HASHIMOTO UND ERNÄHRUNGSUMSTELLUNG

Disclaimer: Ich bin keine Ärztin, die untenstehenden Informationen habe ich aus Büchern und dem Internet recherchiert. Ich gebe hier lediglich meine persönlichen Erfahrungen weiter.

Diagnose Hashimoto: Hashi-was? Mit dem Begriff Schilddrüsenunterfunktion können die meisten wahrscheinlich mehr anfangen. Diese ist eine mögliche Folge der Hashimoto-Erkrankung. Hashimoto selbst ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass der Körper Antikörper bildet, die sich gegen das eigene Schilddrüsengewebe richten und zu einer chronischen Entzündung führt. Schließlich wird das ständig entzündete Schilddrüsengewebe zerstört und führt zu einer Unterfunktion. Bei Autoimmunerkrankungen verliert der Körper seine Fähigkeit zwischen körpereigenen Strukturen und Eindringlingen zu unterscheiden. Das Immunsystem wird angeregt anzugreifen, was zu einer Schädigung von Körperzellen und -gewebe führt. Zum Einen spielen Erbfaktoren eine Rolle beim Risiko daran zu erkranken, zum Anderen Umweltfaktoren, Ernährung und Lebensweise.

Bei mir wurde die Hashimoto-Krankheit bereits als Kind diagnostiziert. Ich bekam Tabletten (Schilddrüsenhormone), die ich seitdem nehme und komme super damit klar. Ich gehe regelmäßig zur Blutabnahme und zum Ultraschall, der beim letzten Mal nicht so gut ausfiel. Die Blutwerte sind jedoch in Ordnung und ich habe sonst keinerlei der typischen Beschwerden, wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Gewichtszunahme. Trotzdem lies mich diese eine Ultraschalluntersuchung gedanklich nicht los und ich las mich in das Thema ein. Ich wollte unbedingt herausfinden, was man zusätzlich zur Einnahme der Tabletten dagegen unternehmen kann. Recht schnell stoß ich auf das Thema glutenfreie Ernährung, was nach weiterer Lektüre immer mehr Sinn in meinen Augen machte.

Gluten gilt als ein möglicher für Autoimmunerkrankungen, da ein Zusammenhang zwischen diesen und einem durchlässigen Darm bestehen kann. Das bedeutet nicht, dass Menschen mit Autoimmunerkrankheiten automatisch alle eine Glutenunvertäglichkeit haben, doch die Meidung von Gluten kann dazu führen, dass der Darm weniger irritiert beziehungsweise geschädigt wird. Gluten ist ein Protein, das in Weizen und vielen anderen Getreidesorten vorkommt.

Was spricht für eine glutenfreie Ernährung?

Der ständige Verzicht auf alle Lebensmittel, die Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer oder Gerste enthalten, klingt zunächst wie ein Alptraum und ist es in der Praxis manchmal auch. Aber man gewöhnt sich bekanntlich an Vieles. Gluten steht im Verdacht Autoimmunerkrankungen zu begünstigen, da es schwer verdaulich ist und im Darm weitere Entzüdungsprozesse hervorruft, die Darmzellen schädigt und das Immunsystem reizt. Unser Darm ist stark für die Gesundheit verantwortlich und ein Großteil des Immunsystems wird im Darm gebildet. Durch die Hashimoto-Krankheit ist das Immunsystem bereits in Alarmbereitschaft und es sind oftmals Schutzbarrieren des Darms gestört. Einzelne Glutenteile sorgen am Darm dafür, dass die Darmzellen auseinanderweichen und diese zerstören. Durch diese Lücken können Glutenteile in den Körper eintreten. Das Immunsystem, welches durch Hashimoto überaktiv ist, beginnt auf diese Proteine zu feuern, indem es Antikörper ausbildet. Gluten ähnelt von der Struktur her sehr stark der Thyroxinperoxidase, sodass Antikörper an die Schilddrüse andocken und diese die Zerstörung beschleunigen können. Indem man dem Darm durch den Verzicht auf Gluten Ruhe gönnt, können sich die Darmzellen regenerieren, da sie nicht mehr ständig von Gluten angegriffen werden. Durch glutenfreie Kosten KÖNNEN Hashimoto-Antikörper absinken. Ob sie dies bei mir tun und wie der nächste Ultraschall aussieht, wird sich zeigen.

