MOTIVATION MONDAY – SO HABEN MITGLIEDER AUS UNSERER COMMUNITY ABGENOMMEN UND IHR LEBEN UMGEKREMPELT

Hiermit entschuldige ich mich herzlich bei allen, die mir vor einem guten Jahr schon ihre Story geschickt haben. Es tut mir furchtbar leid, dass es so lange gedauert hat!

„Wer hat schonmal (relativ) viel Gewicht verloren und damit idealerweise nicht im Januar angefangen?“ Diesen Aufruf hatte ich Ende 2018 auf Instagram gestartet. Auslöser war der Vorschlag einer Followerin, zum „Motivation Monday“ doch mal Freundin xy vorzustellen, die so viel abgenommen hatte. Fand ich ne coole Idee und nach meinem Aufruf habe ich auch viele Mails bekommen. Und dann lagen die Texte alle da und ich hatte keine Zeit, die irgendwie zu verwursten. Bis ich selbst so ein kleines „Abnehm-Projekt“ startete. Da hatte ich dann die Idee, das alles miteinander zu verknüpfen. Der Blogpost zum „Schwabbel“ wurde dann aber doch sooo lang, dass ich das lieber gesplittet habe. Und damit bekommen die lieben Leser aus der Community auch deutlich mehr Aufmerksamkeit, hoffe ich.

Ich selbst war auch nie so richtig schlank. Außer vielleicht mit 8 oder 9. Ich hab zwar lange gerne Sport gemacht, aber irgendwann wurde ich faul. Und dann kam ich ins „Party-Alter“ und Weggehen und Alkohol waren deutlich spannender als Sport. Ich hab dann zwar im Karneval getanzt, aber trotzdem Kalorienzufuhr und -verlust deutlich überschätzt. Bis ich trotz Karneval und Sportstudium (ja, auweia!) irgendwann bei ca. 72 Kilogramm landete. Bei 1,63m Körpergröße nicht soooo leicht. Ich fing dann zwar im Herbst 2005 an, regelmäßig zu laufen und nahm auch ab, hab mir dann aber im Frühjahr 2006 das Kreuzband gerissen und mich innerhalb von sechs Monaten wieder ordentlich nach oben „gefressen“. War aber egal, zum Weggehen wurde einfach was mit Ausschnitt angezogen und das hat gut abgelenkt. 😉 Mich auch, haha. Ich fand es dann aber auch irgendwann eklig und als ich wieder richtig Sport machen konnte, hab ich auch wieder ein paar Kilo abgenommen. Zum (regelmäßigen) Laufen bin ich dann auch gekommen. (Das inklusive Tipps, wie du zum „Longrunner“ wirst, kannst du hier auch nochmal ausführlich nachlesen.) Hab dann irgendwann für Halbmarathon, Marathon und sogar Ultramarathon trainiert. Aber eben mindestens genauso viel gegessen, wie ich verbraucht hab. Ging auch alles prima und mein „Marathon-Speck“ hat mich nie sonderlich gestört. Bis zum Sommer 2019. (Kannst du ebenfalls hier nachlesen.) Auch wenn ich nicht sooo viel Gewicht abgenommen hab, weiß ich zumindest, wie anstrengend das alles ist.

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Richtig geiles Foto aus 2007. Jap, das bin ich.
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Viiiel besser: Dezember 2019.
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Mich hat´s ehrlich gesagt nie gestört, wie ich aussah. JETZT stört mich das rückblickend schon sehr. (links: Karneval 2005 / rechts: November 2019)

Den Anfang macht die liebe Dani: „Bei mir nahm 2014 alles seinen Lauf. Total fußballverrückt, aber nach der Geburt meiner Tochter nie mehr ein Leichtgewicht, habe ich mir das vordere Kreuzband gerissen und da gab es gleich mal in vier Monaten Nichtstun ein paar Kilo obendrauf. (Anm. d. Redaktion: Kenne ich, nach meinem Kreuzbandriss bin ich auch zusehends verfettet.) Nach sechs Monaten stand ich wieder viel zu früh auf dem Platz, das Ende vom Lied… drei weitere Knie-OPs und Frustessen ohne Ende. Meine beste Freundin und jahrelanger Fußballkumpel hatte dann 2016 genug von ihren Schwangerschaftskilos und fing an zu laufen. Für mich undenkbar, ging es früher im Training darum zwei Runden um den Platz zu laufen, war ich schon bedient. Naja, nachdem es aber zwischen uns beiden immer einen gesunden positiven Konkurrenzkampf gab und ich sah, wie bei ihr die Kilos purzelten, hab ich´s doch versucht. Die ersten Versuche waren jämmerlich. Aber zusammen mit dem Verzicht aufs Abendessen fingen die Kilos an zu schmelzen und auch die Läufe wurden länger. Mein Gott, war ich stolz, als ich das erste Mal  sechs Kilometer in einer Stunde geschafft habe. Tja und so haben wir uns über ein Jahr lang, gepusht und unterstützt, bis wir beide über 20kg abgespeckt haben. Die Liebe zum Laufen ist geblieben, die Freundschaft stärker denn je und meinen Knien ging es nie besser. Treppen konnte ich bis dahin gar nicht mehr gehen. Klappt alles wieder. Tja und 2018 gab es die ersten offiziellen Läufe – natürlich nur im Doppelpack!“ (Anm. d. Redaktion: 2019 hat Dani ihren ersten Halbmarathon gefinisht!)

