FÜNF FRAGEN, DIE ICH DIE NUR SCHWER BEANTWORTEN KANN. ABER ICH TU ES TROTZDEM.

„Darf ich fragen, was…?“ „Darf ich fragen, wo…?“ „Was machst du bei…?“ „Wo hast du xy gekauft?“ „Was ist das für eine tolle Jacke / Hose…?“

Wir lieben den Austausch mit unserer Community. Wir freuen uns über jeden Kommentar, über jede Nachricht, über jeglichen Input für unsere Arbeit (sprich Blogposts) und über jedes Feedback, das wir bekommen. Und wir beantworten auch wirklich JEDE Nachricht, ehrlich! Da kommt im Laufe einer Woche gut was zusammen. Von Monaten oder Jahren ganz zu schweigen. Und dann gibt es Frage, die kommen immer wieder. Sei es zu Ausrüstung, Training, whatever.

Manche sind easy zu beantworten. Zum Beispiel die Frage „Wo kaufst du immer die schönen Stirnbänder?“ (Dazu gibt es übrigens einen Blogpost, den ich bei dieser Frage immer verlinke. Das spart SO VIEL Zeit, dass es sich nach einem halben Jahr schon mehrfach gelohnt hat, das einmal als Blogpost zu verfassen!) Und dann gibt´s Fragen, da weiß ich auch nicht weiter. Weil die Fragen oft so individuell zu beantworten sind, dass ich einfach nicht der richtige Ansprechpartner dafür bin. Oder – kommt auch vor – mich frage, warum zur Hölle das wichtig sein soll. Auf diese Fragen möchte ich heute einmal eingehen. Und es soll ebenso wie der „Stirnband-Laufrucksack-Blogpost“ dazu dienen, dass wir künftig einfach darauf verweisen können, statt einzeln und umständlich zu antworten. Für jede der vorgestellten Fragen gibt es selbstverständlich auch einen Lösungsvorschlag. Sonst wäre es ja einfach nur Genöle und das hilft dann auch keinem weiter.

Was soll ich im Wettkampf anziehen?

Kleidung

Auf jeden Fall eine der leichteren Fragen. Und trotzdem schwer zu beantworten. Ich weiß schließlich nicht, ob du eher leicht frierst oder schwitzt und/oder welche Ausrüstung du im Training getestet hast. So ein Dialog läuft dann in der Regel so ab, wenn die Frage kommt: Ich antworte „kurz/kurz“, weil ich selbst (außer bei Minusgraden) eben kurz/kurz trage. Meist kommt dann schon ein Widerspruch: „Ich glaub, das ist mir zu kalt!“ oder „Ich hab keine kurze Hose.“ oder „Echt, ich hätte eine Jacke angezogen!“ „Keine Handschuhe???“ Alles schon passiert und dann sitze ich eben da und frage mich, warum ich überhaupt gefragt werde. Bzw. WIR gefragt werden. Ich könnte nicht einmal Laura einen Tipp geben, weil sie viel eher friert als ich. 

Deshalb der Einfachheit halber hier meine Tipps für das perfekte Wettkampf-Outfit:

  • Trage nur Kleidung, Socken, Schuhe, die du ausgiebig im Training getestet hast! Keine Experimente im Wettkampf!!!
  • Bezüglich der Menge an Schichten / Länge / Dicke deiner Kleidung kannst du dich an der „Plus-zehn-Regel“ orientieren: Schau aufs Thermometer, addiere 10 Grad Celsius zur aktuellen Temperatur und überlege dir, was du dann bei solchen Temperaturen zum Spazieren gehen anziehen würdest. Beispiel: Es sind 10 Grad, wie würdest du dich also bei 20 Grad zum Spazieren gehen anziehen? (Das kannst du übrigens auch für deine Trainingsläufe anwenden.
  • Falls du immer noch unsicher bist: Zieh dir nen alten Pulli oder ne alte Hose drüber (oder wegen mir auch Handschuhe an), die du dann nach einem Kilometer ausziehen kannst. Dir wird warm, ich schwöre es dir!

Was hilft bei Verletzung xy?

Verletzung

Ja, wir hatten schon Verletzungen. Und ja, zu denen können wir ein bisschen was sagen. Was du zum Beispiel tun kannst, wenn deine Achillessehne muckt. Beziehungsweise, wie du VERHINDERN kannst, dass sie muckt. Und Lauras rettende Rückenübungen kann auch JEDER machen, am besten, BEVOR der Rücken Zicken macht. Beim Thema „Rücken“ ist Laura (leider) fast schon Expertin und dementsprechend hat sie da einige Posts verfasst. Diesen hier kannst du dir auch mal anschauen. Es gibt auch einen Blogpost mit Tipps, wie du mit (verletzungsbedingten) Laufpausen umgehen kannst

Was wir nicht beantworten können (und auch nicht wollen, wir sind ja keine Ärzte), sind beispielsweise dann Fragen wie „Was mache ich bei Shin Splints?“ oder „Was hilft beim Läuferknie?“ oder, noch schlimmer: „Darf ich mit meinem Läuferknie Marathon laufen?“ Öh. Wenn´s nach MIR ginge: NEIN!

Daher hier der ultimative Tipp, wenn du ein Wehwehchen hast und nicht sicher bist, was es ist und was du machen kannst:

  • Geh zum Arzt! So simpel, so gut! Die haben das studiert und denen kannst du daher tausendmal eher glauben und vertrauen als irgendeinem Hobbyläufer. Egal, wie viele Follower dieser Hobbyläufer hat. Und wenn dieser Arzt „Laufpause“ sagt, dann hältst du dich daran! 
  • PS: Mit „Arzt“ ist ein echter gemeint. NICHT Dr. Google! 😉

Welche guten kostenlosen Trainingspläne im Netz könnt ihr empfehlen?

