DIE SCHÖNSTEN LANGLAUFGEBIETE IN ÖSTERREICH & ITALIEN

Dieser Blogpost entstand in bezahlter Kooperation mit Cross Country Ski Holidays.

Endlich Schnee und endlich eine Woche Winterurlaub! Schnee kam bei mir dieses Jahr definitiv zu kurz. Zwar waren wir vor Weihnachten ein verlängertes Wochenende in Leutasch und im Januar in Achensee zum Langlaufen, aber das hat mir nicht gereicht. Skifahren war ich diesen Winter sogar nur ein einziges Mal. Letzten Winter waren wir in München, was Schnee angeht, extrem verwöhnt. Wir konnte quasi vor der Haustür los zum Langlaufen. In diesem Jahr mussten wir dafür etwas weiter fahren.

Dank Cross Country Ski Holidays konnte ich diesen Winter zwei für mich komplett neue Langlaufgebiete in Österreich und Italien testen. Hinter dem Konzept des Cross Country Ski Holidays stecken Langläufer- und Skitour-Experten, die Sportbegeisterten die schönsten Ecken in der Natur zeigen. Zahlreiche Hotels in Langlauf- und Skitourenregionen aus Deutschland, Österreich und Italien haben sich angeschlossen. Insgesamt gibt es 18 Langlaufregionen mit vielen Loipenkilometern, egal ob klassisch oder skating. Das Tolle daran: pro Region ist jeweils ein Guide vor Ort, der spezielle Tipps bereithält und die Gruppen mit technischen Tipps durch die Loipen führt. Wir verbrachten jeweils zwei Tage in Ramsau am Dachstein, Toblach in den Dolomiten und Leutasch bzw. Seefeld. Wir, das waren zwei norwegische Journalisten und ich. Sie sind extra aus Oslo angereist und freuten sich ebenfalls wahnsinnig auf den Schnee. Genau wie bei uns gab es diese Saison dort quasi keinen Winter. Norweger sind absolut verrückt nach Langlauf und sie wachsen dort auf Skiern auf. Normalweise kann man direkt von Oslo auf Skiern loslaufen, aber diesen Winter nicht. Deswegen fliegen einige Norweger nach Österreich oder Italien, um dort die Natur zu genießen.

Die geführten Langlauftouren von Cross Country Ski Holidays bieten sich super für alle an, die auf der Suche nach neuen Langlaufregionen sind. Eine Woche Langlaufen hat sich für mich zunächst lang angehört, doch durch die drei Orte und die verschiedenen Guides war es total abwechslungsreich. Ein weiterer Vorteil dahinter sind die geführten Touren innerhalb einer Gruppe. So kommt man auch als Alleinreisender auf seine Kosten. Man hat Kontakt mit den anderen Teilnehmern und bekommt zusätzlich vom Guide Insider-Tipps bei den Touren erzählt.

Los ging unsere Tour im Hotel Rösslhof in Ramsau am Dachstein. Ramsau kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen von den Bergrettern, aber nicht als Langlaufgebiet. Dabei hat die Region insgesamt 220 Loipenkilometer, davon 154km zum Skaten. Die Loipenstruktur dort ist riesig. Alles startet beim Langlaufstadion, wo auch die Langlaufschulen angesiedelt sind. Unsere Ausrüstung haben wir von Ski Willy bekommen und die ganze Woche behalten. Es gibt verschiedene Höhenlagen und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. In der Region liegt auch die längste Gletscherloipe der Welt. Unsere Gruppe ist am ersten Tag eher blaue und rote Loipen gefahren. Es stellte sich natürlich heraus, dass die beiden Norweger echte Langlaufprofis waren und ich etwas hinterherhinkte. Aber dank unseres ersten Guides Herrmann bekam ich direkt Techniktipps, die ich unter ständiger Beobachtung mehr oder weniger umsetzen konnte. Er erklärte mir beispielsweise, dass ich die Stöcke bei einer abfallenden Hanglage asymetrisch einsetzen sollte. Das war mir bisher nicht klar, macht aber total Sinn. Wenn der Hang nach rechts unten abfällt, fokussiere ich mich eher mit meinem Gewicht auf die rechte Seite und beim Stockeinsatz ist mein rechter Stock weiter vorne als der Linke. Zusätzlich ist es einfacher bergauf mehr in den Schritt reinzugleiten, als ich es bisher gemacht habe. Dies konnte ich direkt am zweiten Tag umsetzen, als wir eine schwarze Loipe gefahren sind. Die Loipe um den Rittisberg herum ist landschaftlich wahnsinnig schön, da man einen tollen Blick aus dem verschneiten Wald heraus hat. Insgesamt legt man „nur“ 200 Höhenmeter nach oben zurück. Diese fühlen sich allerdings auf den knapp 8 Kilometern bergauf sehr anstrengend an. Meine Motivation war der anschließende Kaiserschmarrn auf der Hütte „Halseralm“. Diese mini Hütte liegt mitten in den Bergen und hat nur zwei große Tische. Die Spezialität ist der flambierte Kaiserschmarrn, der mega lecker war. Herrmann erzählte mir auf der Hütte, dass Kaiserschmarrn umso besser schmeckt, umso höher man ist. Dies liegt scheinbar an der Höhenluft. Natürlich konnte ich vom Kaiserschmarrn nicht genug bekommen und musste mich die letzten Kilometer bis zum Stadion mit vollem Magen zurück quälen.