Danis Freundin Nela hatte sich damals auch direkt gemeldet und wollte ihre Story erzählen: „Erstmal zum Anfang. Seit meiner Kindheit war ich Fußballerin, also nie ganz unsportlich, trotzdem hatte ich schon immer etwas mehr auf den Hüften. Mit jeder Schwangerschaft kamen dann weitere Kilos dazu. Nach der zweiten Schwangerschaft habe ich das erste Mal kurzzeitig mit dem Laufen begonnen. Wir hatten uns 2014 als Fußballmannschaft für die Staffel beim München Marathon angemeldet. Nachdem die guten Läuferinnen alle nach und nach abgesagt hatten, blieben die 14 km dann an mir hängen. Als ich damals (gerade „frisch“ schwanger) endlich in die Wechselzone kam, schwor ich mir, nie wieder sowas zu machen. Es war auch der letzte Lauf in der gesamten dritten Schwangerschaft. Danach wog ich dann „stolze“ 92 kg (bei einer Körpergröße von 1,70m). Bisserl den Bauch eingezogen beim Blick in den Spiegel „ach, ist doch gar nicht so schlimm.“ Bis ich dann endlich mein „Aha-Erlebnis“ hatte: Meine geliebte kurze Schlabberhose passte nicht mehr. Da wusste ich, ich muss etwas ändern. Das war im Sommer 2015.  Ich ging wieder laufen und verzichtete aufs Abendessen bzw. auf die Kohlenhydrate abends. Auch Süßigkeiten wurden weitgehend gestrichen. So gingen die ersten fünf Kilo relativ schnell weg.

Dann kam ein weiteres einschneidendes Erlebnis: Im ersten Fußballspiel nach der Babypause (das war im Frühjahr 2016 – die ersten zehn Kilo waren nun weg) habe ich mir einen Bänderriss zugezogen. Während der Zwangspause würde mir bewusst, wie wertvoll die (Fußball)freien Wochenenden sind. Wie wichtig es ist, dass Mama daheim nicht wieder lange ausfällt. Wie schön es ist, nicht zu bestimmen Zeiten beim Training zu sein, sondern dann Sport zu machen, wann es einem passt. Sobald der Arzt es zuließ (war eine der ersten Fragen, die ich ihm stellte) ging ich wieder laufen. Im Verlauf des Jahres nahm ich so weitere zehn Kilo ab. Mittlerweile konnte ich meine Freundin (Dani) durch meinen Erfolg  anstecken. Wir haben uns gegenseitig immer gepusht. Bis jetzt haben wir beide dadurch je 20 kg abgenommen. Die Komplimente, die man zwischendurch von allen möglichen Leuten bekam, gaben ihr übriges dazu. 2018 folgten die ersten gemeinsamen Läufe (KKH Lauf, Sport Scheck Run, Tegernseelauf). Im September 2018 habe ich sogar meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Mittlerweile gehe ich zwei- bis dreimal pro Woche zum Laufen, dazu kommen (je nach Lust und Laune und Zeit) ein paar Stabi Einheiten oder sonstige Workouts. Ich esse mittlerweile bewusster, um nicht wieder zuzunehmen. Vor allem habe ich gelernt, wieder auf meinem Körper zu hören, wenn er satt ist. Keinen Nachschlag zu nehmen, nur weil es gut schmeckt. Allerdings gönne ich mir auch ab und an etwas Süßes. Vor allem bei Schokolade kann ich kaum widerstehen. Mit den schmelzenden Kilos wurde auch meine Laufzeit besser. Ich laufe ganz ohne festen Plan  und lege mir im Kopf zurecht, was ich heute machen möchte (Longrun, Tempolauf, GA1, Intervalle…, das kommt ganz auf die Tagesform an). Grundsätzlich laufe ich für mich, da der Kopf schön frei wird, man dem teils stressigen Alltag mit den Kindern etwas entfliehen kann und eine schöne kurze Auszeit bekommt. Die Hose liegt jetzt übrigens im Schrank meines Mannes, denn mir ist sie viel zu groß!“ (Du hast aktuell Probleme, Kind, Kegel, Hund, Katze, Maus unter einen Hut zu bringen? Dann schau dir mal diesen Blogpost an!)

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Dani und Nela

Maximilian hat rund 32 Kilo abgenommen: „Ich war auch als Kind immer schon moppelig, aber nicht krankhaft übergewichtig. Ich habe als Kind/Jugendlicher auch verschiedenen Sport gemacht (Fußball, danach Tischtennis), wirklich dünn oder nach heutigen Maßstäben fit war ich dadurch aber auch nicht. Ich aß schon immer gerne und tue dies auch grundsätzlich auch heute noch. Mit dem Zivildienst habe ich dann aus Zeitmangel (zumindest empfand ich das damals so) mit dem Sport aufgehört. Das hat sich dann ins Studium mit rein gezogen. Genauso wenig Bewegung aber immer noch zu viel gegessen. Letztendlich hatte ich dann 106 Kilo auf ca. 1,80m Körpergröße. Der tatsächliche Auslöser für mich war eigentlich relativ simpel. Ich hatte einen Anzug, zu dem musste ich mir schonmal eine weitere Hose kaufen und dann als ihn gebraucht hatte, hat mir diese extra neu gekaufte Hose wieder nicht gepasst und ich brauchte etwas noch weiteres. Das war dann für mich das deutliche Signal, dass es so nicht weiter gehen kann. Angefangen abzunehmen habe ich danach dann mehr oder weniger direkt. Das war im Oktober 2013.