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Glutenfrei im Alltag

Ich habe schon einige Ernährungsexperimente hinter mir, doch bei Gluten werden sämtliche Lebensmittel gestrichen, die ich extrem liebe: normale Pizza, Pasta und auch  Brot fallen weg. Sogar Eis enthält meist Gluten, da dies in vielen Grundmischungen beigefügt ist, aus denen Eis hergestellt wird. Dazu kommt, dass Nahrungsmittel, wie Milchprodukte, Nachtschattengemüse oder Pseudogetreide ebenfalls das Immunsystem triggern. Es ist aber extrem individuell wie man darauf reagiert. Zucker ist bekanntlich generell schlecht und unterstützt ebenfalls Entzündungsprozesse im Körper. Soja sollte außerdem vermieden werden, da dies eine Schilddrüsenunterfunktion verstärken kann auf Grund des hohen Gehalts an Isoflavonen.

Super sind Gewürze, wie Kurkuma (enthält das enzündungshemmende Kukumin) und Selen, das ebenfalls bei Schilddrüsenentzündungen als Radikalfänger helfen kann. Selen ist beispielsweise in Paranüssen enthalten (Achtung: hoher Suchtfaktor). Gut für den Darm ist Joghurt, der Probiotika enthält und die Darmflora in Schwung bringt. Dies hatte mir damals schon die Ernährungsberaterin ans Herz gelegt. Ich verzichte wirklich nur auf Gluten, da ich erstmal schauen möchte, ob dies bereits einen positiven Effekt bringt.

Für die Regulierung der Hungerhormone ist es besser zwei bis vier größere Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen, als viele kleine verteilte Mahlzeiten. Ich versuche mich so gut es geht daran zu halten und esse unter der Woche Frühstück, Mittagessen, einen Nachmittagssnack und Abendessen. Glücklicherweise gibt es zu vielen Lebensmitteln alternative Produkte, die kein Gluten enthalten. Statt normaler Pasta verwende ich Linsen- oder Kichererbsennudeln. Statt Couscous greife ich auf Quinoa, Hirse oder Buchweizen zurück. Wenn ich Lust auf einen Kuchen habe, backe ich ihn mit glutenfreiem Buchweizenmehl. In fast jeden Supermarkt gibt es inzwischen glutenfreies Brot und auch Haferflocken. Sehr zu empfehlen sind die glutenfreien Müslis von mymuesli, die mir im Zuge meiner Ernährungsumstellung zugeschickt wurden. Das Schoko- und Beeren-Müsli esse ich super gerne mit Joghurt. Und da ich Porridge total liebe, kam das Kurkuma-Orange-Porridge sehr recht: Dies überzeugt geschmacklich durch seine ganz leicht herb-scharfe Note. Außerdem enthält es Kurkuma, welches entzündungshemmend wirkt. Das Müsli kommt ohne zusätzlichen Zucker aus und schmeckt dank Datteln und Bananen leicht süß. Ich habe von diesen Müslis immer eines im Büro stehen und je nach Geschmack wechsle ich zwischen der Joghurt- oder der warmen Porridge-Variante, das ich mit heißem Wasser übergieße. Dazu schmecken mir Heidelbeeren oder Brombeeren am besten. Außerdem enthalten diese Antioxidanten, die Entzündungen minimieren und freie Radikale abfangen.

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So sieht beispielsweise bei mir ein glutenfreier Tag aus:

Frühstück: Porridge oder glutenfreies Müsli/ Haferflocken mit Joghurt und Beeren oder am Wochenende Rührei mit einer glutenfreien Semmel.

