„…ICH WILL ZURÜCK NACH WESTERLAND!“ – URLAUBSTIPPS FÜR DIE INSEL SYLT

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„Du musst unbedingt eine Wattwanderung machen!“ „Und in der Kupferkanne Kuchen essen!“ „Sansibar ist auf jeden Fall Pflicht!“ Vor meinem Urlaub hatte ich auf Instagram gefragt, was man unbedingt auf Sylt getan haben muss. Ich hab jede Menge Tipps bekommen und damit die nicht irgendwo im Feed versauern, gibt´s diese Tipps (plus meine eigenen Erfahrungen) hier nochmal gesammelt. Bestimmt hilfreich, falls du demnächst auch einmal in den hohen Norden reist.

Vorweg ein paar Tipps für dein Reisegepäck:

  • Stirnbänder oder Mützen: Der Wind ist echt unglaublich und ich war froh, dass ich sowieso immer Stirnbänder zum Laufen einpacke. Hat ordentlich gezogen da oben UND so ein Stirnband hält die Frisur einigermaßen im Zaum.
  • Wind- / Regenjacke: Der Wind weht natürlich nicht nur um den Kopf, sondern auch um den restlichen Körper. Besser, du bist dagegen gewappnet. (Es muss übrigens nicht die fette Daunenjacke von Wellensteyn sein, eine Lauf- oder Wanderjacke tut´s auch.
  • Sonnencreme: Wenn die Sonne da ist, dann hat sie natürlich auch viel Power. (Ok, im Januar vielleicht weniger als im August, aber ich denke, du verstehst, was ich meine). Und gerde bei DIESEM Wind, bist du schneller verbrutzeelt, als du gucken kannst. Haut wie ein alter Lederkoffer oder sogar Hautkrebs braucht kein Mensch. Also immer schön eincremen – auch bei bewölktem Himmel!
  • Pack den „großen Geldbeutel“ ein: Sylt ist teuer. Teilweise sogar unverschämt teuer. Besser, du bist darauf vorbereitet. Seitdem ich in München lebe, habe ich mich zwar ein bisschen an hohe Preise gewöhnt, es geht aber offensichtlich noch teurer.

ESSEN

Essen ist natürlich das ALLERWICHTIGSTE. Und da gibt Sylt ne Menge her. Gleich am ersten Abend waren wir – wie es sich scheinbar gehört – bei GOSCH. Allerdings nicht, wie vielfach empfohlen, im Stammhaus in List („Unbedingt in der nördlichsten Fischbude Deutschlands ein Fischbrötchen essen!“), sondern in Wenningstedt. Dort hast du einen tollen Blick auf die Dünen und das Meer. Sofern du einen guten Platz bekommst. Das Essen war echt gut, für meinen Geschmack war´s jedoch zu voll und zu laut. Eher Mensa- als chilliges Urlaubs-Feeling.

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Wenn du einen Fensterplatz ergatterst, hast du einen wunderbaren Blick. Bei schönem Wetter noch besser. Glaube ich.
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Liebesteller aka Nordseekrabben, Vollkornbrot und Spiegelei. LECKER!

Mein After-Run-Kaloriendefizit nach meinem Deichlauf (dazu später mehr) habe ich mit einer FETTEN Waffel bei WAFFLE KITCHEN in der Paulstraße in Westerland bekämpft. War köstlich und so gar nicht „anti-Schwabbel-konform“.

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Gleich zweimal waren wir im MARISO zum Abendessen. Weil das Personal superfreundlich war und es Brot vorweg gab. Und weil es dort einen unglaublich leckeren ROSA HUGO gab. OMG! Der war sooooo gut. UND: Keine Plastikstrohhalme! Am ersten Abend gab´s noch Maccaroni-Strohhalme, am zweiten welche aus Papier (Macaroni war besser!). Das Essen war natürlich auch lecker. Und du kannst draußen im Strandkorb sitzen. Geht´s noch besser?

„Im Strandkorb im SEEPFERDCHEN sitzen!“ war auch eine Empfehlung von euch. Für Strandkorb war´s bisschen zu kühl, gegessen haben wir dort auf jeden Fall hervorragend. Und gar nicht mal so günstig, hahaha. Aber gut, wer unbedingt ein SAFRAN-Risotto essen will, darf sich halt nicht wundern, oder?