Ich bin kein Freund von Diäten, sondern habe vielmehr meine Ernährung umgestellt. Vor allem habe ich nur die Menge gegessen, die ich auch tatsächlich benötige, mit festen Portionsgrößen und dann ggf. noch einen Salat dazu. Ich hatte auch am Anfang direkt versucht, begleitend laufen zu gehen, habe allerdings relativ schnell gemerkt, dass ich dabei – losgelöst von der Tatsache dass ich keine Kondition hatte – Schmerzen in den Knien bekomme. Deswegen habe ich erstmal versucht anderweitig mehr Bewegung zu bekommen und bin dann jeden Tag die drei Bushaltestellen zum/vom Bahnhof nach Hause gelaufen statt mit dem Bus gefahren.

Alles in allem habe ich so ca. 2,5 Jahre gebraucht um von den 106 Kilos auf mein jetziges Gewicht (ca. 74 Kilo) zu kommen. Das ist zwar relativ langsam, aber mir war/ist das so lieber als eine Crash-Diät bei der der Jojo-Effekt schon vorprogrammiert ist.  Seit dem halte ich das Gewicht mehr oder weniger konstant (klar, mal bin ich ein Kilo drüber oder so, aber das pendelt sich dann schneller wieder ein). Ich ernähre mich jetzt deutlich besser, mit mehr Obst und Gemüse, Fisch und Geflügel. Mittags auf der Arbeit esse ich immer irgendwas mitgebrachtes, meistens Obst oder Gemüse. Früher habe ich auch häufig irgendwelche Soft-Drinks getrunken. Das mache ich jetzt so gut wie gar nicht mehr. Entweder gibt´s (ungesüßten) Tee oder Wasser (plus ggf. Zitronensaft)

Mitte 2016 fing ich an zu laufen. Primär, um einen Ausgleich zu haben und mein Gewicht zu halten. Zwischendrin hatte ich immer mal wieder Probleme mit den Knien und musste dann auch mal einen Monat oder so aussetzen. Daraus habe ich dann gelernt und die Umfänge langsamer gesteigert. Aktuell laufe ich so ca. 30 bis 40 km die Woche. Zusätzlich versuche ich, mehr Krafttraining in das wöchentliche Training einzubauen, das vernachlässige ich leider zu sehr wenn ich ehrlich bin.“ (Warum JEDER unbedingt Krafttraining machen sollte, kannst du hier noch einmal nachlesen.) 

Sandras Auslöser, etwas an ihrem Gewicht zu ändern, war ein Foto, das sie von ihrer Freundin zugeschickt bekam, das war 2016. „Ich hab meinem Job zu viel Zeit gewidmet und zu wenig Zeit in mich investiert. Alles musste immer ratzfatz gehen, auch das Kochen und Essen… leider! Als ich das Foto sah, wusste ich, jetzt muss sich was ändern. Ich wollte aber auf nix verzichten und hab dann nach einiger Recherche mit WW (hieß früher WeightWatchers, Anm. d. Red.) online angefangen. Mittlerweile ist auch Sport ein fester Begleiter: Ich laufe zwei- bis dreimal pro Woche zwischen fünf und 15 Kilometern. Rückfälle verhindere ich anhand Bildern und der WW-Community , das hilft mir sehr. Klar bereue ich auch, dass ich so wenig Zeit in mich und meine Gesundheit investiert habe, aber es bringt nichts, darüber zu grübeln… Du musst es JETZT besser machen, wollen und einhalten. Und nicht erst MORGEN! HEUTE ist der beste Tag zu beginnen. Aufschieben ist nicht… Augen zu und durch!“

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Mit WW und Sport hat Sandra abgenommen.

Ganze 47kg hat „die zweite Sandra im Bunde“ abgenommen und heute läuft sie sogar (Ultra)Marathon! „Ich war ein sehr zierliches Kindergartenkind, hatte dann aber seit meiner Schulzeit Probleme mit meinem Gewicht. Eigentlich ein ständiges Auf und Ab mit der Tendenz nach oben, bis ich im April 2015 dann bei 110kg die Reißleine gezogen habe. Zugenommen habe ich wohl hauptsächlich durch zu viel und vor allem falsches/ungesundes Essen, denn in Bewegung war ich (zumindest als Kind ständig). Das ist aber dann irgendwann eingeschlafen und das Gewicht weiter gestiegen. Man könnte jetzt tausende Ausreden auspacken: Stress, Schritt in die Selbstständigkeit, keine Zeit,… ich war aber einfach ZU FAUL, mich zu bewegen.

Der Auslöser für den „Klick-Moment“ ist mein Vorher-Foto (siehe unten). Ich kann mich an das Gefühl (elfengleich durch Wasser schwebend) erinnern, das ich beim „fotografiert werden“  hatte und auch an das, als ich das Foto dann gesehen hatte (eher so Babywal). Am 29. April 2015 beschloss ich dann von jetzt auf gleich mein Leben um 180° zu drehen. Ich habe direkt angefangen, Sport zu treiben und meine Ernährung komplett umgestellt! In elf Monaten nahm ich so 47kg ab; seit März 2016 halte ich mein Gewicht bei ca. 63kg.

