„IHR MACHT NUR NOCH WERBUNG!“ WARUM MICH MANCHE NACHRICHTEN EINFACH NUR WÜTEND MACHEN.

Dieser Beitrag spiegelt ausschließlich Isabells (meine) Meinung wider. Kritik daher auch bitte nur an sie (mich) wenden. 

Eins vorweg: Wir haben eine wirklich coole Community und bekommen äußerst selten blöde Kommentare oder Nachrichten. Aber es gibt ein Thema, was immer mal wieder aufkommt und das mich jedes Mal wirklich hart trifft: Das Thema WERBUNG. Weil die Kritik, die kommt, in der Regel NULL konstruktiv ist. Und ich MUSS es einfach mal loswerden.

Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die mich so richtig wütend gemacht haben.

Beispiel 1:

„Ihr macht ja echt nur Werbung zur Zeit.“ Diese Nachricht bekamen wir auf eine Story, in der ich auf ein Gewinnspiel aufmerksam gemacht habe. Ein Gewinnspiel für einen Marathon-Workshop für Mädels. Inklusive Lauf, Workout, BH-Testing und „Theorie-Teil“. Da die Aktion von einem BH-Hersteller gesponsert wurde, habe ich nicht nur den Instagram-Post, sondern auch die Story als „Werbung“ gekennzeichnet. Oben stehende Nachricht kam von einem Mann, was zwar möglicherweise nichts zur Sache tut, aber es ist mir einfach sauer aufgestoßen. Meine Antwort war „Definiere immer.“ und ich bekam zurück: „Ist halt iwie viel, meine ich. Macht aber weiter mit dem Laufen! Top!“ Der Follower ist mittlerweile kein Follower mehr. Aber was mich daran so richtig geärgert hat, ist Folgendes: Erstens ist das keine hilfreiche Kritik. Wenn jemand mit „immer“ oder „nur noch“ kommt, dann möchte ich da auch ein paar Beispiele haben. Und zweitens hat genau diese Person ein paar Wochen vorher bei mir nachgefragt, wie ein bestimmtes Shirt ausfällt, weil der Hersteller ihm nicht antwortete. Dafür sind wir dann gut genug.

Und falls sich noch jemand wundert, warum wir eine bezahlte Kooperation rund um Sport-BHs angenommen haben, kann ich das auch erklären: Wir sind Mädels, die laufen. Wir haben Brüste. Viele unserer Follower sind ebenfalls laufende Mädels. Mit Brüsten. Und ja, wir werden hin und wieder um Rat gebeten. Welche Schuhe wir empfehlen können, welche Uhr wir tragen, woher wir unsere Trinkrucksäcke haben. Und auch, welche Sport-BHs wir empfehlen können. Warum sollte ich eine solche Kooperation dann nicht annehmen?!

Ich hab echt oft das Gefühl, dass Werbung / eine Empfehlungen ok ist, solange man sich alles selbst kauft. Und dann darf man auch (kostenlos!) Empfehlungen geben. Ja Mann, das ist auch Arbeit! Ich mach das wirklich gerne und verbringe wirklich viel Zeit damit, diese ganzen Nachrichten zu beantworten, aber dann will ich auch nicht solche Nachrichten bekommen, wenn ich es mal nicht kostenlos mache!

Und ich finde, wir verpacken die Werbung schon immer ganz gut. Was nämlich keiner sieht, ist, welche Gedanken wir uns im Vorfeld einer Kooperation machen, wie wir das an den Mann bringen. Man könnte natürlich auch einfach stumpf das Produkt in die Kamera halten, aber das finde ich doch seeehr plump. Jede Woche ein anderer Laufschuh, der „wirklich für jeden geeignet“ ist, DAS ist meiner Meinung nach nervig. Und halt auch falsch. Denn wer regelmäßig und (relativ) viel läuft, weiß, dass nicht alle Schuhe für jeden geeignet sind.

Es sieht ja auch keiner, was wir alles ablehnen. Was glaubst du, wie viele Detox-Kompressionssocken-Shake-Nahrungsergänzungsmittel-Kopfhörer-Kooperationen wir haben könnten? Alle am liebsten natürlich kostenlos, klaro. Ist dann aber trotzdem Werbung, die wir kennzeichnen müssen. Oder dass wir im Gegensatz zu anderen „Influencern“ auf eine Kooperation mit einem Konzern unter dem Dach von Nestlé verzichtet haben. Sieht auch keiner. Gut, kann auch keiner wissen. Aber ich glaube, du verstehst, was ich meine?! Die Verlosungen, die wir oft für die Follower herausschlagen, sind dann ja komischerweise auch wieder ok.

Denjenigen, die sich über Werbung aufregen, möchte ich einfach nur zwei Dinge sagen:

  1. Würdest du dich nicht dafür bezahlen lassen, ein Produkt zu nutzen, was du eh nutzt, weil du es gut findest?
  2. Ich hoffe für dich, dass du nicht kostenlos arbeitest.

Btw: Immerhin sind wir so fair und kennzeichnen alle gesponserten Posts deutlich. Und zwar von Anfang an. Da haben andere noch davon gesprochen, die Produkte „aus reiner Überzeugung“ anzupreisen. Is‘ klar!

Sitzbild

Beispiel 2 (und das hat mich im Nachhinein noch mehr geärgert):

Ein Account, der uns schon ein bisschen länger folgt, wollte über uns gerne seine Geschäftsidee promoten. Das Produkt sollten wir kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Ich bin ehrlich: Ich habe da für mich keinen Mehrwert gesehen und es war auch kein neues Produkt, sondern das gibt es schon. Und wenn ich das so richtig gut finden würde, hätte ich es schon gekauft. Ich hab dann auch geantwortet, dass ich dieses Produkt nicht haben und dementsprechend auch nicht bewerben möchte und auch ehrlich gesagt, dass es mir nicht (so gut) gefällt. Die sind uns jetzt entfolgt und ich finde das richtig frech. Um die Geschäfte anzukurbeln, sind wir gut genug. Aber nicht SO spannend, dass man uns folgen sollte. Ganz ehrlich, da bin ich froh, dass ich abgesagt hab!

Nach folgenden Kriterien wählen wir übrigens unsere Kooperationen aus:

  • Gefällt mir das Produkt? Welchen Mehrwert bietet es mir?
  • Würde ich es selbst kaufen?
  • Passt es zu unserem Account und wie können wir die Kooperation „verkaufen“?
  • Hat es einen Mehrwert für die Follower? (Gibt es zum Beispiel eine Verlosung oder hat wirklich JEDER auf ein solches Produkt gewartet?)
  • In welchem Verhältnis stehen Aufwand (wie viele Posts, wie häufig etc.) und Ertrag.
  • Produkte, für die kein Werbebudget eingeplant wurde, für die es aber genaue Posting-Vorgaben (Anzahl der Posts und Storys, gerne auch Blogpost, Nutzung bestimmter Hashtags) nehmen wir gar nicht erst an.