdem zusätzlich Kindertraining im Thaiboxen. An den drei Tagen schiebe ich meistens auch die Läufe unter. Je nach Wochenendplanung laufe ich dann mal mehr oder mal weniger und auch die Geschwindigkeit wird angepasst. In der Regel laufe ich durchschnittlich so unter der Woche 40 bis 50km. Ich nehme es da aber nicht genau, meist laufe ich einfach nach Lust und Laune. Dienstags, donnerstags und an Wochenenden (sofern kein Wettkampf) gehe ich zum Thaiboxen, samstags zusätzlich eine Stunde Ballett. Die meiste Zeit begleitet mich meine Tochter bei den Aktivitäten oder wir verbindet das mit etwas Schönem. Das Sportprogramm mache ich natürlich neben der Arbeit, oft laufe ich morgens, wenn alle noch schlafen (hier ist das Gute, dass direkt neben meine Haus ein Park ist). Da ich im Außendienst arbeite, kann ich mir meine Zeit selber einteilen, oft sind das aber 40 bis 50 Stunden pro Woche. Ich finde, Zeit ist alles eine Frage der Prioritäten. Ja, ich arbeite viel und mache auch sehr viel Sport, dafür schaffe ich es zum Beispiel selten, zu kochen oder mit Freunden wegzugehen. Ich mache viel morgens und abends, wenn andere noch schlafen oder direkt ins Bett gehen. Wenn ich dienstlich lange Termine habe, versuche ich mich zum Laufen mit Freunden zu verabreden, denn dann hat man keine Ausrede „faul“ zu sein. „Wer will findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“, hat schon Götz W. Werner (Gründer von dm-drogerie markt) gesagt. Aber wenn man natürlich meine Freunde fragt, stehe ich oft unter Strom und habe wenig Zeit mal zu entspannen, weil oft ein Termin nach dem anderen kommt.
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Foto: Sportograf

Was war dein bisher schönster / längster / emotionalster / schlimmster Lauf? Hast du schonmal „absichtlich“ einen Lauf nicht gefinisht? Falls ja: Wann / warum? Falls nein: Hast du zumindest mal dran gedacht?