Sport hab ich, wie gesagt, direkt von Anfang an gemacht – was man halt mit 110kg machen kann. Tatsächlich bin ich auch von Anfang an gelaufen.. ungefähr 100m, danach brauchte ich ein Sauerstoffzelt. Mit fallendem Gewicht sind die Distanzen natürlich gestiegen und schnell waren drei bis fünf Kilometer drin. Mittlerweile bin ich meinen ersten Marathon und meinen ersten Ultramarathon gelaufen. 2018 kam ich auf rund 2.450 Lauf-Kilometer, mehr, als ich mit meinem Auto gefahren bin, haha!

Um Rückfälle zu vermeiden/verhindern, halte ich mir meine bisherigen Erfolge vor Augen und schaue mir oft auch meine Fotos aus den „Dicken-Zeiten“ an. Ich möchte mich niemals mehr so fühlen, so unbeweglich sein und so aussehen. Ich liebe mein neues aktives Leben! Ich bereue auch, damals (mit 14 habe ich sogar für den Augsburger Stadtlauf trainiert, das Laufen dann aber schnell wieder schleifen lassen) damals nicht am Ball geblieben zu sein. Nicht nur der Körper muss sich vom überschüssigen Gewicht erholen, sondern auch die Haut. Ich habe beispielsweise eine kleine Hautschürze am Bauch von der Abnahme, diese wird mir bleiben – aber ich stehe dazu und mag mich, wie ich bin! DU wartest noch auf den perfekten Moment, dein Leben in die Hand zu nehmen? Nicht warten, jetzt Starten. Jeder Tag, den du eher Gas gibst, bringt dich früher an dein Ziel! MACHEN! JETZT!“

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Sandra beim Karwendelmarsch…
Füssenmarathon1
…und beim Füssen Marathon

Christian aka devil_does_triathlon startete im Oktober 2013 mit dem Abnehmen. Davor ruhte seine sportliche Karriere (obwohl er mal in der Bayernliga Volleyball spielte) für rund zehn Jahre. Party und Alkohol (kennt vielleicht der ein oder andere, MIR zumindest kommt das SEHR bekannt vor) waren damals eben attraktiver. Insgesamt zehn Kilo hat er dann abgenommen. „Augenöffner war ein Trenchcoat in Größe M. M hat immer gepasst.. Nur bei diesem bestand die Gefahr, dass die Knöpfe zu tödlichen Geschossen werden könnten, so stramm saß der. Ich fing dann an zu laufen, so einmal um die Theresienwiese in München (3km) und alles völlig planlos. Aber DANN kam DER Abend auf meinem Balkon mit einer Freundin und einer Flasche Wein (oder drei): Sie hatte sich in die Verlosung für den Berlin Marathon geworfen und ich wusste nicht. Die Startplätze werden verlost? Wie? WARUM? Danach hab ich mich ebenfalls zur Verlosung angemeldet. Ich hab ja eh nie Glück bei Verlosungen und gewinne NIE. Das war so mein Kalkül. Tja, dumm gelaufen, ausgerechnet hier hatte ich „Glück“ und bekam die Zusage. 2014 sollte ich einen Marathon laufen!

Also hab ich mich das erste Mal in meinem Leben damit beschäftigt. Die erste Suche im Internet ergab ungefähr drölf Millionen Ergebnisse und mindestens genau so viele unterschiedliche Ratschläge. Ich hab mir dann ein Buch von Sonja von Opel gekauft. Den Berlin Marathon hab ich 2014 geschafft. Und danach hab ich mich gleich für New York 2015 angemeldet! Einen wollte ich noch und dann musste es DER Marathon sein. (Zum New York Marathon gibt es auch von uns einen sehr ausführlichen Blogpost.)

Seit dem mache ich deutlich mehr Sport und nachdem ich 2016 eine Schambeinentzündung hatte, fing ich nach der Pause auch noch mit Schwimmen an. Mittlerweile mache ich sechs- bis achtmal pro Woche (sieben bis 15 Stunden) Sport (wenn ich fit bin!), Schwimmen, Radfahren, Laufen, Krafttraining. Ich stehe freiwillig am Samstag 6:30 Uhr auf für einen langen Lauf.  Ernähre mich viel bewusster. Bin bei einer 10km PB von 42:06min und Halbmarathon PB von 1:36:10h angekommen. Ich habe auch schon einige olympische Triathlons absolvirt, auch Mitteldistanzen und 70.3 Ironmans. 2020 will ich bei der Challenge Roth die Langdistanz in Angriff nehmen. Um dran zu bleiben brauche ich Ziele und mache mir dazu einen Jahresplan an Wettkämpfe und trainiere auch immer nach Plan. Ohne das geht’s bei mir nicht. Sonst lasse ich die ein oder andere Einheit dann doch mal ausfallen, „belohne“ mich dann aber dennoch das ein oder andere Mal zu viel.

