ACHT TIPPS, WIE DU DEIN LAUFTRAINING IN DEN (STRESSIGEN) ALLTAG INTEGRIERST

„Ich würde ja auch gerne laufen. Aber ich hab einfach nicht so viel Zeit wie du!“ Keine Ahnung, wie oft mir dieser Quatsch schon erzählt wurde. Zeit hat man nicht, die nimmt man sich. Und wenn ich richtig informiert bin, stehen JEDEM pro Tag 24 Stunden zur Verfügung. Genug Zeit, um auch ein kleines Läufchen oder sogar ein Marathontraining unterzubringen.

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Zeit hat man ja bekanntlich nicht. Sondern man nimmt sie sich.

Mit diesem Blogpost möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du künftig auch mit „wenig Zeit“ noch welche zum Laufen abzweigen kannst. Oder, falls du diese Sprüche auch schon satt hast, dann kannst du ab sofort deinen Freunden den Link zum Blogpost weiterleiten. 🙂

Geh vor der Arbeit laufen

So mach ich es am liebsten und es ist nun wirklich kein Geheimtipp. Fällt trotzdem sehr vielen sehr schwer. Weil es so gemütlich ist im Bett. Und draußen ist es kalt und dunkel. Aber wenn du dich einmal rausgewagt hast, dann wirst du verstehen, warum es so großartig ist, zu laufen, wenn (fast) alle anderen noch schlafen. Vor allem nach einem langen Winter ist der erste „Earlybird“ in den Sonnenaufgang unbeschreiblich schön. Da dieser Blogpost im Juni erscheint, hast du JETZT die allerbeste Zeit erwischt, um möglichst viele Sonnenaufgänge zu erleben. Also raus mit dir!

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Allein für den Sonnenaufgang lohnt sich der „Earlybird“ allemal!

Diese Tipps helfen dir, dein „“Earlybird“-Vorhaben durchzuziehen:

  • Starte langsam! Stell dir den Wecker zunächst mal eine halbe Stunde früher und geh nur eine kurze Runde laufen. Das steigerst du dann nach und nach.
  • Leg dir schon abends die Klamotten raus – am besten direkt neben dein Bett. Wenn der Wecker klingelt, musst du nur noch reinschlüpfen.
  • Die ganz Harten schlafen direkt in Laufsachen.
  • Verabrede dich mit Freunden auf halber Strecke. Nur ein asozialer Klotz lässt seine Freunde „im Regen stehen“!
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Nein, ich schlafe nicht mit Laufklamotten. Fand es aber fürs Foto ne lustige Idee.
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„Also dann 6 Uhr Schranke?“ Wir nennen uns nicht umsonst „EARLY UNICORNS“!

Nutze deinen Arbeitsweg

Dein Arbeitsplatz liegt in einer Entfernung, die du noch locker laufen kannst? Na dann kannst du doch hin und wieder auch dorthin laufen. Hin musst du ja eh. Vorteil: Du startest deutlich entspannter in den Tag, weil du den Tag an der frischen Luft statt in der stickigen Bahn oder mit dem Auto im Stau verdaddelt hast. Du musst nur daran denken, dass du schon am Vortag deine Klamotten und Duschzeug dort deponierst, falls du nicht alles im Rucksack transportieren willst. Es gibt keine Dusche und nur mit „Katzenwäsche“ fühlst du dich nicht wohl? Dann laufe einfach nach Feierabend nach Hause. Die wichtigsten Dinge (Schlüssel, Geld) packst du in einen kleinen Laufrucksack und deine Klamotten nimmst du am nächsten Tag mit nach Hause. So mach ich das auch hin und wieder und für die 10 Kilometer brauche ich nicht sooo viel länger als mit der Bahn.

Der Weg ist VIEL zu weit, um zu laufen? Dann steigst du in Laufsachen und mit Rucksack in die Bahn und steigst ein paar Stationen früher aus, um den Rest zu laufen.

Du fährst gar nicht mit der Bahn, sondern etliche Kilometer mit dem Auto in eine andere Stadt? Dann Laufsachen rein ins Auto, nach Feierabend am Arbeitsort eine Runde drehen und dann mit dem Auto nach Hause. Dann hast du dir das Sofa auch wirklich verdient.

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Laufsachen an, Rucksack auf und ab nach Hause. Denn da musst du eh hin. Warum also nicht zu Fuß?
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Joa. Wenn man mehrere Tage hintereinander nach Hause läuft, stapeln sich Taschen und Klamotten auch mal im Büro.

