WANDER-ACTION UND ERHOLUNG IM NATURHOTEL RAINER

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Naturhotel Rainer (Bloggerreise).

Die Wiesn und damit zahlreiche Tage mit viel Bier, stickiger Luft und ungesundem Essen sind vorbei. Etwas traurig waren wir schon, denn die Wiesn ist schließlich nur einmal im Jahr und wir haben dieses Jahr ordentlich gefeiert. Glücklicherweise stand direkt am Wochenende drauf unser „After-Wiesn-Detox-Programm“ an. Das Naturhotel Rainer in Südtirol hat uns eingeladen, ein Wochenende im schönen Jaufental zu verbringen – Kontrastprogramm zur Wiesn sozusagen. An zwei Tagen genossen wir dort die Südtiroler Berge, das gute Essen und das Wellness-Angebot.

Zum Naturhotel Rainer

Das Naturhotel Rainer liegt in Ratschings in Südtirol in der Nähe der österreichischen Grenze und nur einige Kilometer weit weg von Sterzing. Von München aus ist das Hotel super gut für einen Wochenendausflug gelegen, denn die Fahrzeit mit dem Auto beträgt etwa zweieinhalb Stunden. Das Hotel ist ein Familienbetrieb und das merkten wir direkt bei der Ankunft. Die Betreuung war von Anfang an super nett, zuvorkommend und jedes unserer Anliegen und Fragen wurde beantwortet. Das Naturhotel Rainer ist kein riesengroßer Hotelbunker, sondern überschaubar von der Größe her mit familiärem Ambiente.

Unser Hotelaufenthalt startete am Freitagabend, an dem wir direkt in den Genuss des Fünf-Gänge-Menüs kamen. An diesem Abend aßen wir sogar sechs Gänge, weil wir uns vor lauter Hunger nicht einmal beim Salatbuffet zurückgehalten haben. Nur wenige Stunden später, am nächsten Morgen hatten wir tatsächlich wieder Hunger. Zum Glück ist die Frühstücksauswahl riesig. Von Südtiroler Spezialitäten, wie Vinschgerl Brot oder Speck gibt es im Naturhotel Rainer natürlich Eier, Käse (Bergkäse mhmhmh…) und selbstgemachte Marmeladen sowie Schokocreme. Diese schmeckte dank kleingehackter, untergemischter Nüsse richtig lecker. Theoretisch hätten wir einige Stunden nach dem Frühstück sogar mittags nochmals schnabulieren können, aber da verbrachten wir die Zeit draußen am Berg.

Die Highlights in unserem Zimmer (Adlerhorstsuite) waren die beiden geflochtenen Adlerhorstschaukeln. Von diesen konnten wir durch die riesige Fensterfront das Jaufental und den Jaufenpass überblicken. Auf unserem Balkon gab es eine weitere Schaukel. Toll war ebenfalls, dass unser Bett direkt auf eine andere Fensterfront ausgerichtet war. So blickte man nach dem Aufwachen auf sattgrüne Wiesenhänge.

Der Wellnessbereich des Naturhotel Rainers bietet, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder, sehr viel: Es gibt ein Schwimmbad und direkt daneben einen Whirlpool. Über eine Tür gelangt man zum Kneippbecken, zur Infrarotkabine, zum Dampfbad und zur Sauna. Zusätzlich zu dieser Sauna gibt es noch eine Außensauna mit täglicher Aufguss-Zeremonie. Uns haben die beheizten Wasserbetten im Ruhebereich sehr zugesagt. Da wir am Samstagabend super kaputt nach unserem Wander-Tagesausflug waren, kamen die Betten zur Entspannung gerade recht. Unsere sehr strapazierten Oberschenkel und Waden entspannten sich im Dampfbad etwas.

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Das Wanderparadies Südtirol

Auch wenn das Hotel so schön ist, dass man ganztags die Zeit auch drinnen rumbekommt, lohnt sich ein Blick und Ausflug in die umliegenden Berge. Südtirol ist das Wanderparadies schlechthin. Wir beide kennen die Berge nur schneebedeckt aus dem Winter vom Skifahren. Was das Wandern betrifft, sind wir eigentlich ziemliche Rookies. Praktischerweise bietet das Naturhotel Rainer geführte Wandertouren an. Diese sind für Gäste des Hotels gratis. Vor allem für Wanderanfänger, Personen, die keinen Plan haben (wie wir…) oder Alleinreisende ist dies super praktisch. Man muss sich um nichts (Routenplanung etc.) kümmern und lernt was von Einheimischen. Zusätzlich verleiht das Hotel Stöcke und Rucksäcke. Als wir am Freitag im Hotel eincheckten, wurde wir gleich auf die geführte Wandertour ab Samstagmorgen aufmerksam gemacht. Die Tour war als mittelschwer gekennzeichnet und ohne groß darüber nachzudenken, schrieben wir uns auf die Liste.