Und ja… der Freundeskreis hat sich verschoben, weil die „alten“ Freunde gar nicht verstanden, warum man am Wochenende früh raus springt um drei Stunden zu laufen. Deshalb kam ich irgendwie auch auf Instagram. Da waren Leute, die sich auch vorbereitet haben auf Berlin. Und denen es auch mal scheiße dabei ging. Denn es ist da auch nicht alles „sunny in Philadelphia“ … und fällt auch mal schwer. Da hat es mir geholfen, dass ich unter Gleichgesinnten war. Und definitiv bereue ich es, dass ich nicht früher angefangen habe, die Grundschnelligkeit die man verliert, holt man nicht mehr auf. Egal, wie viel man trainiert. Deshalb: Je früher, desto besser. Nicht warten. Setz dir ein Ziel! Plane feste Zeiten ein. Gerade jetzt im Winter ist die Versuchung, mal drin zu bleiben, echt RIESIG! Und auch, wenn Rückschläge kommen (ich kann davon ein Lied singen, ich wusste zum Beispiel nicht, dass es Schleimbeutelentzündungen gibt, bis ich selbst eine hatte), lohnt es sich immer, weiterzumachen. Denn neben der Medaille gibt’s eigentlich immer Bier im Ziel… BIER !!! Was tut man nicht alles für ein Bier?!

PS: Was mir sehr geholfen hat und immer noch hilft, ist eine App zum Kalorientracking. Da kommen dann auch so schlimme „Sünden“ ans Tageslicht wie Franzbrötchen oder – noch schlimmer – Rosinen-Pudding-Schnecke. Durch die Verbindung mit Garmin werden auch die sportlichen Einheiten mit berücksichtigt. Meiner Meinung nach ist sie zwar sehr großzügig, was die erlaubten Kalorien am Tag angeht, aber so habe ich wenigstens einen ungefähren Überblick.

Stephanie hat 2016 mit dem Laufen begonnen und sich auch gleichzeitig eine gesündere Ernährung angewöhnt. „Dadurch habe ich im Laufe von rund sechs Monaten knapp zehn Kilogramm abgenommen. Ich war schon seit meiner Kindheit dick und auch unsportlich bzw. zu faul, um Sport zu machen. Der wöchentliche Schulsport war meine einzige Bewegung. Anfang 2016 wollte ich endlich etwas ändern, abnehmen und sportlich werden. Ein Berglauf im Juni (6,5 km) an meiner Uni, zu dem ich mich spontan angemeldet hatte, motivierte mich, mit dem Laufen zu beginnen. Anfangs hasste ich es, raus gehen zu müssen und mehr als 500 m zu laufen. Aber ich wollte mir nicht die Blöße geben vor meinen Kommilitonen und Freunden, den Berglauf nicht zu finishen. Also quälte ich mich weiter und lief immer vier bis sechs Kilometer. Das unbeschreibliche Gefühl im Ziel des Laufes und die bereits verlorenen Kilos gaben mir eine ungeheure Motivation, weiter zu machen. Es wurden immer längere Distanzen und ein immer besseres Gefühl. Der Hass schwenkte in Liebe um. Mittlerweile bin ich schon einige Halbmarathons gelaufen und kann einfach nicht mehr ohne. Meine Ernährung hat sich um 180 Grad gedreht. Ich ernähre mich überwiegend gesund, natürlich darf die ein oder andere Nascherei nicht fehlen. Zurzeit laufe ich viermal pro Woche und meine Bestzeit auf der Halbmarathondistanz liegt bei 02:19.00.

Ich verhindere Rückfälle, indem ich mich regelmäßig für Laufevents anmelde, um die Motivation nicht zu verlieren. Ernährungstechnisch gönne ich mir auch mal Kuchen und Pizza, um keine Heißhungerattacken zu bekommen. Ich bereue es, nicht früher das Laufen für mich entdeckt zu haben. Es gibt mir einfach ein neues Lebensgefühl. Wenn ihr mit dem Laufen starten wollt, gebt dem Ganzen Zeit. Meldet euch für einen kleinen Lauf an und erzählt Freunden und Familie davon, damit ihr am Ball bleibt. Wie gesagt, ich habe am Anfang das Laufen und die gesunde Ernährung gehasst, aber jetzt liebe ich es. Die ersten Läufe sind wahrscheinlich die Hölle, aber jeder weitere Lauf bringt euch eurem Ziel näher und lasst euch besser werden. Und ehe man sich versieht, kann man nicht mehr ohne.“

Fast halbiert (!) hat sich die liebe Franzi! Im Sommer 2017 krempelte sie ihr Leben um und verlor seitdem etwa 40 Kilogramm. Startgewicht waren 111,5kg, was man sich echt nur schwer vorstellen kann, wenn man sie jetzt sieht. „Etwas mehr habe ich schon immer gewogen und wurde deswegen auch meine Schulzeit über immer gemobbt, aber mit dem Beginn des Studiums habe ich stetig an Gewicht zugelegt. Viel Sport habe ich nie gemacht, als Kind habe ich mal circa fünf Jahre lang Volleyball gespielt, später öfter versucht, Inliner zu fahren etc. Habe oft versucht abzunehmen, aber wenn dann mal acht Kilo runter waren, kamen die auch schnell wieder drauf. Aus Frust habe ich viel gegessen und auch wenn ich Stress hatte, auch das wurde mit dem Studium schlimmer.