Mittagessen: Salat aus Hirse, Tomaten, Gurke, rote Beete und Feta

Nachmittagssnack: Apfel & Nüsse

Abendessen: Ofengemüse aus Aubergine, Zucchini, Paprika und Hähnchen

Abends snacke ich dann oft noch dunkle Schokolade (70%). Wenn ich bei einer Hauptmahlzeit Lust auf Süßes habe (kommt oft vor), dann mache ich mir beispielsweise glutenfreien Kaiserschmarrn oder „Milchreise“ aus normalem Reis in Wasser und etwas Milch aufgekocht. Diesen würze ich mit Zimt und Kurkuma. Dazu kommt dann Apfel-Mango-Mark und Mandelsplitter. Der Hit, sage ich euch. Kartoffeln oder Süßkartoffeln sind übrigens auch erlaubt. Hart war es bisher für mich nur einmal: Als ich mit meinen Eltern in unserer Lieblingspizzeria in Garmisch war und wir direkt vor dem Pizzaofen saßen. Der Pizzaduft war im ganzen Raum und ich konnte leider nur Salat, Risotto beziehungsweise Lachs mit Spinat und Kartoffeln essen. Da habe ich schon gelitten, aber man findet wirklich überall Alternativen, die automatisch meistens gesünder sind. Natürlich google ich aber auch, wenn ich Lust auf eine glutenfreie Pizza habe und bin direkt in München fündig geworden: Die Pizzeria Pizzesco kann ich auch denjenigen weiterempfehlen, die gerne „normale“ Pizza essen. Meine Begleitungen waren direkt überzeugt und jetzt gehen wir sogar am Abend vor dem Tegernseer Halbmarathon dort zum Carbo-Loading hin. Als ich auf Dienstreise in Stuttgart war, habe ich in fußnähe des Hotels einen Burgerladen mit glutenfreien Burger-Brötchen gefunden. Heutzutage findet man fast überall super Alternativen.

Ich fokussiere mich erstmal auf den Verzicht von Gluten, ernähre mich aber zum Beispiel nicht nach dem Palaeo-Prinzip, das oftmals bei Hashimoto empfohlen wird. Dies passt nicht in meinen persönlichen Lebensstil, weil ich mich dabei zu sehr einschränkten müsste. Ich kann euch dennoch das Buch „Die Paläo Therapie“ von Sarah Ballantyne ans Herz legen. Das Buch ist ein ziemlicher Schinken und enthält umfassende sowei extrem detaillierte Tipps zum Umgang mit Autoimmunerkrankungen und wie man diese mit Hilfe von Ernährung und Lebensstil beeinflussen kann. Im Buch enthalten sind auch Listen, welche Lebensmittel man essen sollte und welche nicht. Diese habe ich mir direkt abfotografiert und schaue es mir vor dem Einkaufen oft an.

Im Alltag kommt es auf die richtige Vorbereitung an und bei Restaurantbesuchen finde ich immer etwas glutenfreies auf der Speisekarte. Und auf den Verzicht von Brot beim Salatessen gewöhnt man sich auch. Inzwischen backe ich öfters als zuvor, zum Beispiel mein heiß-geliebtes Bananenbrot, das super saftig schmeckt. Dazu einfach drei Eier, vier Bananen, zwei Esslöffel Kokosöl, ein Päckchen Vanillezucker, zwei Esslöffel Apfel- oder Banenmark vermischen, mit Zimt und Kurkuma würzen, für 35 Minuten im Ofen backen und fertig. Schmeckt sehr saftig und ist eine gesunde Alternative zum Frühstück oder als Snack zwischendrin! Und wem normales Brot total fehlt (so wie mir…), für den habe ich eine Empfehlung: die neu eröffnete Bäckerei „echt jetzt“ in der Maxvorstadt. Das Körnerbrot schmeckt super saftig und ist kein Vergleich zu den oft sehr trockenen Alternativen. Die Zimtschnecken sehen auf den Bildern so gut aus, dass ich es kaum erwarten kann sie zu probieren. Solche Alternativen machen es einem wirklich einfacher und definitiv erträglicher. Und ob sich eine Besserung auf Grund der Ernährung einstellt, wird die Zeit beziehungsweise das nächste Ultraschallbild eventuell zeigen. Ich bin sehr gespannt und versuche weiterhin jeder normalen Kuchen oder Pizza-Versuchung zu widerstehen.