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Es war leider schon ein bisschen dunkel, deshalb ist das Foto nicht ganz so gut geworden. Aber ein Risotto für 25€ (!) schafft es definitiv auf den Blog.

Gefrühstückt haben wir entweder bei einem der vielen Bäcker – zum Beispiel bei MICHEL´S BACKHÜS oder im CAFÈ WIEN. Die „fertigen“ Frühstücke gibt´s dort nämlich für 10 Euro und es gab richtig viel. Perfekt für mich Fresssack. Ich war dann auch immer satt bis abends. Am letzten Tag hab ich mir dann selbst ein Frühstück zusammengestellt (um mich nicht wieder komplett zu überfressen). UND: Es gibt eine pornöse, dickflüssige Schokolade. Mmmmh.

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Das Brot war soooo gut! / Michel´s Backhüs
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Ja, das sind nur zwei Frühstücke. Nicht fünf. / Café Wien

Und, was mir mehrfach empfohlen wurde und was DU auch unbedingt machen musst: Kuchen essen in der KUPFERKANNE in Kampen. Uuuh, das war nice. Die Kuchenstücke waren ungefähr so groß wie Backsteine und es war richtig lecker.

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Gönnjamin! Ich liebe Käsekuchen und ich liebe Streuselkuchen. Noch mehr liebe ich Käse-Streusel-Kuchen.

Auf Schampus und Currywurst in der SANSIBAR hab ich verzichtet. Ich bin mit dem Rad sogar hingefahren, aber erstens war ich noch vom Frühstück satt und zweitens fand ich es jetzt nicht soooo besonders dort. Für mich auch ein bisschen verstörend, wie viele da mit ihren fetten Karren vorfahren (Parkplatz kostet übrigens 3 Euro, nimm also lieber das Rad oder fahr mit dem Bus, der hält genau „vor der Tür“), um dann Schampus oder Aperol Spritz zu trinken. Schön fand ich den Strand dort, da bin ich auch erstmal spaziert. Falls du Hunde hast: Es gibt da auch einen Hundestrand.

Zusätzlich gab´s noch folgende Empfehlungen aus der Community:

Westerland

Kampen

  • Mittagshunger in der Buhne 16 bekämpfen. Ich hatte mittags nie Hunger. Schade.
  • Die Schönen und Reichen im Gogärtchen anglotzen.

List

Keitum

(SPORTLICHE) AKTIVITÄTEN

Normalerweise bin ich im Sommerurlaub ultrafaul. Morgens ein bisschen Sport und dann den restlichen Tag schlafen und hin und wieder lesen. Und wieder schlafen. Für Sylt war klar, dass das nicht funktioniert. Zum einen, weil ich´s nicht warm genug fand, um am Strand zu liegen. Zum anderen, weil ich natürlich auch was von der Insel sehen wollte.

Eine Wattwanderung stand bei mir ganz oben auf der To-Do-Liste. Ich war ja noch nie zuvor an der Nordsee und fand das schon vorher total faszinierend. Wir haben eine geführte Wattwanderung gemacht und ich hatte das schon zu Hause online gebucht. Das Watt an sich ist ja nicht permanent verfügbar und da wir nur eine knappe Woche auf Sylt waren, wollte ich auf Nummer sicher gehen.

Unser „Guide“ war eine Vogelkundlerin und sie hat uns echt viele interessante Dinge erzählt. Wusstest du, dass das Watt quasi ein „Büffet“ (sie nannte es „Schlaraffenland“) für alle Vögel ist? Sobald das Wasser weg ist, finden die da nämlich jede Menge Tiere zum Schnabulieren. Und die Schafe kacken nicht nur auf den Deich, sondern grasen diesen auch ab und treten ihn fest. Ein richtiger Fulltime Job übrigens, da es laut der Vogelkundlerin zu wenige Schafe auf Sylt gibt und der Deich deshalb sogar häufig noch gemäht werden muss.