Tatsächlich habe ich bisher kein DNF gemacht, alle meine Läufe habe ich auch zu Ende gebracht, manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Vernunft. Manchmal wäre es auch deutlich besser gewesen, einen Lauf nicht zu Ende zu bringen, aber ich sehe vor allem die schlechten Läufe, an denen es körperlich zerrt, unheimlich wichtig für den Kopf. Allerdings fing meine Saison in diesem Jahr nicht wirklich gut an, da ich eine Verhärtung im Oberschenkelmuskel hatte, Asthma bekommen habe, durch eine verschleppte Lungenentzündung und ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe, was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Letzteres hat mir meine ganze Kraft geraubt, plötzlich konnte ich keine Leistung mehr abrufen und habe für 10km noch nie so lange gebraucht, wie in der Zeit. Jeden Tag hab ich mich Gefühl, wie nach einem Marathon, auch dann, wenn ich gar nicht trainiert habe. Das war sehr schwierig und hart für mich. Hätte ich hier kein Ziel vor Augen gehabt, wüsste ich nicht, ob ich die Laufschuhe nicht an den Nagel gehängt hätte. Das war eine harte Bewährungsprobe und ich muss dazu sagen, dass ich mich jährlich vom Arzt durchchecken lasse. Die Unterfunktion kam aber nur so früh raus, da ich ein sportliches Gesundheitszeugnis für die TtdR (TorTur de Ruhr – ein Ultramarathon, zu dem man EINGELADEN wird, über 230 oder 160km. Es gibt aber auch einen BAMBINIlauf über 100km, hahahahaha!) brauchte. Seitdem predige ich jeden, dass er regelmäßig zum Arzt geht.
Zum Thema DNF fällt mir ein, das ich ein ziemlich sturer Mensch bin, der viel beißen kann (kommt wahrscheinlich auch vom Thaiboxen), deshalb ziehe ich meine Läufe auch immer durch. Die Zeit ist mir da vollkommen egal. Bei vielen meiner langen Läufe kommt aber irgendwann der Punkt, an dem man gerne hinschmeißen möchte, ich habe aber nie ernsthaft daran gedacht, außer beim ZUT (Zugspitz Ultratrail) und beim GGUT (Großglockner Ultratrail).
Mein längster Lauf war der diesjährige Kölnpfad mit 171km, ein Lauf, der relativ spontan von mir gelaufen wurde. Manchmal melde ich mich für Läufe an ,ohne groß darüber nachzudenken, so hat man nicht die Gefahr, sich mit Selbstzweifeln zu überschatten. Mein schönster Lauf war der Zugspitz Ultratrail mit 103km und etwas mehr als 5000HM, der auch in diesem Jahr war. Freunde von mir liefen diesen letztes Jahr und das hat mich unheimlich fasziniert, ich habe es aber zu dem Zeitpunkt nie möglich gehalten, dass ich den schaffe. Gänsehaut pur also an der Ziellinie.
Der emotionalste Lauf war wohl die TorTour de Ruhr alias mein erster 100-Meiler. Der Lauf hat eine Vorgeschichte bei mir. Dieses Shirt ist nämlich ziemlich bekannt und berühmt bei uns und als Ultraläufer hast du es wirklich dann geschafft, wenn du den Lauf mal gemacht hast. Das war wie ein Kindertraum für mich. Man kann sich nämlich nicht einfach so für den Lauf anmelden, sondern man wird eingeladen. Ich hab nie damit gerechnet, dass ich den Lauf so schnell machen würde, aber letztes Jahr kam dann die Einladung und schon war ich drin (der Lauf findet nur alle zwei Jahre statt). Es stand also fest, dass die TtdR was ganz Besonderes für mich werden sollte. Da ich nie mehr als 100km gelaufen bin, habe ich mich dann für die 161km entschieden. In zwei Jahren wird´s dann der 230km Lauf (habe mein Interesse bekundet und wurde schon eingeladen). Und hiermit hatte ich nun ein Ziel vor Augen, ähnlich wie beim Marathontraining, was mich oft motiviert hat, laufen zu gehen. Ich hatte auch ziemlich viel Respekt vor dem Lauf, da vor allem auch das Training durch meine Krankheit ziemlich gelitten hatte und ich mir bis dahin nicht sicher war, ob ich diese Distanz laufen kann.
Der schlimmste Lauf bzw. die schlimmste Lauferfahrung habe ich letztens beim GGUT gemacht. Der Ultratrail hat harte Cut-off-Zeiten (man muss zu eine bestimmten Zeit an einem bestimmten Punkt sein, sonst wird man aus dem Rennen genommen), die einige meine Freunde in der Vergangenheit bereits nicht geschafft hatten. Dementsprechend war meine größte Angst, in den Cut-off zu kommen. Das richtige Dilemma war dann, als der Veranstalter mir bei 80km gesagt hat, dass der Lauf aufgrund einer Unwetterwarnung abgebrochen wird und ich nur noch einen kleinen Berg vor mir hatte. Das schlimmste aber war, dass ich im Ziel gesehen habe, dass die den Lauf nicht für alle abgebrochen haben und ich nun ein DNF in der Ergebnisliste habe. Dass man vom Veranstalter rausgenommen wird nach der härtesten Lauferfahrung ever und dann noch nicht mal aus freiwilligen Stücken, reißt mir den Boden unter den Füßen weg, da ich nichts dafür aber es auch nicht ändern kann. Der Veranstalter wurde übrigens von mir angeschrieben und sie gaben zu, einen Fehler gemacht zu haben. Nun wird dieser überprüft, ich hoffe auf wenigstens eine Wertung für 75km (damit gefühlt nicht alles für die Katz war).
Da ich in den nächsten Wochen noch ein paar Laufhighlights geplant habe, falle ich jetzt nicht in ein Motivationsloch, sondern setze jetzt alle Kraft voraus auf die nächsten Abenteuer! (Sie hat beispielsweise den Berliner Mauerweglauf – auch 100 Meilen – gefinisht.)
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Bei deinen Läufen bist du lange unterwegs – wie motivierst du dich, durchzuhalten? Musst du dich überhaupt motivieren?

Wie bereits oben erwähnt, motiviere ich mich durch Ziele. Welche Läufe ich unbedingt mal gemacht haben will, als Beispiel. Das gibt mir die Kraft, nicht aufzugeben und auch an Tagen zu trainieren, an denen ich eigentlich keine Lust habe. Im Ruhrgebiet haben wir aktuell (Sommer 2018, yeah!) teilweise Temperaturen über 34 Grad und ich kann bei Hitze überhaupt nicht laufen, ich bin eher der „Schlechtwetterläufer“.
Wenn ich an meine erbrachte Leistung zurückblicke, ist das auch immer Motivation für mich, weiter zu machen. Außerdem habe ich eine „Bucket-List“, also eine Liste mit allen Läufen, die ich unbedingt mal gemacht haben möchte. Die wird natürlich immer länger anstatt kürzer. Das treibt mich aber trotzdem voran, immer weiter zu machen.
Bei einem langen Trainingsläufen motiviere ich mich oft mit Essen, klingt blöd, ist aber so. Ich überlege mir oft ein Gericht, meist unfassbar ungesund, das ich als Belohnung essen werde. Es kann aber auch gut sein, dass ich versuche, mich damit zu motivieren, dass ich wieder fleißig war. Nach dem Laufen fühlt man sich nämlich immer besser als vor dem Laufen.
Ich finde es viel schlimmer, mich an Tagen zu motivieren, an denen es mal nicht läuft. An Tagen also, an denen man nicht seine Pace schafft und / oder kaum drei Meter weit laufen kann. Das sind dann so Tage, an denen ich mal gerne alles hinschmeißen möchte. Ich versuche mich dann damit „zufrieden“ zu geben, dass ich mir selber sage, dass ich kein Profisportler bin, sondern den „Scheiß“ eigentlich als Ausgleich mache. Dann lege ich die Uhr ab und lauf einfach nach Gefühl für mich. Generell kann ich das nur mal empfehlen, sich nicht immer unter Druck zu setzen, z.B durch irgendwelche Apps und sich dann zu kontrollieren oder mit anderen zu vergleichen.