Am Samstagmorgen um 9 Uhr traf sich die Wandergruppe mit Wanderführer Norbert am Hotel. Norbert ist ein einheimischer Südtiroler, der die Berge wie seine Westentasche kennt. Gemeinsam mit einer Familie aus Frankfurt und einem Mann aus der Schweiz ging es Richtung Startpunkt. Dieser lag etwa eine dreiviertel Stunde mit dem Auto vom Hotel weg. Praktischerweise konnten wir mit Norbert mitfahren und mussten uns nichtmal um die Hinfahrt kümmern. Das war auch besser so, denn das letzte Stück der Autofahrt war sehr abenteuerlich. Es ging 15 Minuten lang durch Serpentinen auf einem steilen und ungepflasterten Weg bergauf. Das Startschild dort prophezeite einen Aufstieg von 2,5 Stunden zum „Weissspitz“-Gipfel. Wir hatten beide glücklicherweise geliehene Stöcke von Norbert dabei. Diese erleichterten bereits den Aufstieg, der erst über eine breite Forststraße und später über schmalere Wege nach oben führte.

Unsere Befürchtung, dass die Kinder uns am Berg durch Rennen voll abziehen würden, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Wir machten genug Pausen zwischendrin, sodass der Anstieg nach oben zwar anstrengend war, aber nicht super beschwerlich. Die letzten hundert Meter zum Gipfel führten durch Geröllmassen. An dieser Stelle kraxelten wir auf allen Vieren, bevor wir schließlich überglücklich oben am Gipfel ankamen. Das obligatorische Gipfelfoto und der Eintrag ins Gipfelbuch (das allererste Mal für uns beide) waren absolute Highlights. Norbert hatte in seinem Rucksack nicht nur seinen eigenen Proviant, sondern auch genug zum Trinken und Essen für die Anderen dabei. Oben am Gipfel pausierten wir kurz und machten eine Brotzeit. Danach brachen wir zum Abstieg auf, denn schließlich mussten wir die aufgestiegenen 870 Höhenmeter wieder runter. Unten lockte außerdem die Hütte mit saftigem Mohnkuchen oder deftigen Suppen. Nach insgesamt 10 Wanderkilometer und vier Stunden reiner Gehzeit kamen wir am heiß ersehnten Ziel an, setzten uns erschöpft hin und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Unsere Oberschenkel und Waden brannten zu diesem Zeitpunkt ziemlich und am nächsten Tag hatten wir beide einen leichten Muskelkater.

Trotzdem sind wir am Sonntag, vor unserer Abreise noch zu einer kürzeren Rundtour aufgebrochen. Im Hotel hatte man uns den Rundweg zum Wasserfall empfohlen. Dieser startete praktischerweise direkt vom Hotel aus und führte durch den Jaufentaler Wald nach oben, entlang eines kleinen Flusses zum Wasserfall. Bei dieser Tour ging es in kürzerer Zeit relativ schnell bergauf (immerhin 400 Höhenmeter bei zwei Stunden Marsch), sodass auch hier unsere Beine ordentlich gearbeitet haben. Auf beiden Touren empfehlen wir eine Grundaustattung mitzunehmen, die wir euch gerne vorstellen möchten.

Checkliste Wander-Tagestour

  • Rucksack (20-30 Liter Volumen) mit Belüftung (sollte nicht direkt am Rücken aufliegen wegen Schwitzen) und Brust-/Hüftgurt
  • Wander- oder Skistöcke: Der Vorteil von Wanderstöcken liegt darin, dass sie sich verkleinern/vergrößern lassen und man diese im Rucksack transportieren kann.
  • Knöchelhohe Wander- oder Trailrunningschuhe. Wichtig: feste Schuhe mit sehr gutem Profil!
  • Passende Kleidung: Funktionskleidung in mehreren Lagen (z.B. Laufhose und obenrum Schichten, wie Unterhemd/Top, Shirt, Langarmshirt, Wind-/Regenjacke und für die Pause am Gipfel eine wärmenede Außenschicht), zusätzlich: Wechselshirt
  • Stirnband oder Mütze
  • Sonnenbrille, Sonnencreme
  • Genug zu Trinken: Mindestens 1,5 Liter
  • Brotzeit, wie belegte Semmeln, Riegel, Bananen, Nüsse
  • Geld für den abschließenden Einkehrschwung

Fallen euch weitere wichtige Gegenstände ein, die am Berg auf keinen Fall fehlen dürfen? Wir sind dankbar für mehr Tipps und Ideen. Nach unserem traumhaften Wochenende in den Südtiroler Bergen sind wir ganz angetan vom Wandern und werden bestimmt zu Wiederholungstätern. Das Naturhotel Rainer bietet den perfekten Ausgangspunkt für einen Wanderurlaub. Das Angebot der geführten Touren hat uns am meisten überzeugt, denn dadurch lernt man die Region durch die Augen eines Einheimischen kennen.