Der Auslöser, mein Gewicht zu reduzieren, waren meine Histaminintoleranz und Weizenunverträglichkeit. Nachdem ich knapp zwei Jahre eine Ärzte-Odyssee hinter mir hatte und mir keiner sagen konnte, warum ich ständig Magenkrämpfe, Übelkeit, Migräne und Durchfall hatte, war die Diagnose fast schon eine Erlösung. Ich musste meine Ernährung umstellen und hab mir gesagt, dass das jetzt der Moment ist, auch meinen Lebensstil zu ändern und Sport zu machen. Ich hab mir eine App zum Kalorienzählen runtergeladen, mir Kochbücher zum Thema Histaminintoleranz gekauft und mich im Fitnessstudio angemeldet. Für mich war klar, dass ich erstmal mindestens zehn Kilo abnehmen will, bevor ich mit dem Laufen anfange.

Mittlerweile ernähre ich mich ausgeglichen: Nichts ist verboten, aber ich ernähre mich überwiegend gesund und esse bewusster. Zur Zeit zähle ich immer noch Kalorien! Ich mache jetzt auch viel mehr Sport. Mindestens fünf Tage in der Woche. Sowohl Yoga als auch Krafttraining sowie Schwimmen. Zudem laufe ich drei- bis viermal die Woche. (2020 will Franzi ihren ersten Marathon finishen!) Rückfälle versuche ich zu verhindern, indem ich Dinge tue, die mir Spaß machen. Ich liebe mittlerweile das Laufen und auch das Training drumherum. Außerdem merke ich, wie gut mir die Ernährung tut. Vergleichsfotos und das Schreiben über die Abnehmreise auf meinem Blog und auf Instagram helfen mir, mich zusätzlich zu motivieren. Ich bereue tatsächlich, dass ich nicht eher angefangen habe Sport zu machen und konsequent abzunehmen. Aber sich darüber ärgern bringt jetzt auch nichts. Ich kann immer noch alles nachholen, was ich womöglich verpasst habe und versuche deswegen, alles mitzunehmen und zu genießen. Morgen starten ist nur eine Ausrede. Aus „m“orgen wird schnell übermorgen oder nie. Wenn man was ändern möchte, sollte man sofort anfangen. Man merkt schnell die Fortschritte und das tut einfach gut – auf dieses Gefühl solltest du nicht unnötig lange warten.“

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Franzi postet auf Instagram regelmäßig Vorher-Nachher-Bilder. Schau mal vorbei: francesfalara

Auch Svenja hat eine Menge abgenommen und läuft mittlerweile sogar Ultramarathon. Im Juni 2015 begann sie abzunehmen und verlor über 30 Kilogramm! „Mein Gewicht war schon immer mein Gegner. Als Kind war ich bereits in einer Kur, um meine Ernährung in den Griff zu bekommen, was sehr schwer fällt, wenn sonst in der Familie Fanta, Cola und Süßigkeiten nie fehlen durften. Sport habe ich immer gehasst und auch zum Start der Abnahme habe ich getönt, dass ich das alles ohne Sport schaffe.

Der Auslöser war ein Foto. Ich habe mich nach einer Hochzeit, wo ich als Gast war, darauf gesehen und dachte mir „Nein, das bist nicht du! Das ist ja schlimm!“ Weil ich aber selbst total überfordert war mit dem Gedanken, dass ich viel abnehmen muss, habe ich mir Hilfe bei WeightWatchers gesucht. Das war mir so unglaublich peinlich und es hat mich sehr viel Überwindung gekostet . Im Endeffekt habe ich 32 Kilo in weniger als einem Jahr abgenommen, da ich mit der Hilfe und den Ideen und auch mit der Motivation zu Bewegung plötzlich das Gefühl hatte, meine Kilos purzeln von alleine und ich habe eine Richtung in meinem Leben, was die Ernährung betrifft. Irgendwann ging die Abnahme nicht mehr so richtig und ich bin vom Spazierengehen schrittweise zum Walken übergegangen. Die Runden wurden immer größer und ich immer fitter. Walken wurde mir schnell zu langweilig, also kam Laufen dazu. Immer wieder kurze Runden. Was habe ich mich gefreut, als die ersten fünf Kilometer in knapp einer Stunde auf der Uhr standen! So ging es dann immer weiter und ich wollte größere Distanzen und schneller laufen. Dann kam eine Wette dazu „Wetten, dass du es nicht schaffst in diesem Jahr einen Halbmarathon zu laufen?!“ und da war ich nicht mehr zu bremsen! Meinen ersten Halben bin ich also nach gut sechs Monaten Läuferdasein gelaufen in einer Zeit von 2:19 Std. Mittlerweile habe ich mehrere (Halb)Marathons und mich auch schon an einen Ultramarathon gewagt. Weiterhin möchte ich mein Krafttraining beibehalten und die neu entdeckte Liebe zum Mountainbike und Rennrad weiter ausweiten. Wer hätte das gedacht, nachdem ich noch vor wenigen Jahren 90 kg bei 1.59m auf die Waage gebracht habe?!