Du trainierst mit Ultramarathons auf noch längere Ultramarathons – sind die „Trainings-Ultras“ dann mehr oder weniger anstrengend für dich? Nicht nur körperlich, auch mental?

Die Trainingsultras mache ich meistens deshalb, damit ich nicht sechs, sieben Stunden allein unterwegs bin und etwas Unterhaltung habe. Ein langer Trainigslauf kann schon ziemlich langweilig werden und wenn ich den dann noch in meiner Nähe machen würde, wüsste ich nicht, ob ich die vorher gesetzten Kilometer dann auch durchziehen wüde. Wenn man einen Wettkampf-Ultra zum Training läuft, trifft man immer wen, man kann sich unterhalten und ich weiß, da ziehe ich die Kilometer dann auch durch.
Der Kreis derer, die Ultras laufen ist generell ja kleiner als derer, die Marathon laufen, mittlerweile ist das wie eine kleine Familie.
Ich kann Training und Wettkampf auch gut unterscheiden, sodass ich bei einem Trainingsultra auch nicht überpace, daher würde ich eher sagen, dass diese weniger anstregend für mich sind. (Die Zeit, die manchmal dafür drauf geht, ist das, was mich manchmal mental fertig macht. Kölnpfad zum Beispiel: Start war um 24 Uhr, im Ziel war ich 28 Stunden später, also um 4 Uhr morgens; ich wusste aber, ich muss an dem Tag noch arbeiten und heim etc.)

Wie oft fragst du dich, warum du dir das antust? Und wie oft hast du das dann danach direkt wieder vergessen?

Jedes Mal!

Planst du dein Jahr direkt durch mit Läufen oder kommen die Stück für Stück dazu?

Meist plane ich die Läufe überhaupt nicht durch, sondern entscheide mich oft spontan für einen Lauf. Oft fragen mich auch meine Freunde, ob ich zu den Läufen mitfahre, dann schaue ich, wie es passt und komme dann mit. Manche Läufe, die ich aus Zeitgründen zum Beispiel nicht laufen konnte, trage ich mir im Kalender ein, damit ich diese dann im nächsten Jahr ggf. laufen kann.

Läufst du auch Marathon oder ist dir das zu popelig?

Na klar laufe ich auch Marathons. Ich muss aber ehrlicherweise gestehen, dass ich diese anstrengender finde, als ein Ultramarathon. Marathonis sind meistens voll im Stress und nur wettkampforientiert, das stresst mich manchmal echt. Mir ist wichtig, dass das Laufen ein Ausgleich zum Job ist, daher will ich mir hier so wenig Stress wie möglich machen. Die Ultramarathonis sind da immer total entspannt, wir wissen ja eh, dass der Tag lang wird, was macht dann da eine halbe Stunde schon aus?
Heißt aber auch nicht, dass ich Marathonis schlecht machen möchte, es muss halt jeder selber wissen, was er wann wie laufen möchte. Für mich hat das Laufen nicht viel mit Pace und Zeit zu tun, mir ist wichtig, das Ziel (in diesem Falle eben die Kilometer) zu schaffen. Für andere wiederum ist es wichtig, sich stetig zu verbessern, was auch gut ist, da man sich ja seine persönlichen Ziele setzt. Ich würde mich da nur fertig machen, ich kann schon Strava nicht ab, weil ich mich dann ständig mit allen vergleichen würde…
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Foto: Sportograf

Was möchtest du allen a) Läufern und b) Couch Potatoes mit auf den Weg geben?

Folgendes würde ich den Läufern und Couch Potatoes mit auf dem Weg geben wollen: Man kann wirklich alles schaffen, wenn man nur will. Jeder, der über seine persönlichen Grenzen geht, ist für mich ein unglaublicher Sportler, der für seine Leistung anerkannt werden sollte. In meinen Augen ist man nicht nur Läufer, wenn man einen HM in 1:40h finsihed, sondern man ist dann ein Läufer, wenn man Gefallen daran gefunden hat. Es geht nicht immer um besser, schneller, weiter und wettkampforientiert sein, sondern Spaß an der Sache zu haben. Ich kann jedem Läufer nur empfehlen, wenigstens einen Lauf mal nur mit dem Herzen zu laufen, sich die Landschaften anzuschauen und jeden Moment zu genießen. Und an die Couch Potatoes: Es ist ein unglaubliches Gefühl, die Ziellinie eines Laufs zu überqueren und ein unfassbarer Moment des Stolzes, das lässt ihr euch entgehen?
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