Geh in deiner Mittagspause laufen

Du hast sowohl flexible Arbeitszeiten als auch eine Dusche am Arbeitsplatz? Dingdingding, JACKPOT! Als ich noch bei Fitness First war und mein Büro direkt im Studio hatte, konnte ich öfter mittags laufen, Krafttraining machen oder Kurse besuchen und die Zeit dann einfach hinten ranhängen. Dann ist es auch kein Drama, wenn mal mehr zu tun ist und der Feierabend in weite Ferne rückt. Mit meiner derzeitigen Firma steht evtl. ein Umzug im kommenden Jahr an und ich hoffe sehr auf eine Dusche.

Keine Zeit nach Feierabend verschwenden

Es ist utopisch, dass du deinen Arbeitsweg zu Fuß zurücklegst? Und in der Mittagspause geht es erst recht nicht? Ok, akzeptiert. Dann hilft (fast) nur eins nach Feierabend: Rein in die Wohnung, umziehen und los geht´s. Laufe direkt los und setz dich bloß nicht hin. So ein Sofa hat magische Kräfte und verbündet sich gerne mit dem inneren Schweinehund. Und dann bist du verloren. Was vielleicht nicht so gemütlich, aber ähnlich zerstörerisch für deine Laufmotivation ist: Haushaltsgedöns. Ganz ehrlich, da vergeht einem dann ja eh jede Lust aufs Laufen. Also nicht nach rechts und links schauen, NICHTS, was dringend aussieht, läuft dir in der Zeit weg.

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Egal, wie verlockend Sessel, Couch oder Hausarbeit sind: Ignorieren und loslaufen!

Setz´Prioritäten!

Richtig gelesen. Manchmal darfst du dich auch entscheiden: Eine komplette Staffel der Lieblingsserie in einem Stück suchten oder eben mal auf Pause drücken und rausgehen an die frische Luft. Funktioniert natürlich nur, wenn dir das Laufen wenigstens ein BISSCHEN wichtig ist! Oder du überlegst dir, ob du nun wirklich die hundertste Wiederholung von Big Bang Theory anschauen willst. ich weiß, „Spaß mit Flaggen“ ist großartig. Aber ich schwöre, es wird eine weitere Wiederholung geben und dann schaust du die beim nächsten Mal. Heute gehst du stattdessen einfach mal laufen.

Und auch bei anderen Aktivitäten darfst du ruhig überlegen, wie wichtig dir das wirklich ist. Vielleicht hast du gar keine Lust, den x-ten Burgerladen zu testen? Da kann man auch absagen und sich stattdessen Zeit für sich selbst nehmen. Vielleicht reicht auch ein Mittagsschlaf über 30 Minuten statt drei Stunden? Hier könnte man die Prioritäten auch noch verschieben. Wäre für mich jetzt allerdings ne harte Nummer. Dann lieber 4:45 Uhr aufstehen! Wo ich Prioritäten setze, ist ganz klar der Haushalt: Bei mir kann man nur dann vom Boden essen, wenn sich Besuch ankündigt.

Schlag´zwei Fliegen mit einer Klappe!

Da gibt´s verschiedene Möglichkeiten! Das Buch, das du schon immer lesen wolltest, bekommst du sicher auch als Hörbuch. Also runterladen, Ohrstöpsel rein und los geht´s! Ideal für lange, langsame Läufe. Du willst ja alles verstehen, also musst du ruhig atmen. Zum anderen möchtest du sicher dringend wissen, wie´s weitergeht und du hörst nicht schon nach 30 Minuten auf.

Du bist mehr der Serien-Typ und ohne GZSZ geht gar nichts? Hast zwar kein eigenes Laufband zu Hause, aber bist Mitglied im Fitnessstudio? Dann geh doch dorthin und trainiere nebenbei. Die meisten Studios haben doch einen Fernseher oder, noch besser, integrierte Bildschirme im Gerät. Da kannst du dann im Anschluss auch noch was anderes schauen. Oder vorher Das perfekte Dinner, haha. Natürlich kannst du auch Serien aufs Smartphone oder Tablet ziehen und dann schauen, während du auf dem Laufband rennst. Ich mach das im Winter manchmal, wenn Biathlon kommt: Während die Athleten laufen und schießen, kann ich auch rennen statt mir den Hintern platt zu sitzen.