Unser zweiter Tourenstopp liegt drei Autostunden entfernt in Toblach bei den Drei Zinnen umgeben von den schönen Dolomiten. Untergebracht waren wir hier im Hotel Union. Von dort aus kann man direkt losskaten. Der Ort liegt nur knapp zehn Kilometer hinter der österreichischen Grenze und gilt als die Langlaufregion Nummer 1 in Italien. Die Loipen sind über die gesamte Region verteilt und miteinander verbunden. Auf insgesamt 126 Skatingkilometern kann man sich hier austoben. In Südtirol wurden wir eineinhalb Tage von ehemaligen Langlaufprofis begleitet: Florian Kostner und Stephanie Santer gehören zur Langlaufelite Italiens der vergangenen Jahre. Stephanie nahm insgesamt 46 Mal beim Weltcup teil und gewann den Marathon-Weltcup 2012. Florian war 20 Jahre lang im italienischen Nationalteam und nahm an den olympischen Spielen in Salt Lake City teil. Am ersten Tag wurden wir von Toblach aus mit dem Auto nach Cimabanche nahe Cortina gebracht. Von dort aus ging es eine leicht abfallende Strecke 16 Kilometer nach Toblach zurück.

Das Beste daran war neben strahlendem Sonnenschein und dem beeindruckenden Gipfel außenrum die leicht abfallende Strecke. Bereits am dritten Tag hatte ich müde Beine und Arme. Florian als ehemaliger Profi hat natürlich jede Schwachstelle bei mir identifiziert und wollte am liebsten gleich alles auf einmal korrigieren. Das hat nur bedingt geklappt. Aber ich konnte mir bei ihm den schnelleren Stockeinsatz auf flachen Strecken abschauen jedes Mal wenn ein Ski aufsetzt. Mit jedem Tag bekam ich neue Tipps und Übungen gezeigt, die ich direkt umsetzen konnte. Vorher habe ich nur eine Technik gehabt, egal ob die Strecke flach oder steil war. Nun kenne ich zumindest in der Theorie die Unterschiede und werde fleißig üben. Zurück in Toblach angekommen, gab es zum Mittagessen das traditionelle Südtiroler Essen Schlutzkrapfen. Da wir im Hotel Santer bei Stephanies Familie gegessen haben, war es total familiär. Die beiden plauderten offen über ihre Karrieren als Profis. Sie wurden beide mit dem Langlaufen groß und gingen von klein auf in Skiclubs. In ihrer aktiven Karriere trainierten die Beiden jeweils etwa 1.000 Stunden pro Jahr bei einem Skiverschleiß von ca. 100. Ich habe mich bereits am dritten Tag wie nach einem Profi-Jahr gefühlt, aber eher, was die Muskelschmerzen angeht. Aus diesem Grund habe ich mir abends im Hotel Union eine Fuß- und Beinmassage gegönnt, was unfassbar gut tat. Vorher fuhren wir hoch auf 2.000 Höhenmeter zu den Loipen bei der Plätzwiese. Hier kann man hügelige Rundkurse fahren und hat dabei einen wirklich krassen Blick auf die umliegenden Gipfel. Diese Loipe war definitiv die schönste, die ich bisher gesehen habe.