Als wir die Wattwanderung gemacht haben, war das Watt wegen des Windes (siehe oben!) ziemlich nass, deshalb standen wir nur sehr selten so richtig im Schmodder. Aber wenn, war´s geil. Ich kann´s nur empfehlen, ohne Wattwanderung solltest du Sylt nicht verlassen.

Wenn du Läufer bist (da du uns folgst bzw unseren Blog liest, geh ich einfach mal davon aus), hast du auf Sylt echt viel Spaß. Ich habe auf jeden Fall mal den Spruch „Der Wind ist die Berge des Nordens“ verstanden. Ich hab´s oft gelesen, dachte aber, das sei nur Geschwätz. Sorry for that!

Wenn du einfach nur rennen willst, dann kannst du dich beispielsweise auf den kilometerlangen Radwegen austoben. Ich hab mir da ein paar Intervalle gegönnt. Super mit dem Wind. Der natürlich auf dem Rückweg ins Gesicht gepustet hat.

Du magst lieber „betreutes Laufen“ und willst ein bisschen was von der Insel sehen? Dann schließ dich sonntags den Läufern des „Tinnum 66“ an. Hier hast du nicht nur die Chance, mit Ortskundigen rund 17 Kilometer zu laufen, sondern du kannst gleichzeitig noch das „Deichlauf-Zertifikat“ ablegen. Ich fand´s mega und da ich die einzige Touristin war, hatte ich Hajo ganz für mich allein und wir konnten ein bisschen über unsere Marathon-Erfahrung plaudern. Und er hat mir natürlich einiges auf der Insel gezeigt. Es ging durch ein kleines Wäldchen und dann sogar auf dem Deich am Rantumbecken entlang. Beim Laufen erfuhr ich, dass ich wohl die Einzige war, die sich vorher die „Regeln“ durchgelesen hat. Auf die Frage, ob ich immer mit Uhr laufen würde, hab ich nämlich direkt versichert, dass ich nix getrackt habe, damit ich auch wirklich das Zertifikat bekommen. Danach gab´s noch ein Bierchen mit den anderen beiden Läufern, die eine kürzere Runde gelaufen sind.

Außerdem hatte ich noch eine schöne Runde mit Steffi, die frei und Lust hatte, mir noch ein wenig die Insel zu zeigen. Sylt-Gossip und weitere Tipps für die restlichen Urlaubstage gab´s außerdem on top. Wir liefen zum Beispiel an der Uwe Düne (höchste Erhebung der Insel) vorbei und sie legte mir die für „Treppentraining und schöne Fotos und Storys“ ans Herz. Auf Treppentraining hatte ich allerdings keine Lust mehr, ich hatte ja schon ein paar Kilometer in den Beinen. Also fuhr ich mit dem Fahrrad hin. Und ja, da könnte man schön trainieren.

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Erst Laufen mit Steffi…
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…dann mit dem Rad zur Uwe Düne

Apropos Fahrrad: Leih dir unbedingt eins aus. Sylt hat ein super Radwegenetz und es macht so viel mehr Spaß, die Insel mit dem Rad statt mit dem Auto abzufahren. Und all das Essen (siehe oben) muss ja auch irgendwie verarbeitet werden. Ein Leihrad bekommst du für etwa 10€/Tag inklusive Schloss (E-Bikes sind natürlich teurer).

Ich hab insgesamt drei Touren gemacht:

Von Westerland über Kampen nach List bis zum Ellenbogen

Landschaftlich war das die schönste Tour. Und die längste und auch die anstrengendste. Aber da gab´s auch den Kuchen, also war das auch angemessen. Von Westerland bis zum Ellenbogen sind es rund 21 Kilometer (die du dann natürlich auch zurück radeln musst). Klingt erstmal nach wenig. Aber erwähnte ich schon den Wind? Vor allem der letzte Zipfel war richtig mies. Auch, weil ich so „clever“ war, den Weg über den Deich zu nehmen. Ich hab mehrfach befürchtet, der Wind könnte mich vom Deich wehen. Das letzte Stück bis zum Ellenbogen ging dann wieder ganz gut. Zurück hatte ich allerdings nur auf dem kurzen Stück „bis nach vorne zur richtigen Straße“ so krassen Gegenwind, dass ich das Gefühl hatte, zu stehen. War aber trotzdem geil. UND: Ich wusste ja schon, dass ich bald Kuchen essen würde.