Rückfälle wird es nicht geben, da mir dieses sportliche Leben unendlich viel Spaß macht und sich richtig gut anfühlt. Das bin nun wirklich ich! Ich bin glücklich und dieses Glück möchte ich behalten. Ich wäre jetzt nicht ich, wenn ich diesen Weg nicht gegangen wäre und ich wäre vor allem nicht so stark, wenn ich nicht hätte kämpfen müssen. Verpasst habe ich in dem Sinne auch nichts. In Sachen Mode hatte ich eh immer meinen eigenen Style und konnte die Hüfthosen einfach ignorieren. Und wenn du etwas WIRKLICH willst, dann warte nicht und mach was draus! Es wird sich lohnen und gut anfühlen. Es ist wie mit der Achterbahn bergab zu fahren. Man kann das Gefühl nicht beschreiben, man muss es selbst erleben.“

„Ich bin Michi und habe 25 Kilo abgenommen. Gestartet habe ich im August 2017. Ich hatte noch nie in meinem Leben ein Sixpack und werde ich auch nicht erreichen, aber früher als Jugendlicher war ich schon sportlich (Fußball). Später wurde ich aus beruflichen und auch privaten Gründen immer träger und fauler und hab mich eigentlich nicht mehr richtig wohl gefühlt. Aus Rücksicht (doof von mir) habe ich auf Sport verzichtet (happy wife happy life). Nachdem meine Ehe in die Brüche ging und ich wieder Zeit für mich hatte, war ich zu Besuch bei meiner Cousine in Tirol. Wir waren wandern und ich bin ziemlich abgekackt. Was mich echt traurig gemacht hat. Meine Cousine (Fitnesstrainerin und sportverrückt) hat mich dann motiviert, dass wir uns zu einem Run&Bike anmelden. Daraufhin habe ich wieder mit Sport angefangen: Laufen Inliner und Rad fahren und hab gemerkt, wie die Kilos purzeln. Aus dem Run&Bike wurde nichts, weil meine Cousine keinen Urlaub bekam und ich hab auf Halbmarathon umgemeldet. Den bin ich mit einem 7er-Schnitt gelaufen und der Läufer war in mir geweckt. Ab dem Zeitpunkt an habe ich auch sehr auf meiner Ernährung geachtet: Keine Süßigkeiten, keine Cola, wenig Kohlehydrate.

Ich weiß, wie hart es war und wie viel besser es mir jetzt geht, da kann ich Rückfall so ziemlich ausschließen. Ich ärgere mich nur, dass ich damit nicht früher angefangen habe, weil es mir jetzt so viel besser geht und ich auch mental viel ausgeglichener bin. Mein Tipp an alle, die „morgen“ starten wollen: Lass dich von anderen nicht unterkriegen. Schau nicht auf Zeiten oder wie viel andere in der gleichen Zeit abgenommen haben. Jeder Mensch ist anders! Schau auf dich, genieß es und mach dein Ding!

Was mich persönlich richtig schockiert hat, war die Tatsache, dass auch meine lieben „SHARIANS“ (du kennst sie vielleicht schon vom Blogpost „Think positive: So wird dein erster (Halb)Marathon ein voller Erfolg“) mal dick waren! Die beiden sind doch so schlank und so krasse Läufer – niemals waren die dick?! Als mir die beiden schrieben (und das Ganze durch Fotos belegt haben), war ich echt baff!

Ladys first, Shari darf den Anfang machen: „Ich habe über die Jahre und das Älterwerden gar nicht mitbekommen, dass ich zugenommen habe. Ich war stets der Meinung, normalgewichtig zu sein und keinen Sport machen zu müssen. Weil ich dachte, dass ich nicht zunehme und es nicht nötig habe. Daher habe ich normal gegessen, getrunken und gefeiert. Sport habe ich phasenweise zwei- bis dreimal Woche gemacht. Meist Workouts oder im Sommer mal Inlineskaten. Der Auslöser, was zu ändern, war unser Umzug nach München. Ich hatte mir vorgenommen, endlich wieder mehr Sport zu betreiben und habe es tatsächlich direkt umgesetzt. Ende April 2016 war ich bei einem Outdoor-Workout und habe „endlich“ bemerkt, wie unfassbar schlecht mein Trainingszustand war. Daraufhin hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich habe angefangen zu joggen. Drei Kilometer in 22min waren der Anfang. Im Sommer ist es mir relativ schnell zu warm geworden und ich bin vom Laufen auf Freeletics umgestiegen. Ab Juni habe ich fünf- bis sechsmal pro Woche Sport gemacht und hab dabei auch angefangen auf die Ernährung zu achten: Ich habe Kalorien getrackt, Industriezucker zum Großteil gestrichen und bin von Weizen- auf Dinkelmehl umgestiegen. Im Oktober 2016 habe ich mich wieder ans Laufen gewagt und war schnell bei 30-40 km pro Woche. Da sind die Kilos erst recht geschmolzen. Im Juni 2017 war ich dann bei 64kg und habe damit mein ursprüngliches Ziel von 75kg deutlich übertroffen  (gestartet bin ich bei 95 Kilo!). Durch das Marathontraining im Sommer 2017 bin ich dann auf die 61kg gekommen und dort halte ich mich seitdem.

Mittlerweile mache ich sechs- bis siebenmal pro Woche Sport: Laufen, Radeln, Kraftübungen, Stabi, Blackroll und Dehnen. Ich laufe alles von 10km bis zum Ultra auf der Straße und in den Bergen (alpines Trailrunning). 2020 will ich (unter anderem) den Transalpine Run (TAR). Ich ernähre mich jetzt außerdem vegetarisch und verzichte nach Möglichkeit weiterhin auf Weizenmehl und Industriezucker. Mein Laster sind leider die Süßigkeiten. Da kann ich nicht nein sagen und eskaliere da auch regelmäßig am Wochenende. Wenn wir auswärts essen gehen, freuen wir uns, wenn es Dinkelmehl-Produkte gibt, ansonsten essen wir auswärts entsprechend auch mal Weizenmehl. Um Rückfälle zu vermeiden, erinnere ich mich daran, was mein Körper alles für mich leistet. Das möchte ich ihm zurückgeben in Form von wenig bis gar keinem Alkohol, weniger Industriezucker, Vitaminzufuhr und Erholung (viel Schlaf).