Mit etwas frischeren Beinen fuhren wir am nächsten Tag auf den Loipen im Fischleintal. Zuerst sind wir knappe vier Kilometer hoch gefahren und vor Ort bekam ich mehr Techniktipps von Florian. Diesmal haben wir die Skier ausgezogen und er zeigte mir einige Bewegungen mit den Beinen und Armen, die ich auf dem Schnee simulieren sollte. Danach konnte ich das Gelernte direkt auf Skiern anwenden. Im flachen Stück sollte ich ohne Stöcke skaten und wirklich darauf achten mich mit den Beinen nach vorne zu beugen, sodass mein Gewicht verstärkt auf dem Vorderfußbereich liegt. Zusätzlich sollte ich stabil im Corebereich sein und darauf achten, dass ich den Oberkörper mit bzw. zu dem Ski drehe, der aufsetzt und gleitet. Beim Skaten ohne Stöcke hilft es, wenn die Arme pendeln und dabei die Hände zu dem gegenüberliegenden Ski zeigen. Parallel drückt sich der Körper aus den Beinen hoch und runter, um den Schwung mitzunehmen. Ich hatte das Gefühl, dass meine Technik besser wird und es mir viel hilft, wenn ich sie zuerst im Kopf visualisiere und dann direkt anwende. Am besten Schritt für Schritt, zum Beispiel erstmal nur die Beine skaten lassen und dabei auf die Körperbewegung zu achten. Nach dem vierten Tag hatten wir bereits 74 Kilometer auf der Uhr und nachmittags ging es weiter Richtung Leutasch.

Zu Leutasch haben Isa und ich eine spezielle Verbindung, da dort unsere Skating-Karriere startete. Das Besondere diesmal war, dass wir eine Führung durch das Seefelder Langlaufstadion bekommen haben. Hier war der Austragungsort der FIS nordischen Ski-WM und wir hatten auf einem Aussichtpunkt eine fantastische Aussicht über das Stadion und die Region. Von dort aus durften wir sogar hoch auf die Schanze fahren und die Junioren bei ihren Trainingssprüngen beobachten. Sehr beeindruckend und mutig, wie sich die Kinder runterstürzen. Ich hatte bereits beim Zusehen bzw. Fotografieren Angst und würde mich das niemals trauen. Zum Glück fuhren wir mit dem Aufzug runter und unten angekommen schlüpften wir ein letztes Mal in unsere Langlaufausrüstung.

Gemeinsam mit Roland von der Langlaufschule ging es über eine schwarze Loipe etwa 15 Kilometer von Seefeld nach Leutasch zurück. Wieder war es extrem hügelig und ich tauschte mit Roland die Skier. Er stellte fest, dass meine Skier nach den vier Tagen extrem langsam waren und selbst er kaum vorankam. Ich war wirklich sehr dankbar über seine Skier, denn an diesem Tag war der Schnee nass und schwer. Aus diesem Grund beschlossen wir bereits nach der einen Tour mittags aufzuhören. Wir gönnten uns zunächst Salat, Suppe und Nachspeise in unserem Hotel, dem Alpenhotel Karwendel. Nachmittags stand dann nur noch Entspannen auf dem Programm. Der riesige Spa-Bereich des Hotels bot sich dafür perfekt an. Vom Ruheraum aus konnte ich nachmittags bequem die Loipe und die Langlauffahrer beobachten und den Urlaub perfekt ausklingen lassen.

Nach einer Woche Langlaufen war ich zwar körperlich erschöpft, dafür mental brutal erholt. Ich kann Cross Country Ski Holidays jedem ans Herz legen, der auf der Suche nach total unterschiedlichen Loipen ist und jeden Tag etwas Neues erleben möchte. Von Loipen mitten durch den Wald, über Ausblicke auf die berühmten Drei Zinnen in den Dolomiten und auf Pfaden von Weltmeistern, in dieser Woche wurde uns alles geboten, was das Langlaufherz höher schlagen lässt. Durch die wechselnden Guides bekam man viel Trainingsinspiration und vor Ort echte Geheimtipps mit. Technisch hat es mir wahnsinnig viel gebracht die Übungen von den Lehrern und ehemaligen Profis unter Beobachtung umzusetzen. Ich hoffe sehr, dass ich mir alle Tricks bis zur nächsten Saison merken kann. Falls nicht, werde ich auf jeden Fall nochmals nach Südtirol zu Florian und Stephanie zurückkommen und mir weitere Profi-Tipps einholen.