Ein paar gute Tipps hab ich jetzt auch noch von verschiedenen Müttern bekommen: Falls du Kinder hast und die selbst (Sport)Verabredungen haben oder Musikschule oder, oder, oder: Nutz doch die Zeit und geh währenddessen laufen. So tobt sich nicht nur der Nachwuchs aus, sondern auch die Mama (oder der Papa) können Dampf ablassen und alle treten danach zufrieden den Heimweg an. Falls du ein Stadion oder einen Sportplatz nutzen kannst: Kind am Rand abladen, mit genug Spielzeug versorgen (idealerweise gibt es einen Sandkasten) und du ballerst deine Intervalle. Ansonsten können ältere Kinder auch perfekt die Radbegleitung für Mama oder Papa machen. Und am Ende gibt´s für alle ein Belohnungseis.

Treffen mit Freunden werden zu Laufverabredungen

Mal davon abgesehen, dass dieser Blog nur existiert, weil Laura und ich in der Vorbereitung auf unseren ersten Marathon so viel geredet und festgestellt haben, dass man mit dem ganzen Training auch andere motivieren könnte, treffe ich einige Freunde hauptsächlich zum Laufen. Wenn Laura und ich mal wieder Blogthemen bequatschen UND beide fit sind (grad wechseln wir uns ja leider mit Ausfällen ab), dann gehen wir laufen. Susi und ich müssen mal wieder über Instagram, Gott und die Welt Dampf ablassen – hallo sonntäglicher Longrun! Da ist genug Zeit, sich abzureagieren. Und auch die „Early Unicorns“ aka Mira, Marie und Matthias (jetzt merke ich grad, dass ich mit meinem Namen gefährlich aus dem Raster falle!) treffe sich vor allem, um mal wieder in Ruhe zu labern. Wobei „in Ruhe“ ein Ephemismus ist, meist hecheln wir, weil wir so schnell unterwegs sind. Ach ja: Zu den adidas Runners geh ich auch oft nur, um liebe Freunde mal wieder zu treffen. Ich laufe nämlich nicht so gerne abends, aber für die Jungs und Mädels lohnt sich das definitiv.

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Beim Laufen können wir gleichzeitig Ideen für den Blog bequatschen. Wenn wir denn beide mal gleichzeitig fit sind!
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Sogar meine Schwester treff ich gefühlt mehr auf Lauf-Events als daheim!

Wenn wir das hinkriegen, dann ist das für dich doch auch kein Problem. Es muss ja nicht gleich der Zwei-Stunden-Lauf sein. Halbe Stunde laufen und anschließend noch ein Eis oder Limo gehen für den Anfang völlig klar. Und wenn ihr dann Lust habt, steigert ihr langsam die Distanzen. Irgendwann ist es für euch selbstverständlich, dass ihr euch zum Laufen trefft, versprochen!

Knappe Zeit effektiv nutzen

Ok. Dein (Dauer)Lauf war fest eingeplant und du wolltest wirklich nach Feierabend noch losgehen. Nur hat sich der Feierabend nach hinten verschoben und du hast später noch einen Termin. Laufsachen hast du natürlich keine dabei, also fällt nach Hause rennen schonmal flach. ABER ein kleines Zeitfenster ist noch geblieben. Nutze es! Ein kurzer Lauf ist immer noch besser als gar keiner. Und statt des geplanten Dauerlaufs gibt es nun entweder einen Tempolauf oder ein kleines Fahrtspiel: Zehn Minuten einlaufen, zehn Minuten Tempowechsel – zum Beispiel zwischen Bäumen, Laternen, Straßenkreuzungen, zehn Minuten auslaufen und fertig.

Zusätzlich zum Haken auf der To-Do-Liste gibt´s noch zwei Goodies on top:

  1. Das gute Gefühl, die Zeit optimal genutzt und trainiert zu haben.
  2. Wut und Ärger wegen des langen Arbeitstages hast du dann auch gleich abgebaut.
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Wenn du wenig Zeit hast, musst du eben schneller rennen!

Generell gilt für alle Tipps vor allem eins: Nicht lange nachdenken, sondern einfach mal MACHEN! Man sagt, dass man sich nach drei Monaten so an seine „neuen Gewohnheiten“ gewöhnt hat, dass sie in Fleisch und Blut übergehen. Diese drei Monate muss man halt irgendwann mal in Angriff nehmen. Der Spruch ist zwar ausgelutscht, aber wahr: Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Ausreden. Also Hand aufs Herz: Findest du lieber Wege oder hältst du dich mit Ausreden auf?

Edit: Ich habe noch einen Tipp (DANKE an die Insta-Community) ergänzt und so wurden aus sieben Tipps eben acht.