Ich bereue nicht, dass ich erst „so spät“ angefangen habe, auf mich zu achten, weil ich es eh nicht mehr ändern kann. Ich glaube tatsächlich, dass ich die Jahre ohne Sport und Gedanken an Kalorien gebraucht habe, um der Mensch zu sein, der ich jetzt bin und ganz besonders: im Leben angekommen zu sein und meine Erfüllung, das Laufen, gefunden zu haben. Du willst „morgen“ anfangen, dein Leben „neuzustarten“? Warum nicht heute? Es gibt kein besseres Gefühl als das „neue Leben“ heute schon zu beginnen. Morgen wirst du dich großartig fühlen, wenn du es heute schon beginnst.“

Bei Marian war´s ähnlich: „Mitte 2016, kurz nach unserem Umzug nach München, habe ich 97 kg gewogen (heute sind es ca. 78). Wie es dazu kam? Ich glaub, das waren viele verschiedene Faktoren – wenig Sport, viel Feiern, schlechtes Essen und einfach generell wenig darüber nachdenken, was man da eigentlich gerade zu sich nimmt. Wie Shari hatte ich mir ebenfalls vorgenommen, nach dem Umzug wieder aktiver zu sein. Ich bin immer schon (unregelmäßig) gelaufen und wollte das gerne häufiger schaffen. Zudem waren Trainings-Apps wie Freeletics gerade Trend, also hab ich auch das mal ausprobiert. Irgendwann kam dann der Wunsch dazu, nicht nur „ein bisschen aktiver“ zu sein, sondern auch wirklich fitter zu werden und ein paar Kilo abzunehmen. Wir hatten vorher schon einmal ein bisschen mit Low-Carb und so experimentiert, aber das war irgendwie alles nicht so das Wahre – also haben wir angefangen, konsequent Kalorien zu zählen. Wir achten jetzt viel mehr darauf, was wir essen: kein Fleisch, viel Gemüse, möglichst wenig industrieller Zucker – aber ohne uns da total zu geißeln. Die Schoki nach dem Longrun am Wochenende gehört unbedingt dazu! Und wenn ich mega-Bock auf ein Stück Fleisch hab, würde ich das auch essen. Kommt aber kaum vor.

Sport heißt für mich in allererster Linie Laufen. Dazu ein bisschen Kraft, Stabi, Dehnen, Faszientraining mit der Blackroll und in den letzten Monaten auch recht viel Fahrradfahren, zur Verletzungsprävention und um die Muskulatur zu entlasten. Insgesamt komme ich im Monatsdurchschnitt auf etwas über eine Stunde Sport am Tag. Genau wie Shari will ich 2020 den TAR finishen – wir laufen aber nicht gemeinsam.

Wie ich Rückfälle vermeide? Die Frage stellt sich zum Glück gar nicht. Der Sport ist so ein zentraler Bestandteil meines Lebens geworden, dass es für mich mittlerweile total undenkbar geworden ist, regelmäßig bis nachts um die Häuser zu ziehen, dabei jede Menge Alkohol zu trinken und auf dem Heimweg noch ´nen Döner zu essen. (Was aber auch mal geil ist! Anm. d. Redaktion) Klar, wenn ich Lust hab, ne Runde feiern zu gehen, würde mir das auch nicht selber verbieten. Es kommt aber einfach nur noch super selten vor, weil mich der Sport komplett ausfüllt und mich einfach glücklich und zufrieden macht, so dass ich das andere nicht mehr brauche.

Shari_Mari_HH
Marian und Shari vor…
Shari_Mari_Sport_Dünn
…oder nach einem Wettkampf. SO kenne ich die beiden!

Manchmal frage ich mich allerdings schon, zu welchen Leistungen ich imstande gewesen wäre, wenn ich frühzeitig angefangen hätte, z.B. mit Kurz- und Mittelstrecken auf der Bahn. Würde ich dann jetzt den Marathon unter 2:40 oder sogar unter 2:30 laufen können? Wer weiß… Grundsätzlich beschäftige ich mich mit solchen Fragen nicht lange. So wie es jetzt ist, bin ich doch glücklich und zufrieden – wer weiß denn, ob es mir wirklich besser gehen würde, wenn ich früher mit dem Sport angefangen hätte? Am Ende des Tages geht es mir in einem sportlichen Wettkampf darum, zu einem bestimmten Zeitpunkt aus mir selber und den Möglichkeiten, die ich in dem Moment habe, das Beste rauszuholen. Ich laufe quasi immer „gegen“ mich selber, aber mit anderen; und das ist auch gut so!

Und für alle, die „morgen“ starten wollen, etwas an ihrem Leben, ihrer Ernährung oder ihrer Aktivität zu ändern, habe ich noch einen Tipp: Mach es nicht für andere, mach es für dich selbst. Wenn du etwas nur tust, damit jemand anderes besser über dich denkt, dann wirst du nie mit voller Überzeugung dabei sein.“

In diesem Sinne: Wenn nicht jetzt, wann dann?