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Ja, ich lache. Aber der Wind da auf Deich war extreeeem.
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Kitesurfer am Ellenbogen. Aber man hätte auch nen Drachen steigen lassen können.
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Genau mein Humor.

Nach dem Kuchen bin ich nochmal ein Stück zurück gefahren bis zum Dünensteg. Das sah vom Radweg so nett aus. War dann aber einfach nur eine „Treppe“ zum Strand. Trotzdem schön. Zumal zu dem Zeitpunkt, als ich dort war, sonst kaum jemand da war.

Bei dieser Tour könntest du auch gleich noch das Rote Kliff und die Vogelkoje in Kampen „abhaken“. Dann musst du dich aber sehr beeilen. Und wir haben ja Urlaub. Also vielleicht für einen anderen Tag einplanen.

Von Westerland nach Hörnum

„Mit dem Fahrrad zum Hafen nach Hörnum fahren und Seehund Willi besuchen. Und den Leuchtturm besteigen.“ Das waren die Aufgaben, die ich von euch bekommen hab. Etwa 18 Kilometer (einfache Strecke) sind es von Westerland nach Hörnum. Und wer war nicht da? Genau, Seehund Willi! Und der Leuchtturm? Geschlossen. BITTER!

Dafür saß ich aber erst gemütlich am Strand in der Sonne und dann im Strandkorb oberhalb des Hafens. Bin dann auch ml kurz eingenickt, upsi.

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Von Westerland zur Sansibar und über den Deich (und am Rantumbecken entlang) und über Westerland zur Uwe Düne

Ersteres hätte ich auch mit der zweiten Tour abdecken können. Und die Uwe Düne liegt auf dem Weg von Westerland nach Kampen.  Aber da kannte ich die Düne ja noch gar nicht. 

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Auch auf dem Deich am Rantumbecken ging ein ordentlicher Wind. Aber längst nicht so stark wie am Ellenbogen.

Wer es gemütlicher mag, der kann stundenlang an den wirklich schönen Stränden spazieren gehen. Ich war einmal morgens am Strand, weil ich einfach nicht mehr schlafen konnte und für den Tag keinen Lauf geplant hatte.

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Oder auch einfach nur im Strandkorb sitzen und aufs Meer schauen. Macht man eh viel zu selten. Denn wer hat schon Strand und Meer vor der Tür?

Am besten geht das übrigens zum Sonnenuntergang. Mit einem Becher Erdbeerbowle in der Hand. Wir hatten leider nur einmal das Glück, den Sonnenuntergang zu sehen. Dafür war´s dann aber auch besonders schön. Vielleicht auch wegen der Bowle.

Was wir nicht geschafft haben, war ein Picknick am Rantumbecken und auch für den Besuch einer Hallig blieb leider keine Zeit. Ich fürchte, ich muss nochmal kommen?!

PARTY

Tja, sorry. Wie in jedem Urlaub war ich abends einfach nur platt und hatte genau ZERO Bock, feiern zu gehen. Empfohlen wurde mir aber das American Bistro in Westerland und der Pony Club Kampen. Die „nördlichste Schlagerbar Deutschlands“ gibt´s auch auf Sylt. Du findest die Wunderbar in Westerland. Ich fand´s von außen allerdings nicht so einladend, deshalb hab ich meiner Müdigkeit immer nachgegeben.

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Ein Gedanke zu “„…ICH WILL ZURÜCK NACH WESTERLAND!“ – URLAUBSTIPPS FÜR DIE INSEL SYLT

  1. Schoener Beitrag 🙂 Ich selbst war ja noch nie an der Nordsee! Sylt steht auf jeden Fall jetzt auch auf meiner To-Do-Liste!
    Ich habe das Gefuehl. dass die Deutschen immer nur weit, weit weg in den Urlaub wollen, wo es warm ist..in andere Laender oder auf andere Kontinente, obwohl es in Deutschland auch echt schoene Ecken gibt um zu verweilen 🙂

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