Diese Frage kommt in der Regel mit einem konkreten Zeitziel. Also beispielsweise: „…um 5 Kilometer in 25 Minuten zu schaffen.“ Warum es so schwer ist, diese Frage zu beantworten? Zum Einen, weil oft nach Plänen für Ziele gefragt wird, die wir selbst noch nie angegriffen haben. Da können wir dann GAR NICHTS empfehlen. Zum anderen, weil wir konkrete Ziele (beispielsweise Marathon sub4h) in der Vergangenheit nicht mit Standardplänen angegangen sind, sondern jeweils individuell auf uns zugeschnittene Pläne hatten. 

Zudem muss ich auch sagen: Ohne Moos nix los! Wenn dir ein Lauf besonders wichtig ist, dann sollte dir auch der Trainingsplan das Geld wert sein. Vor allem, wenn es um einen großen lauf geht, für den du ja auch oft ne Stange Geld hinblätterst. Welche Vorteile ein individueller Trainingsplan hat (und jede Menge Anlaufstellen, wo du einen guten Trainingsplan bekommst – von unserer Community getestet und uns dementsprechend für den Beitrag empfohlen) bietet, habe ich dir mal in diesem Blogpost aufgeführt. Was für mich einfach das wichtigste Argument FÜR einen individuellen Trainingsplan ist: Du hast einen Ansprechpartner, an den du dich jederzeit wenden kannst. Wenn das Trainings nicht so gut läuft, kann er gegensteuern. Wenn das Training deutlich besser läuft, kann dein Trainer das Ziel anpassen. Du bist krank? Der Trainer sagt dir, wie´s weitergeht, wenn du wieder fit bist.

Unabhängig von dem, was ICH gut finde und damit du dennoch eine Antwort auf die Ausgangsfrage bekommst, hier ein paar Tipps, wo es grundsätzlich (gute) kostenlose Trainingspläne gibt:

  • Runner´s World: Ok, nicht ganz kostenlos, aber fast: Für knapp 10 Euro bekommst du hier einen Trainingsplan.
  • Herbert Steffny – Das große Laufbuch
  • Wer´s hart mag, der geht zu Greif
  • einen kostenlosen Test gibt´s bei Achilles Running – wenn dir das Training gefällt, dann kannst du die Mitgliedschaft verlängern

Schaffe ich Wettkampf xy noch, wenn ich die nächsten Wochen nicht trainiere?

keine ahnung

Tja. Keine Ahnung. Ich kenne weder dich, noch deine Leistungsfähigkeit, noch dein konkretes Ziel. Heißt: Ich müsste das alles erstmal von dir erfragen. Und kann dir trotzdem keine korrekte Antwort geben. Weil ich kein Trainer bin. Und weil ich auch keine Verantwortung für dein Tun übernehmen möchte. Das musst du schon selbst übernehmen. Zudem sehe ich auch ehrlich gesagt nicht ein, warum ich mir darüber den Kopf zerbrechen sollte. Das klingt eventuell sehr arrogant, nur bezahlt mich ja auch niemand für diese Tätigkeit. Warum also meine eigene Freizeit opfern? Übrigens ist das ein weiteres Argument für einen individuellen Trainingsplan.

Was ich mittlerweile standardmäßig auf solche Fragen antworte: Irgendwie wirst du schon ins Ziel kommen. Wenn das deinen Ansprüchen gerecht wird: Go for it. (Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei solchen Fragen immer erwartet wird, man stimmt einfach zu, dass das noch easy zu schaffen sei. Denn immer, wenn ich was dagegen gesagt hab, war plötzlich Totenstille. Kein „Danke“, kein „Ich mach´s trotzdem!“, sondern nur Stille. Nennt man auch „Ghosting“. Und das finde ich ehrlich gesagt auch ziemlich frech. Wenn man schon jemandem um seinen Rat fragt und „die Zeit stiehlt“, kann man auch ein Feedback geben. Also gibt´s jetzt eine Standardantwort ohne große Nachfragen meinerseits.)

Wie hoch war dein Puls bei Einheit xy?

Puls 4

Puls 2

Puls 1

Puls 3

In der Tat die „verrückteste“ Frage. Weil die Antwort NIEMANDEM hilft! Warum sollte es für jemanden wichtig sein, welchen Puls ICH hatte? Mal davon abgesehen, dass ich meinen Puls nur am Handgelenk messe (immer ungenau!), verfolge ich meinen Puls selbst eh kaum. Und wenn ich mir das hinterher mal anschaue, finde ich, dass der Puls viel zu niedrig war im Vergleich zu meinem Gefühl. Hinzu kommt, dass gerade der Puls so eine individuelle Sache ist, dass Vergleiche unmöglich  und auch unnötig sind. Zudem hängt der Puls auch von vielen verschiedenen Faktoren ab: Bist du gerade gestresst oder gut erholt, wie sind die Temperaturen, ist es morgens oder abends, und, und und. 

Meine Tipps für dich:

  • Wenn du mit deinem Puls arbeiten möchtest, dann mach eine Leistungsdiagnostik, um deine Werte auch einschätzen zu können.
  • Nutze die Pulsmessung via Brustgurt, um genauere Ergebnisse zu bekommen.
  • Vergleiche dich nicht mit anderen. Denn es ist überhaupt nicht wichtig, wie hoch der Puls von Lieschen Müller bei den Intervallen war. Sonder nur DEIN Puls.

Falls du also eine dieser Fragen gestellt und (mehr oder weniger) unkommentiert nur den Link zum Blogpost bekommen hast, dann sei bitte nicht böse. Es ist nur einfach deutlich einfacher und zeitsparender, eine vorgefertigte Antwort abzusenden. Liebe Grüße!